Der Kommunikator

Persönlicher Referent des Landrats: Philippe-M. Optenhövel

Neuer Landrats-Referent Phi­lippe-M. Optenhövel.
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Neuer Landrats-Referent Phi­lippe-M. Optenhövel.

Landkreis – Wer eine Beschwerde an Landrat Thomas Eichinger schicken sollte, könnte es mit ihm zu tun bekommen: Philippe-M. Optenhövel, seit dem 1. Dezember der persönliche Referent des Landrats. Der 25-Jährige ist damit Ansprechpartner für Bürger, die sich mit Fragen, Anregungen oder eben auch Sorgen und Beschwerden an den Landrat wenden wollen. 

Nötig sei dieser Posten tatsächlich aufgrund der zahlreichen Aufgaben geworden, die die Corona-Pandemie forciere – oder erst zum Vorschein gebracht habe, sagt Eichinger. Der persönliche Referent fungiert als Vermittler zwischen Bürger und Verwaltung.

Dass eine Verwaltung bürgernah sein muss, ist für Optenhövel selbstverständlich. In seiner Funktion als persönlicher Referent übernimmt er aber auch den ein oder anderen Termin, wenn Eichinger selbst verhindert ist. Er macht dies als Angestellter des Landratsamtes – im Gegensatz zu den vier Stellvertretern, die Eichinger seit der Kommunalwahl hat und die ehrenamtlich arbeiten.

Das ‚persönlich‘ seines Postens sei ihm besonders wichtig, sagt Optenhövel. Er freue sich über „die Wertschätzung und den offenen Austausch“ seitens des Landrats, ein Vertrauensvorschuss. Momentan habe er einiges zu tun. Weil viel los ist, aber auch, weil er sich noch einarbeiten müsse. Er sei durch seine Aufgabe auch im Austausch mit allen Abteilungen – und deshalb kein Fachexperte, sondern in möglichst vielen Bereichen möglichst breit aufgestellt. Absolvierte der 25-Jährige sein Abitur 2013 auf einem altsprachlich-humanistischen Gymnasium in München, zog es ihn danach zum Bachelorstudium der Kommunikationswissenschaft und Wirtschaftswissenschaften an die LMU. Ein Studium, von dem er Ende 2017 ein Semester in China an der Fudan University in Shanghai absolvierte. „Ich hatte bereits ein Praktikum bei BMW gemacht und dort Asien als großen Handelspartner kennengelernt“, erzählt Optenhövel. Eine spannende Kultur – „die Sprache war anfangs natürlich eine Herausforderung.“ Er spreche zwar noch nicht fließend Chinesisch, „aber ich arbeite dran.“

Dafür hat er einen ganz persönlichen Lehrer: seine Frau, die er 2017 in China kennenlernte und letztes Jahr im August heiratete. Am Anfang sei die Entfernung schwierig gewesen. Aber bereits 2018 kam sie nach Heidelberg und studierte dort Musiktherapie – Musik verbindet das Paar: Optenhövel spielt selbst Klavier. Parallel dazu schloss er seinen Master in „Modern East Asian Studies“ im Bereich Wirtschaftswissenschaften in Frankfurt am Main ab. Heidelberg vermisst Optenhövel ein wenig. Denn dort habe es ein perfektes chinesisches Restaurant gegeben, das tatsächlich chinesisch gekocht habe. Und nicht in der eher ‚europäischen‘ Art, wie man sie hierzulande meistens antreffe.

Dennoch ist für den 25-Jährigen, der noch vier kleinere Schwestern hat, Oberbayern die Heimat. Sein Nachname kommt zwar aus dem Niederländischen – „auf dem Hügel“ –, aber geboren ist er in Düsseldorf. Als er ein Jahr alt war, zog es die Familie in den Landkreis Dachau. Deshalb sei er jetzt froh, im ‚Heimatbereich‘ arbeiten zu können – auch wenn es das ‚ländliche Bayern‘ sei. Aber hier sei er seiner Familie wieder näher: „Die letzten Jahre waren sehr aufregend. Jetzt fühle ich mich angekommen.“ Nur das Wohnungsproblem ist noch nicht gelöst. Momentan wohnt das Paar in einer „Art Ferienunterkunft“ in Dießen, erzählt der 25-Jährige. Ideal wäre für die beiden eine Wohnung, die zwischen München und Landsberg liege. Denn seine Frau sei beruflich eher in der Landeshauptstadt verortet.

Dass sein Job vor allem Kommunikation mit anderen bedeute, mache ihm am meisten Freude, sagt Optenhövel. Aber auch, dass es darum gehe, Probleme zu lösen, sich zu einigen. Und schließlich sei die Zusammenarbeit mit den anderen Verwaltungsmitarbeitern hervorragend: „Ein super Team, ich bin absolut zufrieden.“

Und das M.? Steht für Maurice. Aber er verzichte meistens darauf, das auszuschreiben, sagt Optenhövel. „Mein Nachname ist ja bereits lang genug.“
Susanne Greiner

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