PARTEI-Beben im Landkreis

Satire-Partei "Die PARTEI" stellt sich im Landkreis auf

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Politprominenz am Ammersee (von links: Moritz Wexler (OB-Kandidat München), Michael Lutzeier (1. Vorsitzender Kreisverband LL), Markus Wieland (2. Vorsitzender Kreisverband München), Jerome Sturmes (1. Vorsitzender Bezirk Oberbayern), Christoph Raab (2. Vorsitzender Kreisverband LL) und kniend Oliver Böhm (Schatzmeister Kreisverband LL).

Dießen – Hochrangige Mitglieder von Deutschlands Satire-Partei „Die PARTEI“ trafen sich vergangene Woche Donnerstag im beschaulichen Städtchen am Ammersee, um die Weichen für den Landkreis Landsberg neu zu stellen. Die Veranstaltung war mit über 20 Anwesenden gut besucht.

Im feinen grauen Zwirn mit roter Krawatte liefen ein: Moritz Wexler, OB Kandidat für München, Markus Wieland, 2. Vorsitzender des Kreisverbands München und Jerome Sturmes, 1. Vorsitzender des Bezirks Oberbayern. Es ging darum, den Landkreis personell neu aufzustellen. Warum das nun genau nötig ist, konnte der anwesenden Presse nur halbwegs plausibel erklärt werden, anscheinend glänzten aber die Vorgänger durch pausenlose Inaktivität.

Gegründet wurde die PARTEI 2004 durch Satiriker und Titanic-Schreiber rund um Martin Sonneborn. Dieser ist seitdem nicht nur Vorsitzender der „Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative“, sondern hat seit 2014 auch seinen festen Platz als fraktionsloser Abgeordneter im Europaparlament. Seit 2019 leistet ihm dort der Kabarettist Nico Semsrott Gesellschaft – die PARTEI darf zwei Mitglieder nach Brüssel entsenden.

Das Erfolgsrezept

Stolz verweist Markus Wieland auf die Tatsache, dass man immerhin 40.000 Mitglieder habe und damit fünftausend mehr als die AfD. „Konstanz und feste Hierarchien sind unser Erfolgsrezept und dadurch unterscheiden wir uns auch von Eintagsfliegen wie den Piraten“, erklärt Wieland. „Wir sind an einem kontinuierlichen Wachstum und der schleichenden Machtübernahme interessiert.“

Im Landkreis gehe man von weniger als 100 Mitgliedern aus, aber die Tendenz sei steigend. In Kinsau wurden bei der letzten Europawahl immerhin 3,6 Prozent erreicht und Christoph Raab hat es in den Gemeinderat geschafft. In Dießen kandidierte er nun neben Michael Lutzeier und Oliver Böhm für die neue Führung der PARTEI. Alle drei konnten unter Ausschluss der Öffentlichkeit ihre angestrebten Ziele erreichen. Lutzeier, Dießener Vollblutmusiker, ist der erste Vorsitzende, Raab der zweite und als Schatzmeister fungiert Oliver Böhm. Damit waren die Formalitäten abgehandelt und wichtige Forderungen konnten kommuniziert werden:

1. Abschaffung von Realsatire in den Stadt- und Gemeinderäten im Landkreis.

2. Eine 24-Stunden-Bademützenpflicht für die Befürworter des Polizeistegs in Holzhausen.

3. Ein Casting für die Bürgermeisterwahl in Dießen soll durchgeführt werden. Bevorzugt wird ein Transgender-Kandidat mit Migrationshintergrund.

Die Parteiführung ist einhellig der Meinung, dass man diese politischen Forderungen von gewaltiger Tragweite gemeinsam erreichen könne. Bundesweit tritt die PARTEI unter anderem für die „Bierpreisbremse“ ein, möchte die Gehälter an die BH-Größe anpassen und will „so viele Flüchtlinge aufnehmen, wie das Mittelmeer“.

Landsberg selbst wurde von den Anwesenden als „tot“ bezeichnet, jedenfalls was die Aktivitäten der Satire-Partei betrifft. „Wiederbelebungsmaßnahmen sind nötig und werden stattfinden“, versicherte die Parteiführung und verteilte fleißig Mitgliedsanträge an die anwesenden Unentschlossenen. „Eine Mitgliedschaft lohnt sich. Sie kostet zehn Euro im Jahr und die PARTEI ist einfach sehr gut“, argumentierte Jerome Sturmes eloquent und erntete dafür viel Zustimmung.

Ob sich die politische Landschaft durch dieses kleine Beben in Dießen nachhaltig verändern wird, werden die nächsten Monate zeigen. Michael Lutzeier hat jedenfalls große Pläne und ein Nahziel: „Wir möchten aktiv weiter träumen und irgendwann die Macht ergreifen.“ Daran wird er sich messen lassen müssen.

Dietrich Limper

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