Senioren blitzen zweimal ab

Parkende Autos im Dießener Zentrum behindern Rollatoren und Rollstühle

+
Zu eng für Rollatoren und Rollstühle? Der Seniorenbeirat sagt ja, der Bauausschuss Nein. Deshalb bleiben die Parkplätze vor der Prinz-Ludwig-Straße 4 in Dießen bestehen.

Dießen – Interessen-Kollision im Dießener Bau- und Umweltausschuss! Der Seniorenbeirat hatte zwei Anträge eingebracht, die älteren Bürgern und Behinderten den Weg durch die Prinz-Ludwig-Straße im Zentrum erleichtern würden. Beide Anträge wurden zugunsten der Autofahrer abgelehnt.

Zum einen ging es um die drei Parkplätze vor dem Geschäfts- und Wohnhaus in der Prinz-Ludwig-Straße 4, wo Autofahrer mit Parkscheibe eine halbe Stunde stehen dürfen. Laut den Beobachtungen des Seniorenbeirates kämen besonders bei nicht nahe am Straßenrand geparkten und ganz besonders bei breiten SUVs Passanten mit Rollatoren oder Rollstühlen kaum durch die Engstelle. Die tiefen Bodenbleche der Schaufenster seien zudem eine Gefahrenquelle zum Hängenbleiben. Wenn die benachbarte Eisdiele im Sommer geöffnet habe, würden hier auch wild Fahrräder und Motorräder geparkt.

Thomas Hackl, Gewerbereferent im Marktgemeinderat, widersprach den Senioren. Er habe bei belegten Parkplätzen eine Durchgangsbreite von 1,30 Metern gemessen, die für Rollatoren und Rollstühlen ausreichend sei. Ein Zwillingskinderwagen allerdings käme hier wirklich nur schwerlich durch, ergänzte er. Bei der ohnehin eklatanten Parkplatznot in Dießen könne man auf diese Plätze nicht verzichten. Auch gerade ältere Autofahrer bräuchten sie, um nahe der gegenüberliegenden Apotheke zu parken. Der Bau- und Umweltausschuss schloss sich seinen Ausführungen an und lehnte den Antrag bei einer Gegenstimme ab.

Auch für das gefahrlose Vorbeikommen an der Apotheke gegenüber hat sich der Seniorenbeirat Gedanken gemacht und einen Antrag eingebracht. Man bemängelte, dass hier oft Lieferfahrzeuge halb auf dem Gehweg parken, der durch vor der Apotheke abgestellte Fahrräder oder Kinderwagen ohnehin zu eng sei. Rathaus-Recherchen bei Apotheker Dr. Eberhard Römhild ergaben, dass bei ihm tatsächlich nur zwei Medikamenten-Lieferungen pro Werktag ankommen, nämlich um 14 und um 18 Uhr. Das Entladen dauere jeweils nur wenige Minuten. Andere halb auf den Gehweg parkende Kleintransporter würden das Schreibwarengeschäft oder die Sparkasse bedienen.

Der Lösungsvorschlag des Seniorenbeirates: Eisenpfosten im Fünf-Meter-Abstand auf dem Gehsteigrand zwischen Rathauskreuzung und Seerichterhaus. Auch dieser Vorschlag wurde bei der Abstimmung mit einer Gegenstimme abgeschmettert. Zur Enttäuschung von Dr. Ludger Stürwald, dem Vorsitzenden des Seniorenbeirats. Als Trostpflästerchen beschloss der Ausschuss, die Verkehrsüberwachung bei den zwei temporären Engstellen zu erhöhen.
Dieter Roettig

Auch interessant

Meistgelesen

Die Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Die Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Die Stromrebellen aus dem Fuchstal
Die Stromrebellen aus dem Fuchstal
Neues Zuhause gesucht: Helfen Sie diesen liebenswerten Vierbeinern!
Neues Zuhause gesucht: Helfen Sie diesen liebenswerten Vierbeinern!
Nach anonymer Spende: Schondorf greift bei Liegender zu
Nach anonymer Spende: Schondorf greift bei Liegender zu

Kommentare