Dämpfer für den Klimaschutz

LENA und Landkreis sagen Klimaschutzwoche ab

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Die Klimaschutzwoche 2018 im Landkreis Landsberg ist wegen Personalmangels abgesagt worden.

Landsberg – Der Plan für die Klimaschutzwoche 2018 ist fast fertig: Schulwettbewerb, Aktionen mit dem ADAC, Weiterbildungen und Radl­flohmarkt stehen drauf. Gemeinsam mit dem Landrats­amt will der Verein Landsberger Energieagentur, kurz LENA, wie schon 2016 die Aktionswoche zur Information rund ums Thema Energiesparen gestalten. Zeitpunkt soll die Woche ab dem 20. Juli sein, direkt nach dem Stadtradeln. Aber aus dem schönen Plan wird nichts. Personalmangel. Denn die Kreisbehörde hat bis Juli keine Klimaschutzmanagerin.

„Ich bedaure das sehr, insbesondere für die Schulen“, sagte LENA-Vorsitzender Berthold Lesch, auf der Mitgliederversammlung in der vergangenen Woche. „Für Schülerprojekte hatten wir schon über 3.000 Euro Fördergelder.“ Auch der ADAC habe seine Mitarbeit zugesichert. Aber ohne Personal sei so ein Programm natürlich nicht umzusetzen. Nicht nur, dass die bisherige Klimaschutzmanagerin Jasmin Dameris Mitte Dezember nach München wechselte, auch Lesch selbst ist nach eigener Aussage im Mai nicht vor Ort.

Dameris‘ Nachfolgerin wird die seit 1983 in Landsberg lebende Landschaftsplanerin Andrea Ruprecht. Aber im Landratsamt anfangen kann sie voraussichtlich erst im Juli. Bis dahin arbeitet sie noch in der Unterallgäuer Kreisbehörde. In seinem Grußwort bat Landrat Thomas Eichinger um „Rücksichtnahme, da wir noch nicht in voller Besetzung stehen.“ Sobald dieses Problem gelöst sei, werde die Zusammenarbeit von LENA und Landratsamt noch „größer, weiter und besser“.

Der andere große LENA-Termin in diesem Jahr, die Elektromobil-Rallye eRUDA am 6. Oktober, findet plangemäß statt. Zum Thema E-Mobilität sei aber noch einiges zu tun, um eine flächendeckende Infrastruktur für Elektrofahrzeuge zu erreichen. Auch Carsharing solle ausgebaut werden. So habe eine Mobili­täts­umfrage im Landkreis mit 260 Teilnehmern ergeben, dass über 70 Prozent der Befragten Pendler seien, von denen wiederum gut 80 Prozent mit dem eigenen Auto zur Arbeit fahren. Mehr als die Hälfte der Umfrageteilnehmer sei bereit gewesen, auf die Nutzung des eigenen Autos zu verzichten und mittels Carsharing mobil zu bleiben.

Eine weitere dringende Aufgabe von LENA sieht Lesch im Monitoring. Es gehe darum, zu prüfen, wo genau der Landkreis mit seiner CO2-Bilanz in Hinblick auf das im Klimaschutzkonzept gesteckte Ziel stehe. Ein Beitrag dazu habe bereits die Umstellung eines großen Teils der Straßenbeleuchtung im Landkreis auf LED geleistet, wodurch 680 Megawattstunden (MWh) Strom gespart werden konnten: „Das entspricht einer CO2-Einsparung von 421 Tonnen“.

Um die Möglichkeit der erfolgreichen Durchführung von Energiespar-Projekten vorzuführen, hat die Energieagentur vor zehn Monaten die Tochter LENA Service GmbH gegründet. Insbesondere das Projekt Wärmetransporter steht dort an erster Stelle. Mit ihnen soll im Landkreis Energie aus Biogasanlagen zum jeweiligen Einsatzort, etwa dem Lechtalbad, gebracht werden. Man habe sich bereits auf drei Ausschreibungen beworben, verkündete Geschäftsführer Tobias Schmid. „Durch eigene Weiterentwicklung verfügen wir jetzt wahrscheinlich über den besten Wärmetransporter deutschlandweit.“

Die Bereitschaft einzelner Landsberger Unternehmen für innovative Energiesparideen sei hingegen noch ausbaufähig, berichtet stellvertretender Vorsitzender Wolfgang Buttner. Er sucht ein Unternehmen, das bereit ist, alle verwendeten Leuchtmittel durch LED zu ersetzen: „Wir finanzieren das vor, das Unternehmen zahlt uns den Betrag dann aus der Stromersparnis zurück.“ Dazu bräuchte man die Stromrechnung des Unternehmens und ein bisschen Zeit für die Umsetzung. „Und daran mangelt es“, bedauert Buttner. Aber er hat die Hoffnung auf ein kooperatives Unternehmen noch nicht verloren. „Und je größer das Unternehmen ist, desto besser.“

Susanne Greiner

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