Ein Parkdeck fürs Schulzentrum?

Zu einer lebhaften Debatte um die Parkplatz­situation am Schulzentrum in der Spitalfeldstraße ist es vergangene Woche im Zuge der Änderung des Bebauungsplanes Ost 1 gekommen. Tenor im Stadtrat: Je mehr Stellplätze für Berufs-, Berufsober- sowie Fachoberschule angeboten werden, umso mehr Schü­- ler kommen mit dem Auto. Deshalb sei es nicht sinnvoll, auf den tatsächlichen Bedarf abzuzielen, sondern lediglich die aktuelle Stellplatzsatzung anzuwenden.

Die geplante Erweiterung des Schulzentrums erfordert im Zuge der Genehmigung eine Änderung des Bebauungsplanes. Wie im KREISBOTEN berichtet, will der Landkreis im Westen einen 70 Meter langen, zweigeschossigen Anbau errichten. Er ist für acht Klassen der Berufs­oberschule vorgesehen. Weiterhin sind in dem Flügel neue Ausweich- und Mehr­zweckräume sowie Fachklassen für Chemie und Physik geplant. Mit der Erweiterung steigt na­türlich die Zahl der Schüler – aktuell sind’s rund 2000 – und damit die Zahl der benötigten Parkplätze. Die städtische Stellplatzsatzung geht von fünf Plätzen pro Berufsschul- und drei pro FOS/BOS-Klasse aus und errechnet einen Bedarf von 184. Auf dem Schulgelände kann der Landkreis derzeit 207 Stellplätze nachweisen, 29 weitere sollen dazukommen, macht 236. Soweit die Theorie. In der Praxis sieht’s wie so oft ganz anders aus. Laut einer Erhebung der Beruflichen Schulen vom April wären 300 Stellplätze nötig, mit Aufnahme des vollen BOS-Betriebes kämen noch 70 dazu. Somit müssten 134 Schüler ihre Fahrzeuge an anderer Stelle parken – in der Regel im öffentlichen Verkehrsraum, in der Spitalfeld- und Ziegeleistraße sowie „Am Kornfeld“. Und das birgt erhebliches Konfliktpotenzial, weiß Ordnungsamtsleiter Ernst Müller, der sich nicht selten mit „Beschwerden der Anwohner“ befassen muss – obwohl in dem Gebiet regelmäßig kontrolliert werde. Ohnehin fand Müller im Stadtrat ungewohnt deutliche Worte zur Situation am Schulzentrum. Die ÖPNV-Anbindung sei derart schlecht, dass viele Schüler mit dem Auto kommen müssten. Deshalb sei es „blauäugig“ zu glauben, weniger Parkplätze hätten weniger Autos zur Folge. Eben dafür hatte sich kurz zuvor unter anderem OB Ingo Lehmann (SPD) ausgesprochen. Wo leben wir denn? Dem Stadtoberhaupt missfiel die Debatte ohnehin. „In welcher Welt leben wir eigentlich, wenn einem Menschen jenseits 18 nicht zugemutet werden kann, fünf Minuten vom Auto zur Schule zu gehen?“ Lehmann rät dem Landkreis, mit dem Betreiber des nahen Fachmarktzentrums in Kontakt zu treten und eine Mitbenutzung des dortigen Parkplatzes auszuloten. Während der Schulzeit sei er ohnehin nicht ausgelastet. Der Landkreis schließt eine Mit­benutzung von Parkplätzen oder die Anmietung von Flä­- chen in der näheren Umgebung grundsätzlich nicht aus, lässt Pressesprecher Wolfgang Müller wissen. Im Gespräch sind der nicht voll ausgelastete Parkplatz des Agrarbildungszentrums im Schleifweg sowie eine landwirtschaftlich genutzte Fläche nördlich der BayWa. Das FMZ, so Müller, spiele in solchen Überlegungen aber keine Rolle. Bürgermeister Norbert Kreuzer (CSU) wartete im Stadtrat mit einer ganz anderen Idee auf: „Der Landkreis könnte doch anstelle des Parkplatzes im Südwesten des Schulgeländes ein Parkdeck bauen.“ Der Kom­men­tar aus dem Landratsamt da­zu: „Eine Überlegung ist das auf jeden Fall wert“, so Müller, „auch wenn ein Parkdecke an dieser Stelle städtebaulich eher schwierig zu verwirklichen sein dürfte.“

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