Pendler nehmen Ortsbus nicht an

Wird vor allem von Pendlern nicht angenommen wie gewünscht: Dießens Ortsbus. Foto: Nagl

Obwohl die Pendler aus den teilweise entlegenen Ortsteilen dem Ortsbus die kalte Schulter zeigen, soll das Angebot weiterhin bestehen bleiben. Darin herrschte im Gemeinderat Einigkeit. Allerdings wird es zu Fahrplankürzungen kommen. ÖPNV-Experte Dietmar Winkler vom Landratsamt soll diese zum Fahrplanwechsel im Dezember ausarbeiten.

Insbesondere die Fahrten am f frühen Morgen und am Abend sollen eingespart oder in Richtung Wengen und Obermühlhausen zu einer Linie zusam­men­gefasst werden. Winkler erinnerte daran, dass die Bahnverbindungen Richtung München von 2002 bis 2008 eher unbefriedigend waren. In diesem Zeitraum seien viele Pendler der Bahn und somit auch dem Ortsbus untreu geworden. Leider sei es trotz des guten Angebots der Bayrischen Regiobahn, die die Ammersee-Strecke seit Herbst 2008 befährt, und dem darauf abgestimmten Ortsbusfahrplan nicht gelungen, die Pendler erneut für den Bus zu gewinnen. Laut Winkler hat sich die Zahl der jährlichen Beförderungen im Bus von 2005 (137000 Personen) bis 2010 (142000) zwar etwas gesteigert. Dominant sei dabei aber nach wie vor der Schülerverkehr (74%), durch den eine Kostendeckung von 37 Prozent erreicht werde. Der Pendleranteil liege mit nur vier Prozent „erschreckend niedrig“. Wie umfangreiche Zählungen während der Ferien und während der Schultage ergaben, wird der Ortsbus pro Tag lediglich von durchschnittlich zehn Pendlern genutzt. Insbesondere die sehr frühen und späten Fahrten seien häufig mit nur ein bis zwei Personen besetzt. Aufgrund der schwachen Nutzerzahlen müsse dieses Angebot, das seit Dezember 2008 eigens für Pendler besteht, als gescheitert erklärt werden. Deshalb empfahl Winkler, die Ortsbus-Fahrten in etwa wieder auf den Stand von vor 2008 und auf das Maß der Nachfrage in den Ortsteilen zu reduzieren. Dadurch könne das Betriebskostendefizit, das Landkreis und Ge­meinde tragen, um rund 100000 Euro reduziert werden. Ein frühzeitiger Konsens hinsichtlich der Eckdaten des neuen Fahrplans ist nach Ansicht des Verkehrsexperten wichtig, da alle Verkehrsmittel, die von der öffentlichen Hand gefördert werden, europaweit ausgeschrieben werden müssen. Für den Dießener Ortsbus bedeute dies, dass rechtzeitig vor Ablauf der bestehenden Konzession am 31. Mai 2014 ausgeschrieben werden muss, um den weiteren Verkehr bis 2022 sicher zu stellen. Petra Sander (Grüne) fragte nach, ob man an schulfreien Tagen kleinere Busse einsetzten könnte. „Optisch wirkt das zwar besser“, antwortete Winkler. Die Kosten würden aber steigen, da der Unternehmer zwei verschiedene Bustypen bereitstellen müsste.

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