Einstimmig fürs Urbane Leben

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Wird als mit der Entwicklung des „Urbanen Lebens am Papierbach“ als „sehr kritisch“ angesehen: der Anschluss der Spöttinger an die Katharinenstraße.

Landsberg – Das „Urbane Leben am Papierbach“ rückt immer näher. Der städtebauliche Vertrag zwischen der Stadt und Projektentwickler ehret + klein ist unterzeichnet und notariell beurkundet. Der Stadtrat genehmigte ihn am vergangenen Mittwoch in nichtöffentlicher Sitzung einstimmig. Auch die Änderungen des Flächennutzungsplans wurden in der anschließenden öffentlichen Sitzung ohne Gegenstimme beschlossen. Der Bebauungsplan liegt nun noch ein letztes Mal für zwei Wochen aus.

Bei fast allen Punkten schloss sich der Stadtrat den Abwägungen der Verwaltung an, gleich ob es um die Einwände oder Hinweise von Bürgern oder von Trägern öffentlicher Belange ging. Nur bei einem Thema sahen viele Stadträte noch Erklärungsbedarf: Warum hat man die vorgeschlagene unterirdische Verbindung der beiden nördlichen Parkgaragen verworfen?

Diese Frage spielte schon in der Montagsrunde eine Rolle, worauf Verkehrsplaner Christian Farnberg kurzfristig mit einer Stellungnahme reagierte. Danach würde die Verbindung in Spitzenstunden nur 50 Fahrten umlenken; das sei zu wenig für einen so großen Aufwand. Diese Berechnung lag dem Stadtrat aber nicht vor. Außerdem war unklar, welche Verkehrsführung Farnberg zugrunde gelegt hat. Insbesondere Henrik Lüssmann von den Grünen schwebt vor, die Ein- und Ausfahrt nur vom Hindenburgring über den geplanten neuen Kreisel zu ermöglichen, um die Schwaighofkreuzung zu entlasten. Der Punkt soll nun im Rahmen der Abwägung des Bebauungsplans, wo das Thema ohnehin besser verortet ist, erneut diskutiert werden.

Generell wurde in der Stadtratssitzung noch einmal klar: Das Thema Verkehr ist die Achillesferse des Papierbach-Projekts. Die Stadt wird auf die entstehende Situation mit einem neuen Verkehrskonzept reagieren müssen. „Das wird weitere, nicht umlagefähige Kosten generieren“, sagte Reinhard Steuer (UBV) voraus. Verkehrstechnisch geht es um vier „neuralgische“ Knotenpunkte: die Schwaighofkreuzung, den Postberg, den Königsberger Platz und den Danziger Platz. Verwaltung und Stadtrat vertreten dazu die Auffassung, dass sie „in allen Zeitbereichen ausreichend leistungsfähig sind“. Allerdings werde die Schwaighofkreuzung „in der Spitzenstunde am Nachmittag die Grenze der Leistungsfähigkeit erreichen“; in der Von-Kühlmann-Straße sei dann von erhöhten Wartezeiten auszugehen. Eine Ampel sei erwägenswert, aber nicht zwingend erforderlich.

Ein größeres Problem entstehe an der Spöttinger Straße. Sie selbst sei – unter Berücksichtigung eines neuen Kreisverkehrs am Hindenburgring – zwar leistungsfähig genug. „Sehr kritisch“ sei aber der Anschluss an die Katharinenstraße. Hier sei eine Ampelanlage erforderlich. Die werde allerdings Auswirkungen auf den Verkehrsfluss in der Katharinenstraße haben. „Bei Rotphasen kann ein längerer Rückstau in beide Fahrrichtungen entstehen“. Er werde sich je nach Tageszeit auch negativ auf die Taktung der Busfahrlinien auswirken, welche dann mit „etwas längeren Wartezeiten“ vor dem Abbiegen in Richtung Busbahnhof rechnen müssen. Bei der letzten Auslegung des Bebauungsplans soll eine „mikroskopische Detailuntersuchung“ zu diesem Thema enthalten sein.

"Es wird gruselig"

Den Stadträten war klar: Ist das Papierbach-Areal in einigen Jahren voll bebaut, geht der Verkehr bis an die Grenze der Belastbarkeit; dann könne es so „gruselig“ werden, dass die Leute freiwillig aufs Fahrrad umsteigen. Das werde wieder zu Verbesserungen führen, prognostizierte Stefan Meiser (ÖDP). Dennoch kann die Stadt nicht auf die Selbstregulierungskräfte setzen – „wir brauchen ein neues Verkehrskonzept“, sagte auch Oberbürgermeister Mathias Neuner (CSU). Allerdings sei die zentrale Ansiedlung eines Wohngebiets immer noch besser als eine periphäre – dann würden nämlich alle mit dem Auto ins Zentrum fahren.

Ein weiteres Problem ist die Belastung der Innenstadt mit Stickstoffoxiden und Feinstaub. Dazu gab es in der Sitzung teilweise Entwarnung. Auch bei konservativer Betrachtung blieben die zu erwartenden Belastungen unter den gesetzlichen Grenz­werten, beim Feinstaub zum Teil sehr deutlich. Die höchste Belastung bei Stickoxiden entstehe am Hauptplatz, wo der Grenz­wert nur knapp eingehalten werden könne. Auch dieses Thema könne man letztlich nur „grundsätzlich“ angehen, um „nachhaltig die Durchfahrquoten des Hauptplatzes mit Individualverkehr zu reduzieren“. 

Werner Lauff

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