Prähistorische Siedlung Pestenacker

Teures Welterbe

+
Seit 2011 UNESCO-Weltkulturerbe: Die prähistorischen Pfahlbauten bei Pestenacker und Unfriedshausen. Die mediale Präsentation könnte dem Landkreis nun rund 1,2 Millionen Euro kosten.

Pestenacker – Weitgehend liegt das UNESCO-Weltkulturerbe der Pfahlbauten bei Pestenacker/Unfriedshausen unter der Erde. Gerade das macht eine ansprechende Präsentation für die Öffentlichkeit schwierig – und teuer. Großteils bleiben die Kosten für ein seit langem geplantes Besucherzentrum wohl am Landkreis hängen, wie der Sachstandsbericht von Johann Bernauer in der jüngsten Kreisausschusssitzung verdeutlichte.

2011 wurde die prähistorische Siedlung Pestenacker und Unfriedshausen von der UNESCO zum Welterbe erklärt. Der Landkreis, dem das Grundstück gehört, auf dem das Museumsgebäude steht, reagierte prompt und gab eine Machbarkeitsstudie in Auftrag. Darin wurde die Errichtung eines Besucherzentrums mit Multimedia-Präsentation, der Bau eines Steinzeithauses, umfangreiche Beschilderungsmaßnahmen und eine intensive Öffentlichkeitsarbeit vorgeschlagen. Kosten: rund eine Million Euro plus etwa 70.000 Euro pro Jahr für den laufenden Betrieb.

Das änderte sich allerdings erneut, als das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege (BLfD) Pestenacker als zentrale bayerische Vermittlungsstelle für die bisher drei bekannten Fundorte – Pestenacker, Unfriedshausen und die Roseninsel im Starnberger See – vorschlug. Nach Auffassung des Denkmalamtes sind daher für die Vermittlung des Welterbezentrum Bayern internationale Standards anzuwenden, wie Johann Bernauer dem Kreisausschuss erläuterte.

Es folgte die Erstellung eines Vermittlungskonzeptes, welches auf ein Besucherzentrum mit aufwändiger medialer Wissensvermittlung, die Errichtung eines Steinzeitdorfes und entsprechender Außenanlagen abzielt. Außerdem wurde ein wissenschaftlicher Beirat mit Experten aus Österreich, Schweiz und Deutschland gegründet und Informationsfahrten des Kulturbeirates ins Federseemuseum sowie nach Unteruhldingen durchgeführt. Das Ergebnis: Ein umfangreiche mediale Vermittlung nach modernsten Standards wird nötig sein. Statt den bisher veranschlagten Kosten von 260.000 Euro für den Bau eines Besucherzentrums, dürften nun nach Schätzungen des Sachgebiets Hochbau rund 1,2 Millionen Euro auf den Landkreis zukommen.

Zur Frage nach der Finanzierung sagte Landrat Thomas Eichinger: „Das nimmt uns keiner ab.“ Die bisher durchgeführten Maßnahmen wurden vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege, dem Bezirk Oberbayern, dem Förderverein Prähistorische Siedlung Pestenacker sowie der Gemeinde Weil gefördert. In Aussicht gestellt wurden zudem Förderungen der Bayerischen Landesstiftung sowie von LEADER.

Der Kreisausschuss stimmte mit zwei Gegenstimmen dafür, Maßnahmen für die weitere Entwicklung und den Ausbau des Welterbezentrums vorzubereiten und die Finanzierung zu klären. Der Landkreis will darüber hinaus die benachbarten Grundstücke, die in Privatbesitz sind, erwerben, „um das Welterbe zu erhalten“, so Eichinger. 

Astrid Neumann

Auch interessant

Meistgelesen

Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Babys der Woche im Klinikum Landsberg
VR-Siegerin wie Südstaatenlady
VR-Siegerin wie Südstaatenlady
Gaststätten-Zeiten passé
Gaststätten-Zeiten passé
Viel fordern, viel erreichen
Viel fordern, viel erreichen

Kommentare