Gericht auf der Flaniermeile

Parkplätze: Unterbräu-Wirt klagt gegen Marktgemeinde Dießen

+
Gastwirt Martin Brink kämpft vor dem Verwaltungsgericht um diese Parkplätze gegenüber seinem „Unterbräu“ für Übernachtungsgäste für die Dauer ihres Aufenthaltes, also auch während der Fußgängerzone an den Sommer-Wochenenden.

Dießen – „Jetzt wird‘s gerichtsmassig“ in Sachen Fußgängerzone und Parkplatzproblematik in der Mühlstraße und am Untermüllerplatz in Dießen. Das Wirtsehepaar Anna und Martin Brink vom „Unterbräu“ klagt vor dem Verwaltungsgericht gegen die Marktgemeinde Dießen. Zum einen gegen die Weiterführung der testweise temporären Wochenend-Fußgängerzone, aber vor allem für Parkplätze für ihre Übernachtungsgäste während der Dauer ihres Aufenthalts.

Am Donnerstag, 8. November, um 10.30 Uhr kommen die Verwaltungsrichter für eine sogenannte „Inaugenscheinnahme“ zum Untermüllerplatz, um sich vor Ort ein Bild der Situation zu machen. Im Anschluss daran findet im Sitzungssaal des Rathauses die Verhandlung statt. Ob es hier gleich zu einem Urteil kommt, bleibt abzuwarten. Bürgermeister Herbert Kirsch und die Marktgemeinde werden dabei von der Münchner Kanzlei Döring-Spiess vertreten, Fachanwälte für Verwaltungsrecht.

Dem Ehepaar Brink geht es darum, die vor dem Umbau des Untermüllerplatzes stets genehmigten Stellplätze mit Sonderparkausweis für ihre Übernachtungsgäste wieder zu bekommen. Diese seit über 20 Jahren gültige Praxis hat der Marktgemeinderat mehrheitlich im Rahmen der Neuplanungen von Mühlstraße und Untermüllerplatz aufgehoben. Martin Brink, damals selbst noch Gemeinderat (Freie Wähler), trat daraufhin aus diesem und anderen Gründen von seinem Amt zurück und sprach in seiner Erklärung „von zielgerichtetem Übelwollen und Willkür“ (der KREISBOTE berichtete).

Mit der aktuellen Regelung dürfen die Unterbräu-Gäste wie alle anderen Autofahrer nur noch maximal zwei Stunden stehen bleiben und müssen sich dann eine andere Parkmöglichkeit suchen. Bei der in den Sommermonaten erstmals testweise durchgeführten Wochenend-Fußgängerzone konnten die Gäste nur noch vom Bahnhof her den Unterbräu anfahren und ihr Gepäck aus- beziehungsweise einladen, aber nicht parken. Anna und Martin Brink wollen mit Hilfe des Verwaltungsgerichts erreichen, dass ihre Übernachtungsgäste wieder gegenüber dem Gasthof für die Dauer ihres Aufenthaltes parken dürfen.

Ob es im kommenden Sommer zu einer zweiten Testrunde der Wochenendfußgängerzone kommt, wird der Marktgemeinderat nach den Fragebogen-Auswertungen der betroffenen Anlieger sowie der Dießener Bürger von Verkehrsplaner Robert Ulzhöfer entscheiden. Diskutiert wird auch eine mögliche Einbahnregelung für die Mühlstraße. Wieweit man dann die vom Gewerbeverband geforderten mehr Parkplätze realisieren kann, müssen Verkehrsplaner prüfen.

Dieter Roettig

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

3C-Carbon fühlt sich von der Stadt Landsberg ins Abseits gestellt
Landsberg
3C-Carbon fühlt sich von der Stadt Landsberg ins Abseits gestellt
3C-Carbon fühlt sich von der Stadt Landsberg ins Abseits gestellt
Inzidenz über 165, zwei weitere Todesfälle
Landsberg
Inzidenz über 165, zwei weitere Todesfälle
Inzidenz über 165, zwei weitere Todesfälle
Lieber Styropor als Carbon
Landsberg
Lieber Styropor als Carbon
Lieber Styropor als Carbon
Analyse und Befragung der Geschäfte in der Landsberger Innenstadt
Landsberg
Analyse und Befragung der Geschäfte in der Landsberger Innenstadt
Analyse und Befragung der Geschäfte in der Landsberger Innenstadt

Kommentare