Ein Päckchen für die Kripo

Dumm gelaufen: Eine junge Frau ließ sich Päckchen mit Drogen per Post an ihre Privatadresse schicken. Da sie selbst nicht immer anwesend war, wurden die Sendungen häufig im Teeladen unten im Haus abgegeben. Der Tochter der Ladenbesitzerin kam eines Tages eines der Päckchen seltsam vor – so seltsam, dass sie es ihrem Vater zeigte, der bei der Kriminalpolizei arbeitet. Die 31-jährige Dealerin steht jetzt vor dem Schöffengericht.

Zwischen September 2008 und Juni 2009 soll die Einzelhandelskauffrau aus Landsberg in mindestens acht Fällen bei einem in Köln lebenden Bekannten Marihuana, Ecstasy-Tabletten und Kokain bestellt haben. Sie bezahlte die Lieferungen mit Bargeld, das sie per Einschreiben nach Köln schickte. Die Drogen verkaufte sie zunächst zum Einkaufspreis, dann mit geringem Gewinn an Bekannte in Landsberg weiter. Verdient habe sie daran maximal 150 Euro im Monat. „Ich habe naiv aus Freundschaft gehandelt“, gab die geständige Angeklagte an. Teilweise konsumierte sie die Drogen auch selbst. Ein beschädigtes Päckchen brachte die ganze Sache schließlich ans Licht. „Da hing ein Lappen raus, und ich bin ja neugierig und habe daran gezogen“, erklärte die 30-jährige Nachbarin der Angeklagten. Auch sonst erwies sie sich die Tochter eines Kriminalbeamten als gute Beobachterin. „Der Absender auf den Päckchen war immer mit einer sehr schwungvollen, markanten Handschrift geschrieben, so dass man ihn nie wirklich lesen konnte.“ Zu wenig Gewinn Nachdem die Polizei auf die Vorgänge aufmerksam geworden war, erging ein Postbeschlagnahmungsbeschluss – das nächste Paket wurde abgefangen. „Sind Sie da nicht misstrauisch geworden?“ wollte Richter Dr. Wolfgang Daum von der Angeklagten wissen. „Doch“, antwortete sie. Trotzdem ließ sie sich die gleiche Drogenmenge noch einmal schicken, wollte dann aber aussteigen. „Die Geschichte war nur Stress, die Gefahr zu groß, der Gewinn zu gering.“ Eine weitere Zeugin, eine frühere Freundin der Angeklagten, gab an, in einem Fall Drogen für die 31-Jährige aufbewahrt zu haben. Diese habe immer wieder nach Möglichkeiten gesucht, die Ware vorübergehend bei Bekannten zu lagern. Eine der Drogensendungen ging sogar an die Adresse ihres Ex-Freundes, eines 43-jährigen Landsbergers. Dieser steht deshalb ebenfalls vor dem Schöffengericht, äußerte sich aber nicht zu den Vorwürfen. Sie habe nicht gewollt, dass ihr Freund von ihren Drogengeschäften erfährt. „Es war mir unangenehm, dass das Paket an ihn geschickt wurde.“ Allerdings hätten sie während der Zeit ihrer Beziehung öfter gemeinsam konsumiert. Die Verhandlung wird Mitte August fortgesetzt.

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