Parken wird teurer

Tiefgaragen effizient nutzen

Landsberg – Keine Überraschuung: Das Parken in Landsberg wird teurer werden – in den Tiefgaragen ebenso wie auf den bewirtschafteten Parkplätzen im Stadtgebiet. Allein, um die Höhe der neuen Gebührensätze besteht noch Diskussionsbedarf. Ein Arbeitskreis soll nun den Weg zu einem schlüssigen Gesamtkonzept ebnen.

Die Verwaltungsräte des selbständigen Kommunalunternehmens Stadtwerke haben am Dienstag vergangener Woche einen dicken Strich durch den Fahrplan des Oberbürgermeister gemacht. In der nichtöffentlichen Sitzung sollten sie die neuen Gebührensätze für die beiden Tiefgaragen sowie den Parkplatz Waitzinger Wiese festzurren. Der Stadtrat hätte dann tags darauf die Änderung der Parkgebührenverordnung verabschiedet, in der auch die oberirdischen Stellflächen berücksichtigt sind. Dazu kam es allerdings nicht. Nach 30 Minuten habe er die Debatte im Verwaltungsrat abgebrochen, be­richtet OB Mathias Neuner, die Widerstände seien zu groß gewesen. Jetzt kommt das Thema Anfang Januar zur Beratung in den Stadtrat.

Bis dahin muss der von Neuner eingesetzte Arbeitskreis mit Vertretern aus Stadtrat, Verwaltung und Einzelhandel ein Konzept vorlegen. Und das, so die mehrfach geäußerte Vorgabe, dürfte dann auch ein Bonus-System für Innenstadt-Kunden beinhalten. Neuner sieht die Sache recht gelassen: „Ich bin überzeugt, dass am Ende nichts anderes rauskommt, als unser Gebührenmodell.“

Eben dieses, im Verwaltungsrat andiskutiere Modell lag den Stadtratsmitglieder am Mittwoch bereits vor. Es sieht erhebliche Gebührensteigerungen vor. Danach bezahlt der Kurzparker in den Tiefgaragen fortan für jede angefangene Stunde 1,50 Euro, bisher war es 1 Euro pro eineinhalb Stunden. Die maximale Tagesgebühr steigt von sechs auf neun Euro. Und Dauermieter (24 Stunden) sollen pro Monat statt 62,50 künftig 80 Euro berappen. Auf der ebenfalls von den Stadtwerken bewirtschafteten Waitzinger Wiese soll das Parken bis zu 30 Minuten weiterhin frei bleiben, danach sind für bis zu 24 Stunden 1,50 Euro fällig.

Die neue Gebührenordnung ist darauf abgestimmt, das Defizit der „kostendeckenden Einrichtung Tiefgaragen“ zumin­dest auszu­gleichen. Der Jahresabschluss 2011 weist netto rund 650000 Euro aus, sofern man von den 1,5 Millionen die Kosten für die Sanierung der Schlossberggarage (850000) abzieht. „Mit der geplanten Erhöhung können wir das Jahresdefizit auf Null fahren“, sagt Stadtwerke-Vorstand Norbert Köhler. Mehr noch: Da sei sogar noch etwas Überschuss drin, den man Jahr für Jahr in die abschnittsweise Sanierung investieren könne.

Dieses Ziel deckt sich mit jenem, das die Grünen in ihrem Antrag vom 2. Dezember formuliert haben. Damit nicht genug: Abgesehen von der Von- Kühlmann-Straße, Waitzinger Wiese und dem „Papierfleck“ müsse das Parken in städtischen Tiefgaragen „grundsätzlich und zu jeder Zeit“ günstiger als das oberirdische sein. Und: Die Gebührenhöhe sei regelmäßig so anzupassen, dass eine einfache Fahrt im Stadtbus „zu jeder Zeit günstiger ist als das einstündige Parken“. Weiterhin fordern die Grünen, dass bisher kostenlose, öffentliche Parkplätze im Gel­tungsbereich der Verordnung ohne Ausnahme bewirtschaftet wer­den. Schließlich sollen Parkgebühren ohne Ausnahme zu jeder Tages- und Nachtzeit erhoben werden. Grünen-Fraktionssprecher Dr. Andreas Hartmann erinnert daran, dass Prof. Hermann Knoflacher in seinem Verkehrsentwicklungsplan mahnt, dass die Parkplätze in den Tiefgaragen „ineffizient genutzt“ würden.

Erst die Ziele zu definieren, dann über Geldbeträge zu reden, sei kein falscher Ansatz, pflichtete Roland Ritter (CSU) dem Grünen-Antrag bei. Nicht anders sieht es OB Neuner. Allerdings: „Das muss nicht heute sein.“

Auch interessant

Meistgelesen

Töpfermarkt am Limit
Töpfermarkt am Limit
Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Die Stadtwerke Landsberg steigern ihren Gewinn
Die Stadtwerke Landsberg steigern ihren Gewinn
Eresing zelebriert sein 950-Jähriges
Eresing zelebriert sein 950-Jähriges

Kommentare