Was kommt nach der Schließung?

Sammelunterkunft Kaufering: Kreistagsfraktion der Grünen möchte Antworten vom Sozialausschuss

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Mitglieder der Grünen-Kreisfraktion, des Kauferinger Marktgemeinderates und des Kreisvorstandes der Grünen statteten der Sammelunterkunft in der Tennishalle Kaufering am 23. März einen Besuch ab, um sich von den Begebenheiten vor Ort ein Bild machen zu können.

Kaufering – Ein Schwerpunkt der jüngsten Kreisversammlung der Grünen im Landkreis Landsberg widmete sich der aktuellen Situation in der Flüchtlingssammelunterkunft Kaufering. 95 Männer leben derzeit in der Soccerhalle. Ein daraus resultierendes Papier haben nun die Kreissprecher Marie Freitag und Martin Erdmann an Landrat Thomas Eichinger gesendet; mit der Bitte, diese Anfrage in der kommenden Sitzung des Senioren- und sozialpolitischen Ausschusses am 23. April auf die Tagesordnung zu setzen und Fragen dazu zu beantworten.

Am gestrigen Dienstag, 16. April, fand in Riederau eine Kreisversammlung der Grünen zum Thema Geflüchtete im Landkreis Landsberg statt. Es ging vor allem um die Situation in der Tennishalle Kaufering. Derzeit leben dort 95 männliche Geflüchtete aus Syrien, Afghanistan, Kongo und weiteren Ländern.

Zwischenzeitlich sind dort keine Frauen und Familien mehr untergebracht, was die Kreistagsfraktion als positiv bezeichnet. Für die jetzt noch dort lebenden männlichen Bewohner ergäben sich vor Ort jedoch keine zufriedenstellenden Begebenheiten, heißt es in dem Papier der Kreistagsfraktion. So stünden für die 95 Männer lediglich drei funktionierende Duschen zur Verfügung, der Duschbereich der Frauen sei ihnen nicht zugänglich. Daneben sorge eine „miserable“ Stromversorgung für Einschränkungen im Alltag der Flüchtlinge. „Kochen und Waschen ist gleichzeitig nicht möglich“, heißt es weiter.

Besonderen Handlungsbedarf sehen die Kreistagsfraktion-Grünen für die Bewohner der Sammelunterkunft, die bereits einer Arbeit oder Ausbildung nachgehen. Durch die räumliche Situation vor Ort – leben doch je vier Personen in nach oben hin offenen, rund 4 x 4 Meter großen Kabinen – kämen gerade diese Flüchtlinge nicht zu der Nachtruhe, die sie für ihren Arbeitsalltag bräuchten. Die Anfrage der Grünen-Kreistagsfraktion an den Ausschuss richtet sich deshalb gezielt auf eine mögliche Verbesserung der Wohnsituation – im Idealfall eine anderweitige Unterbringung der betroffenen Flüchtlinge.

Daneben könne für die jetzige Lebenssituation Abhilfe geschaffen werden, wenn ein aktuell geschlossener Anbau an der Tennishalle geöffnet werde, um den Bewohnern dadurch mehr individuelle Räume sowie Rückzugsmöglichkeiten zu verschaffen, heißt es in dem Grünen-Papier weiter.

Sorgen bereiten der Kreistagsfraktion die Anweisungen der Staatsregierung an den Landkreis Landsberg, dezentrale Unterkünfte abzubauen. Etliche Schließungen im Jahre 2017 hätten eine Unterbrechung der erfolgreichen Integrationsarbeit zur Folge gehabt, nun könnte sich dieser Trend nach weiteren Schließungen fortführen, befürchtet man innerhalb der Kreistagsfraktion.

Wenn Ende 2019 nun auch die Soccerhalle zurück an den Markt Kaufering geht, könne nicht abgesehen werden, was danach komme, so Helga Gall, Mitglied des Kreistags. Gemeinsam mit den ehrenamtlichen Helfern und den dortigen Fachpersonal sei man sich einig, dass eine Unterbringung in kleineren Gruppen und eine weitere soziale Betreuung der dort lebenden Migranten absolut wichtig sei, sagt Gall.

Klar sei man sich darüber, dass Vorgaben der Regierung von Oberbayern eingehalten werden müssen, jedoch bitte man Landrat Thomas Eichinger darum, mögliche Spielräume seitens des Landratsamtes auszunutzen.

Auf Nachfrage des KREISBOTEN bestätigte Wolfgang Müller, Pressesprecher des Landratsamtes, dass die Soccerhalle Kaufering als Sammelunterkunft definitiv wegfallen wird. Weiter erklärte er, dass die Schließung dezentraler Unterkünfte in der Verantwortung der Staatsregierung läge. Für die kommende Ausschusssitzung am Montag, 23. April, wird der Anfrage aber Rechnung getragen werden. „Die Anfrage wird nicht auf der Tagesordnung stehen“, sagt Wolfgang Müller. Dennoch werde das Landratsamt im Rahmen dieser Sitzung Auskunft geben. Das habe eine kurze Rücksprache im Hause ergeben, das könne Pressesprecher Wolfgang Müller bestätigen.

Regine Pätz

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