Die schwierige Frage nach Parkplatzbedarf

Planung für Klinikums-Parkplatz geht nur langsam voran

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So stimmt das nicht ganz: Der Parkplatz des Klinikums Landsberg ist auch ein offizieller Park-and-Ride-Platz.

Landsberg – Es scheint ein längerfristiges Thema zu werden: die Parkplatzsituation am Klinikum. Schon jetzt sind die Plätze für Besucher und Angestellte des Klinikums nicht ausreichend, da der Platz auch als Park-and-Ride-Möglichkeit genutzt wird. Zudem plant das Klinikum den Bau von 60 Mikro-Appartements (der KREISBOTE berichtete). Und die Bewohner müssen ihr Auto ja auch irgendwo abstellen können. Soll also eine Schranke und damit eine Gebührenpflicht her? Samt einem abgegrenzten und kostenfreien Bereich für Park-and-Ride-Nutzer? Oder könnte der auch ganz entfallen?

Das Thema Parken am Klinikum nervt: Angestellte des Klinikums, Besucher und Patienten, Autofahrer, die dort gerne ihren Pkw abstellen würden, und auch alle an der Planung Beteiligten: Stadt, Landratsamt und Klinikum selbst. Dabei sollten alle daran interessiert sein, schnellstmöglich eine Lösung zu finden.

Seit längerem gibt es die Idee, dort ein Parkhaus zu bauen. Da das Gelände, das dem Landkreis gehört, als Parkplatz ausgewiesen ist, dürfte das bisherige Baurecht ausreichen, teilt Oberbürgermeister Mathias Neuner mit. Für die Mikro-Appartments muss aber erst Baurecht geschaffen werden – ein längerfristiger Prozess.

Auch bei der generellen Parkplatz-Planung gibt es bereits ein Problem: „Wie groß ist der Bedarf des Krankenhauses, wie viele Park-and-Ride-Plätze bräuchte die Stadt?“, formuliert Neuner. Die Plätze müssten vier Nutzergruppen berücksichtigen: neben den Park-and-Ride-Nutzern die Besucher und Angestellten des Klinikums und nach dem Bau der Appartments auch noch deren Bewohner. „Wir sind da im Moment am Eruieren“, sagt Neuner. Offenbar eine zeitintensive Arbeit, die nicht vorangeht. Denn: „Wir haben gerade auch sehr viele andere Bauprojekte.“

Grundsätzlich sei zu überlegen, ob man die ‚Mischnutzung‘ Stadt/Klinikum weiterhin so haben wolle. Ein offizieller Park-and-Ride-Platz der Stadt knapp einen Kilometer weiter in Richtung Autobahn ist ja da. Sollte die Nutzung des Klinikparkplatzes als Park-and-Ride trotzdem beibehalten werden, scheint eine Teilung des Platzes in verschiedene Bereiche unvermeidbar. Wofür natürlich erst die jeweiligen Bedarfszahlen notwendig wären.

Das Stadtoberhaupt geht aufgrund der Stellplatzsatzung für die zukünftigen Bewohner der Mikroappartements von zusätzlichen 70 notwendigen Parkplätzen aus. Ist dafür auf dem Gelände in der jetzigen ‚Mischnutzung‘ Platz? Das angedachte Parkhaus soll 200 zusätzliche Stellplätze bieten. Abzüglich der Wohnungsparkplätze wären das gut 100 Parkplätze mehr als im Moment, die für den Bedarf der Angestellten, Besucher und Park-and-Ride-Nutzer ausreichen müssten.

Es gebe auch die Möglichkeit eines bewirtschafteten Parkplatz mit Schranke und Gebühr. Aber: „Wenn wir da eine Gebühr erheben, wird ihn natürlich niemand mehr als Park-and-Ride nutzen“, ist Neuner überzeugt. Diese Mitnutzung der Stadt beruht auf einer alten Vereinbarung: Bei der Erweiterung des Parkplatzgeländes, das seit der Übertragung des Klinikums an den Landkreis auch dem Landkreis gehört, investierte damals auch die Stadt. Und kommt seither für die Stromkosten auf. Würde die Stadt-Nutzung wegfallen, müssten der Landkreis oder das Klinikum wohl eine mögliche Entschädigung andenken. Und die Stromkosten selbst bezahlen.

Wird die Mischnutzung Stadt/Klinikum beibehalten und das Parkhaus gebaut, müsste eine Mitfinanzierung des Baus seitens der Stadt hingegen erst auf politischer Ebene geklärt werden.

Eine weitere Forderung seitens der Stadt ist laut Neuner, dass das Parkhaus ansprechend gestaltet wird: „Es ist immerhin das Entrée Landsbergs von Nordwesten aus.“ Zwischen Landratsamt und Stadt gebe es aber keine Unstimmigkeiten, betont Neuner.

Bei der Kreisausschusssitzung in der vergangenen Woche fragte auch Albert Thurner (SPD) nach Problemen beim Bau am Klinikum. Landrat Thomas Eichinger verwies auf die konkrete Parkhaus-Planung. Der Bauantrag bei der Stadt sei noch nicht gestellt worden. Dazu bedürfe es auch der Bedarfsplanung seitens der Stadt. Dennoch hoffe er auf einen zeitnahen Bau.

Schließlich gilt noch zu klären, ob es vom Klinikum oder vom Landkreis Zahlen zum Parkplatz­bedarf gibt. Pressesprecher Wolfgang Müller vom Landratsamt teilt mit, dass die 130 Park-and-Ride-Plätze erhalten werden sollen. Zudem gebe es die Idee, „zumindest Teile, des künftigen Parkplatzes/Parkhauses zu bewirtschaften“. Bedarfszahlen gebe es nicht. Hier verweise man an das selbstständige Kommunalunternehmen. Klinik-Vorstand Marco Woedl teilt auf Nachfrage des KREISBOTEN mit, dass er keine Zahlen nennen könne. Man sei derzeit noch in Gesprächen. Im Moment wolle er sich nicht weiter zur Sache äußern. Das ganze Thema sei jedoch eine Angelegenheit zwischen Stadt und Landkreis.

Ist denn wenigstens bekannt, wie viele Stellplätze es derzeit gibt? Klinikums-Pressesprecherin Regina Miller weiß es: Auf dem Parkplatz sind es 420 und auf der Bürgermeister-Dr.-Hartmann-Straße 40.

Susanne Greiner

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