2018 ist Schluss:

Püttner tritt nicht mehr an

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Im März nächsten Jahres wird Kauferings Bürgermeister Erich Püttner seinen Schreibtisch räumen und nicht mehr für das Amt des Bürgermeisters kandidieren.

Kaufering – Bürgermeister ­Erich Püttner wird sich im kommenden Jahr nicht mehr zur Wahl als Bürgermeister stellen. Das gab der Rathauschef am gestrigen Freitagabend vor der Mitgliederversammlung der UBV Kaufering bekannt. Püttner war 2012 als UBV-Kandidat in das Amt gewählt worden, nachdem Dr. Klaus Bühler damals aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten war.

Am 31. Mai 2018 ist sein letzter Arbeitstag. Der Wahltermin für die Bürgermeisterwahl ist der 8. März 2018. „Alles hat seine Zeit“, so hatte Erich Püttner seine Entscheidung in einer Pressemitteilung überschrieben. In einem persönlichen Gespräch mit dem KREISBOTEN legte er seine Beweggründe offen.

„Ich habe meine Planung geändert“, sagte Erich Püttner. „Ursprünglich wollte ich 2018 für weitere sechs Jahre kandidieren. Im Falle der Wiederwahl wäre ich dann nach zwei Jahren zurückgetreten“. Das hätte nach Püttners Aussage den Vorteil gehabt, dass die Legislaturperioden von Marktgemeinderat und Bürgermeister wieder zusammen am Kommunalwahltag beginnen. Es hätte aber auch den Nachteil gehabt, dass ein Wechsel mitten in die laufenden Projekte falle.

Er sei aber nach langer Überlegung und Abwägung zu dem Schluss gekommen, nicht noch einmal anzutreten. Seine Entscheidung sieht Erich Püttner aus verschiedenen Perspektiven. In den nächsten Jahren stünden einige große Projekte, die er anschieben und begleiten wolle. Dazu gehöre die Standortwahl für das zukünftige neue Feuerwehrgebäude. Der grundsätzliche Beschluss, neu zu bauen, war letzte Woche im Marktgemeinderat gefallen (siehe unten stehenden Bericht). Im Raum steht auch die Sanierung oder der Neubau des Kindergartens Don Bosco. Ähnlich wie beim Feuerwehrgebäude könnte es auf einen Neubau hinauslaufen, da es für Sanierungen kaum Zuschüsse gibt.

Einen ganz dicken Brocken, der auf die Marktgemeinde zukommt und der voraussichtlich noch viel Ärger bringen wird, ist die Einführung der Straßenausbaubeitragssatzung. Püttner stellt gegenüber dem KREISBOTEN klar, dass es nicht die Idee der Verwaltung oder des Bürgermeisters gewesen sei, die Bürger bei Straßensanierungen an den Kosten zu beteiligen. Vielmehr bestehe die Rechtsaufsicht des Landratsamtes darauf. Püttner kennt den „Sprengstoff“, der in diesem Thema liegt. „Wir werden mit viel Sensibilität an die Satzungsgestaltung gehen, um eine möglichst große Gerechtigkeit gegenüber den Bürgern zu erreichen“.

Ärger ist auch bei der Einführung der letzten Tempo-30-Zone vorprogrammiert. Mehr als 2.000 Unterschriften gegen die Rechts-vor-Links-Regelung wurden ihm übergeben. Püttner ist überzeugter Anhänger der Entschleunigung und somit auch Befürworter der Tempo-30-Zonen. Diese Woche wird sich der Marktgemeinderat damit beschäftigen.

Kanalsanierung und Wasserleitungsneubau sind weitere Themen, die den Geldbeutel der Bürger berühren. Der soziale Wohnungsbau ist für Püttner ein weiteres Thema, wo er die Weichen stellen möchte. Es gibt noch viel zu tun und Erich Püttner will die Projekte bis zum Ende seiner Amtszeit mit der gewohnten Energie angehen.

Neben den Sachthemen gibt es für den Bürgermeister, der in einigen Tagen seinen 60. Geburtstag feiert, einen weiteren wichtigen Grund. Man merkt das Alter, sagte er. In der Pressemitteilung drückt er es so aus: „Die kognitiven Kräfte sind in meinem Lebensalter nicht mehr so wie die mit 40. Man soll auf seinen Körper hören, zumal ich noch ein paar gute Jahre vor mir haben will“.

Es fällt Erich Püttner nicht schwer, seinen Schreibtisch im Rathaus aufzugeben. Er sieht die neue Lebensdekade eher philosophisch. Es sei nicht mehr wichtig nach Wohlstand, Macht und Ansehen zu streben, dieses sei vergänglich und zerstört die Seele, schreibt er. Für ihn ginge es zukünftig um die Besinnung auf das Wesentliche im Leben, die Frage nach dem Sinn, nach Entschleunigung und Verzicht. Zukünftig will Püttner im Leben mit leichtem Gepäck und als Pilger unterwegs sein. „Für mich eine sinnvolle Lebensform“, sagt er. Das schließt ein, anderen Menschen zu helfen, beispielsweise will er stundenweise als Sozialpädagoge im Seniorenstift, seinem früheren Arbeitsbereich oder auch im Hospizdienst helfen.

Siegfried Spörer

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