"Unglücklich formuliert"

Geschäftsmann kündigt Stromverträge  – und bekommt dafür die Quittung

+
Die Schließung der Schlossberggarage sorgt weiterhin für Unmut. Ein Geschäftsmann kündigte jetzt sogar wegen dem Verhalten von Stadt und Stadtwerken in Bezug zu den Parkplätzen seine Stromverträge.

Die Schlossberggarage ist zu, die Parksituation angespannt. Vonseiten der Stadtwerke gibt es kaum Entgegenkommen. Wann dieser Engpass zu Ende sein soll, kann niemand so genau sagen. „Diese Machenschaften kann ich nicht unterstützen“, sagte sich ein Landsberger Ladeninhaber. Er schrieb den Stadtwerken einen nicht gerade höflichen Brief und kündigte seine Stromverträge. „Jetzt bekomm‘ ich halt die Quittung“, meint er. Denn nun hat er plötzlich auch keine Parkplätze mehr für seine Angestellten.

Aufgeregt habe er sich über die „Tatenlosigkeit der Verantwortlichen“, insbesondere über das fehlende Krisenkonzeptmanagement. Und auch über „das ruinierende Verhalten“ seitens Stadt und Stadtwerke, das vorsätzlich den Einzelhandel und das Image der Stadt zerstöre. Auf den Flyern und Plakaten zur Schlossberggaragen-Sperrung fehle es an wichtigen Informationen. So zum Beispiel über die Bauzeit. Mit solchen „Lügnern und Betrügern“ könne er nicht länger zusammenarbeiten, somit auch nicht die vier Stromverträge halten, die er habe. Weshalb der Ladeninhaber seitens der Stadtwerke die Ausnahmemöglichkeit einer fristlosen Kündigung forderte. 

„Normalerweise laufen die Verträge bis zum Jahresende“, räumt der technische Leiter der Stadtwerke Norbert Köhler ein. Dennoch akzeptiere er die Kündigung: „Wir lassen ihn raus.“ Mit einem kleinen Zusatz: Im selben Schreiben und Absatz der Kündigungsbestätigung wird dem Geschäftsmann auch die fristgerechte Kündigung seiner zwei Parkplätze, an der Waitzinger Wiese und in der Tiefgarage Lechstraße, mitgeteilt. 

Die laut Vertrag erforderliche Kündigungsfrist von einem Monat hält Köhler dabei ein: „fristgerecht“. Passt soweit. Aber zusammen mit der Stromvertrags-Sache in einem Schreiben? Das riecht ein bisschen nach Retourkutsche. 

„Warum in zwei Schreiben antworten?“, fragt Köhler. Da der Mann laut seinem Brief keine Geschäftsbeziehungen mehr mit den Stadtwerken haben wolle, sei das doch nur konsequent: „Aus, basta, Punkt!“ Allerdings räumt der Stadtwerkechef ein, dass die Parkplatzkündigung „unglücklich formuliert“ sei. 

Inzwischen haben die Stadtwerke Strafanzeige gegen den Geschäftsmann erstattet und dessen erstes Anschreiben eingereicht. Ob der so Beklagte ebenfalls einen Anwalt einschalten wird, ist noch nicht klar. Gegen die Kündigung der Parkplätze hat er indessen per Einschreiben Widerspruch eingelegt. „Die rechtliche Seite Ihrer Kündigung kann ich nicht erkennen und Parkplätze an Stromverträge zu knüpfen, dürfte auch Ihre Kompetenz übersteigen“, heißt es darin. Er räumt den Stadtwerken auch die Möglichkeit ein, die Parkverträge in Zukunft auf die Namen der Nutzer, also seine Angestellten, laufen zu lassen. „Mein Name wäre dann aus Ihren Büchern.“ Im Nachhinein finde er sein erstes Anschreiben „heftig“. Aber es entspreche in seinen Augen den Tatsachen. Und sei auch belegbar.

Susanne Greiner

Auch interessant

Meistgelesen

Landwirtschaft im Fokus der Landsberger Fotogruppe
Landwirtschaft im Fokus der Landsberger Fotogruppe
Erdrosselt, zerstückelt, vergraben
Erdrosselt, zerstückelt, vergraben
Urbanes Leben am Papierbach: ein Gewinn für Landsberg
Urbanes Leben am Papierbach: ein Gewinn für Landsberg
Seit einem Jahr in Berlin: der Denklinger CSU-Abgeordnete Michael Kießling
Seit einem Jahr in Berlin: der Denklinger CSU-Abgeordnete Michael Kießling

Kommentare