Au Pair mit fünf Sternen

Bestätigung auch für Agentur-Chefin Susanne Caudera-Preil (links) aus Landsberg: „Ihr“ Au Pair Bea Allzeit (Mitte) ist von Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel (rechts) als eine von zwei Au Pairs des Jahres ausgezeichnet worden. Foto: Privat

Erstmals ist in Berlin die Auszeichnung „Au Pair des Jahres“ feierlich verliehen worden – von Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel. Aus seiner Hand erhielten beiden Preisträgerinnen Nailil Muna aus Java, Indonesien, und Bea Allzeit aus Hamburg eine Urkunde zusammen mit dem Preis des Ministeriums. Bea Allzeit verbrachte ein Jahr als Au Pair in Norwegen – organisiert von der Landsberger Agentur AbroadConnection von Susanne Caudera-Preil.

Die Rede der Preisträgerin, in der sie ihre Erfahrungen als Au Pair in ihrer norwegischen Gastfamilie beschrieb, rührte viele Teilnehmer der Veranstaltung zu Tränen. Mit der Beschreibung ihrer ängstlichen Erwartungen am Anfang ihrer großen Reise, der ersten Begegnung mit den Gasteltern und der zunächst scheuen Annäherung an die zweieinhalb und vier Jahre alten Kinder führte sie die Zuhörer mitten in das spannende Erlebnis ihrer Au Pair-Zeit. Bea Allzeit erzählte von dem faszinierenden Winter in Norwegen, der besonderen Esskultur, vielen neuen Freundschaften und davon, dass sie immer mehr Teil ihrer Gastfamilie wurde, die inzwischen wie eine zweite Familie für sie ist. Voller Trauer und Dankbarkeit habe sie am Ende ihres Au Pair-Jahres Abschied genommen von den Kindern, die ihr so ans Herz gewachsen waren, und den Gasteltern, die mittlerweile zu ihren ganz engen Freunden zählen. „Bea ist nach einigen Monaten zurückgekehrt nach Oslo und arbeitet heute als Hotelfachfrau in einem Osloer Hotel“, weiß Agenturinhaberin Caudera-Preil. Böse Erfahrung Nailil Munas Erfahrungen als Au Pair in Deutschland begannen mit für sie schockierenden und unglücklichen Erfahrungen. Sie fand ihre Gastfamilie über das Internet ohne die Hilfe einer Agentur. Nachdem die erste Gastfamilie auch nach mehreren Monaten die Visums­formalitäten nicht erfüllt hatte, fand sie eine andere Familie, die zwar alle amtlichen Erfordernisse erledigt hatte, für die Aufnahme eines Au Pairs völlig ungeeignet war. Gleich nach ihrer Ankunft habe ihr der Gastvater den Pass weggenommen. Sie musste täglich zehn Stunden und mehr arbeiten und hatte keinen freien Tag. Trotz ihrer gerade mal 45 Kilogramm Körpergewicht gehörten zu ihren Aufgaben neben der Kinderbetreuung auch Holz hacken, Gartenarbeiten sowie das Reinigung des Hauses. Erst nach mehreren Wochen fand Nailil den Mut, sich an eine Au Pair-Agentur zu wenden. Wenig später zog sie um zu einer netten Gastfamilie, die sie freundlich aufnahm und respektvoll als weiteres Familienmitglied behandelt. Nailil Muna lebt jetzt mit ihrer neuen Gastfamilie in Wiesbaden und hat bereits einen Studienplatz der Kommunikationswissenschaften in Deutschland für die Zeit nach dem Au Pair-Jahr. Nach dem Studium möchte sie in ihrer Heimat leben und arbeiten und ihre Sprach- und Fachkenntnisse dort einsetzen. „Au Pair ist eine Möglichkeit mit geringen finanziellen Mitteln und dem Rückhalt einer Gastfamilie, eine bestimmte Zeit, sechs bis zwölf Monate, im Ausland zu verbringen“, wirbt Caudera-Preil. Gastfamilie und Au Pair profitierten von diesem Konzept weil das Prinzip der Gegenseitigkeit allen Beteiligten Vorteile bringe. Gleich, ob die Erfahrungen durchweg positiv oder Anpassungsschwierigkeiten und Konflikte zu bewältigen waren, in einem Punkt seien sich alle Ehemaligen einig: Es sei die wichtigste und prägendste Zeit ihres Lebens gewesen und habe die persönliche Entwicklung und Orientierung für die Zukunft positiv beeinflusst.

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