Jede Woche eine Etappe

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Franz Schneider gründete das Projekt „Penzing wandert“.

Penzing – Franz Schneider aus Penzing, der Leiter des Projekts „Penzing wandert“, gesteht es unumwunden zu, dass es keine neue Idee war. Neu allerdings war seine Idee, für seinen Wohnort und dessen Bürger ein Projekt zu gründen, das keinen Vereinscharakter hatte.

Jeder, der spontan am Wanderprogramm teilnehmen will, sollte dies für jeden einzelnen Wandertag entscheiden können. Um sein ehrenamtliches Engagement noch sinnvoller gestalten zu können, lässt sich Schneider derzeit zum Seniortrainer bei der AWO ausbilden. „Wenn man das Gefühl hat, etwas tun zu können und macht es nicht, dann ist man einfach ein fauler Mensch“, sagt Franz Schneider, denn: „Im Ruhestand hab’ ich immer Zeit“.

Nach seiner beruflichen Tätigkeit entschloss er sich deshalb letztes Jahr im Februar das Projekt zu gründen. Mit einem Logo, das sich mit dem Projekt identifiziert und einer Einführungsveranstaltung in einer örtlichen Gaststätte gewann er bereits zu Projektbeginn gut 50 Wanderfreunde. Gleich zu Beginn des Projekts hat Franz Schneider mit seiner Frau Karina, Sigi Löffler, Herta und Rüdiger Weinert, ein Team gebildet, das ihn bei seiner Arbeit unterstützte, denn allein – das war ihm klar – konnte er die An- und Abmeldungen, die Kasse und die Aufgaben der Etappenplanung und -durchführung nicht schaffen.

Bereits etwas über 100 Interessierte haben seit dem an den ab Frühjahr wöchentlich am Dienstag stattfindenden Wanderungen teilgenommen. 2012 wanderten sie von der Lechmündung bis zur Lechquelle. Die einzelnen Etappen von zwölf bis 19 Kilometer werden vorher von Franz Schneider mit ein paar anderen erkundet und dann in den Mitteilungen genau beschrieben.

Besonders legt er Wert darauf, dass neben den Naturschönheiten auch kulturelle Werte vermittelt werden. So geht es dieses Jahr ab 9. April in 14 Etappen auf dem Jakobsweg von Haunswies über Augsburg ins Allgäu bis nach Bregenz. Der Bus startet jeweils in Penzing und bringt die Wanderer zu Ausgangspunkt, holt sie am Etappenziel ab und bringt sie wieder nach Penzing zurück. Die Kosten liegen bei etwa zehn Euro. Da es sich bei der Wandergruppe vorwiegend um Senioren handelt, ist auch Busbegleitung gewährleistet, um ermüdete Wanderer gegebenenfalls schon vor dem gesteckten Ziel aufnehmen zu können.

Positiv und gelassen

„Ich bekomme von den Teilnehmern eine gute Resonanz, spüre ihre Begeisterung für die Natur und die kulturellen Schönheiten unserer Heimat“, beschreibt Schneider seine Motivation, sich zu engagieren. Schneider sehe eine persönliche Bereicherung durch den guten Zusammenhalt in der Gemeinschaft der Wanderer. „Bemerkenswert ist die positive Stimmung und die Gelassenheit der Wandergruppe.“ 

Mittlerweile hat das Projekt auch Eigendynamik entwickelt und es haben sich kleinere Gruppen gebildet, die sich untereinander auch im Alltag helfen. Franz Schneider ist davon überzeugt, dass das Penzinger Wanderprojekt auch andernorts Anklang finden kann. „Durch besseres Kennenlernen untereinander, gute Gespräche und interessante Begegnungen erleben die Teilnehmer eine Steigerung ihrer Lebensqualität“, sagt er dazu. „Mein Lohn ist, wenn Mitwandernde nach Erreichen des Ziels sagen: Es war ein schöner Tag.“

Auf der eigenen Website www.penzingwandert.de gibt es ausführliche Informationen über erfolgte und künftige Wanderungen und wie man sich anmelden kann.

Träger des Projekts ist die AWO in Landsberg. Franz Schneider lässt sich dort derzeit in einem sechstägigen Kurs zum EFI-Seniortrainer ausbilden. EFI heißt Erfahrungswissen für Initiativen und Franz Schneider betont, dass er sich darauf freut, die dort neu gewonnenen Erfahrungen auch für sein Projekt nützen zu können. Infos zu weiteren Projekten unter www.efi-landsberg.de.

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