Ein Päckchen Sonnenschein aus Rom

Viel haben sich der Musikverein und die Landjugend in ihrem Jubiläumsjahr 2009 vorgenommen. Aber so, wie sie den Auftaktabend zum im Mai stattfindenden Bezirksmusikfest am Samstag in der voll besetzten Mehrzweckhalle ihrer Gemeinde organisiert und durchgeführt haben, muss man sich wohl keine Sorgen machen. Sie haben die nötige Kraft und das Durchhaltevermögen eine solche große Veranstaltung zu stemmen.

Der Festakt am Wochenende zum 90-jährigen Jubiläum des Musikvereins und zum 60-jährigen Bestehen der Landjugend in Reichling war ein Abend des Dankes und der Ehrungen. Und durch den Auftritt des großartigen Bundespolizeiorchesters München unter der Leitung von Stefan Weber war er musikalisch maßstabgebend. Schirmherrin und Bürgermeisterin Margit Horner-Spindler verknüpfte in ihrem Grußwort die nationale Geschichte mit der Ge- schichte der beiden Vereine. 90 Jahre Versailler Vertrag und 90 Jahre Musikverein, 60 Jahre Bundesrepublik Deutschland, 60 Jahre Grundgesetz und 60 Jahre Landjugend, nannte sie und zeigte damit, wie die große politische Geschichte immer auch korreliert mit lokalen Ereignissen. Landrat Walter Eichner, der zweite Schirmherr, betonte in seiner Glückwunschadresse, wie wichtig das Ehrenamt für eine Gemeinde sei und wies darauf hin, dass sein Landkreis bei der bürgerschaftlichen Mitarbeit eine Spitzenstellung im Vergleich mit anderen einnehme. „In jungen Jahren für sich selbst und andere Verantwortung zu übernehmen ist fürwahr keine Selbstverständlichkeit. Jede Gemeinde lebt vom freiwilligen Engagement, wie es beim Reichlinger Musikverein und bei der Landjugend der Fall ist.“ Die beiden Vorstände, Walter Schäferle für die Musik und Roman Graf für die Landjugend, eröffneten den Abend. Beide zeigten, wie sehr sie sich bewusst sind, in einer Tradition zu stehen und diese bewahren zu müssen. Die Ehrungen zur 15-jährigen sowie zur 25-jährigen Zugehörigkeit zum Musikverein und die Auszeichnungen für die Gründungsmitglieder der Landjugend waren da nur folgerichtig. Ein Ständchen im Garten Gerne erinnere er sich an das Geburtstagsständchen für seine Mutter im Garten des damaligen Kraillinger Wohnhauses, das der Reich- linger Musikverein vor rund 30 Jahren dargebracht habe, so Staatsminister a.D. Dr. Thomas Goppel, Präsident des Bayerischen Musikrates. Es war eine Zeit, in der man noch gestalten konnte, meinte er vielleicht doch ein bisschen wehmütig. Goppel weiter: „Wir werden harten Zeiten entgegen gehen; doch mit Musik lässt sich alles besser ertragen.“ Sebastian Scheurer, Bezirksvorstand der Landjugend, wies in seiner Ansprache darauf hin, wie wichtig die Ausgerichtetheit der Ver- einsarbeit an den Interessen der Jugendlichen sei. Andreas Horber, Geschäftsführer des Musikbundes von Ober- und Niederbayern, erklärte, wie schwierig die musikalische Arbeit unter den gegenwärtigen Rahmenbedingungen wie die schulischen Anforderungen und die Überbrückung von Entfernungen sei. Das sei ein wichtiges Thema bei 65 Prozent Jugendlichen als Mitglieder. Neue Formen des Unterrichts seien notwendig. Nur das Wetter, das werden sie wohl nicht beeinflussen können, darüber waren sich fast alle Redner im klaren und machten jeder auf seine Weise eine Bemerkung dazu. Horber meinte gar scherzhaft, er werde ein Päckchen Sonnenschein aus Rom schicken. Dort wird er nämlich zum Zeitpunkt des Bezirksmusikfestes sein. Ein kurzer Anruf genüge… Das Schlusswort des Bezirksleiters Wilfried Schmid war gleichzeitig auch die offizielle Eröffnung des 39. Bezirksmusikfestes, das dieses Jahr in Reichling stattfinden wird.

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