Die Perchten in Dießen

Dunkle Gestalten zu Besuch am Ammersee

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Die Perchten haben ihr Unwesen am Ammersee getrieben....
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Die Perchten haben ihr Unwesen am Ammersee getrieben....

Dießen – Sie kommen in der Dunkelheit. Begleitet vom Höllenlärm und mit blutverschmierten Fratzen. Sie tanzen ums Feuer, bei dem die Hex‘ – manche nennen sie auch Frau Percht – um Gnade fleht. Aber umsonst. Die furchteinflößenden Fellteifi, Tamperer und Glockinger tanzen sich in Ekstase. Dann sacken die Flammen zusammen und die Nacht verschluckt die Perchten.

Seit einigen Jahren kommen die Perchten vom Bleiboch Pass über den Zirler Berg und toben auf dem Weg Richtung München auch durch Dießen. Wenn die Perchten aus dem Tiroler Dorf Langkampfen zwischen Kufstein und Wörgl im Anmarsch sind, spricht sich das rum. Heuer besuchten mehr denn je Frauen, Männer und Kinder das höllische Treiben. Worauf die Perchten gleich mal ihre Show verlängerten. Immer wieder wird die Frage laut, warum die verwegene Horde durch Dießen kommt. Das ist ganz einfach: Mathi Perthaler, Chef der Truppe, hat ein Mädel aus Dießen geheiratet und lebt jetzt mit seiner Familie in Rott, wo er auch vergangene Woche in einer Ausstellung die Herkunft der Perchten zeigte.

Es gibt viele Hintergründe zum Perchtenlaufen. Einer ist das Geisteraustreiben, je nach Region mit Geschichten, Magie und Mystik vermischt. Perchten-Hochburgen sind Tirol und das Salzburger Land. Für Perthaler ist das „Peaschtln laffa“ seit Generationen Tradition. Die Familien, erzählt er, gestalten ihre Gewänder selbst und schnitzen ihre Grusel-Masken in den langen Winterabenden. Die Gruppen heißen „Pass“ und treten ab Nikolaus bis über die Rauhnächte auf. Manchmal haben sie auch den Nikolaus und den Krampus dabei.

Die vom Bleibochpass haben ihr überliefertes Programm, das schon beim Gewand beginnt: Die Tamperer tragen ein ausladendes Maisblätter-Outfit, das bis 100 Kilogramm wiegt. Kippt einer um oder fällt beim wilden Trommelschlagen auf die Nase, kommt er ohne fremde Hilfe nicht mehr auf die Füße. Auch die Pelze und wilden Felle der Hölldeifi sind reine Handarbeit. Außerdem gibt es in Tirol noch spezielle Gerbereien, Maskenschnitzer und Hersteller von feuerfesten Textilien, die die große Nachfrage all jener bedienen, die sich nicht selber ausstatten können.

Mathi Perthaler, der in den vergangenen Jahren die akrobatischen Hexentänze selbst übernommen hat, war heuer nur in zivil dabei. Er begleitet die Truppe vom Bleibochpass, trainiert sie und „zieht sie auf“, wie er es nennt.

Es müssten in jedem Falle junge Kerle sein, die fit und kraftvoll sind, damit sie bei den Auftritten mithalten können. In Dießen hatte er in diesem Jahr einige Neue dabei, „die aber alle scho recht guat sein“, lacht er, klettert in den Traktor-Lkw und sagt: „Servus vielleicht im nächsten Jahr“.

Beate Bentele

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