Pauschale Bestrafung? – Hundebesitzer im Fuchstal protestieren gegen Verdoppelung der Steuer

Seit jeher scheiden sich beim Thema Hundesteuer die Geister. „Wir Hundebesitzer sind doch nicht endlos zu melken“, ärgert sich Sylvia Bressel aus Fuchstal. Denn als die Besitzerin eines Bordercollies kürzlich den Steuerbescheid der Gemeinde erhielt, musste sie feststellen, dass sie für ihren Vierbeiner jetzt doppelt so viel bezahlen muss.

Der Gemeinderat hatte nämlich im Frühjahr vergangenen Jahres mit 12:4 Stimmen festgelegt, die Hundesteuer von 30 auf 60 Euro anzuheben. Aus Protest hat Sylvia Bressel jetzt eine Unterschriftenaktion gestartet – mit dem Ziel, dass die Gemeinde die Steuer auf 40 Euro herabsetze. Gut 50 Unterschriften hat die Initiatorin der Aktion bereits zusammen. Dass es nicht mehr sind, führt sie darauf zurück, dass die Gemeinde ihre Aushänge an den Anschlagtafeln wieder abnehmen lassen habe. „Ich werde jetzt eben von Haus zu Haus gehen und die Hundesbesitzer ansprechen“, hat sie sich vorgenommen. Gegen ihren Steuerbescheid hat Bressel bei der Gemeinde schriftlichen Widerspruch eingelegt. Die Hundesbesitzerin sagt, sie habe, wie auch die meisten anderen Hundebesitzer, mit denen sie gesprochen habe, nichts gegen eine Erhöhung einzuwenden – „aber eine Verdoppelung finde ich einfach nur geldgierig!“ Auf ihren Protestbrief hin gab’s Post von der Gemeinde: Darin heißt es unter anderem, dass die Kommune insgesamt elf Hundeklos in den Ortsteilen Leeder, Asch, Seestall und Welden aufrecht erhalte. Diese würden alle zwei Wochen von Mitarbeitern des Bauhofs geleert. Zudem erhalte die Gemeinde in der Woche fünf bis zehn Anrufe, in denen über Hundehinterlassenschaften geklagt werde, so Bürgermeister Erwin Karg. Da sie bereits zu einem frühren Zeitpunkt von der Gemeindekanzlei die Auskunft bekommen habe, dass die Leerung der Hundekottonnen einen halben Tag in Anspruch nehme, hat die Hundesbesitzerin die elf Stationen persönlich angefahren. Ergebnis: „Weniger als zwei Stunden habe ich gebraucht“, wundert sich Sylvia Bessel über die Zeitangabe der Verwaltung. Bürgermeister Karg glaube nicht, dass der Gemeinderat die Hundesteuer wieder ändern wird. Im Vergleich zu anderen Gemeinden im Landkreis sei Fuchstal bei dieser Steuer „bisher am unteren Ende der Fahnenstange gewesen“. Jetzt sei man eben beim ersten Hund (Landkreisdurchschnitt: rund 36 Euro) „am oberen Ende“ angekommen. Dafür liege Fuchstal beim zweiten und dritten Hund wiederum unter dem Landkreisdurchschnitt. Für Sylvia Bressel ist das kein Trost und klagt: „Selbst München liegt pro Hund mit 72,50 Euro nur 12,50 über Fuchstal – das kann doch nicht sein!“ Sie sieht in der Steuererhöhung eine „pauschale Bestrafung aller Hundesbesitzer, auch der Verantwortungsbewussten“ – jener also, die die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner wegräumen.

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