Peter Stallknecht (65) qualifiziert sich für die Triathlon-WM

Der eine lässt es im Rentenalter etwas ruhiger angehen, der andere bereitet sich akribisch auf sein fünftes Ironman-Jahr vor: Peter Stallknecht. Wenn der 65-jährige Landsberger vom Triathlon er­zählt, dann beginnen seine Augen zu leuchten, dann will er nicht mehr aufhören zu berichten, wie das so ist, wenn ein topfitter Rentner 3,8 Kilometer im Atlantik schwimmt, danach 180 harte Kilometer auf dem Rennrad zurücklegt und schließlich die Laufschuhe für Marathondistanz von 42,2 Kilometer schnürt. Zuletzt, auf Lanzarote, legte er mit 12:12:05 Stunden in seiner Altersklasse einen neuen Streckenrekord hin, sicherte sich Platz 1. und qualifizierte sich obendrein noch für die Weltmeisterschaft auf Hawaii.

„Ich will’s ja nicht übertreiben, denn ich möchte in erster Linie das Renterleben gesund und fit genießen“, gibt der in den Farben des VfL Kaufering startende Triathlet vor. Eben aus diesem Grund geht er die Herausforderung Ironman nur alle fünf Jahre an, erstmals 1990, heuer zum fünften Mal, und am 22. Mai auf Lanzarote in einer noch nie gekannten Perfektion. „Ich hatte die gesamte Zeit über kaum Probleme, da lief alles nach Plan“, berichtet der 65-Jährige. Sein Plan war: Sieg in der Alters­klasse und damit Qualifikation für die WM auf Hawaii. Und das ausgerechnet auf einer der härtesten Strecke der Welt, die speziell beim Radfahren den Athleten alles abverlangt: ständig wechselnde starke Winde und ein Höhenprofil von über 2250 Meter. Pünktlich um 7 Uhr bei Sonnenaufgang fiel der Startschuss. Und wenn sich 1570 Triathleten aus 30 Nationen in den Atlantik stürzen, dann löst das absoluten Stress aus – allemal wenn es bereits nach 180 Metern hart links um die erste Boje geht. „Da schluckst du jede Menge Salzwasser und kannst schon mal ein blaues Auge davontragen“, weiß Peter Stallknecht. Letzteres blieb ihm erspart, weil er eine etwas andere, aber beileibe nicht schlechtere Linie wählte. Nach 1:08:30 Stunde stieg der VfL-Triathlet wieder aus dem Wasser und hatte zu diesem Zeitpunkt knapp 1000 Konkurrenten abgeschüttelt – dabei sollte es bis zum Ziel bleiben. Bei einer Wechselzone von 400 Meter war das Umsteigen aufs Rennrad vergleichsweise zeitraubend. „Danach musst du erst mal den richtigen Tritt finden, genügend trinken und bewusst essen“, so Stallknecht, der mit sich und seiner Leistung rundum zufrieden war. „Meine Krafteinteilung war an diesem Tag wohl perfekt, selbst nach gut 150 Kilometern konnte ich schwere Gänge bergauf und gegen den Wind treten.“ Die 180 Kilometer waren nach 6:11:15 Stunden runtergespult – bester in der Altersklasse und Platz 490 im Gesamtfeld. Danach ging der Landsberger die Sache etwas langsamer an. Beim Wechsel in die Laufschuhe hatte er plötzlich Rückenpro­bleme bekommen. „Da machte ich mir anfänglich so meine Gedanken“, räumt er ein. So ver­suchte Stallknecht, die erste Stunde „kontrolliert und tech­nisch sauber“ zu laufen. Die Altersklassen-Konkurrenz musste er nicht fürchten, denn von den direkten Verfolgern aus Dänemark, Irland und Albanien war nichts zu sehen – man kennt sich ja seit Jahren… Die Rückenprobleme waren bei Laufkilometer 30 nahezu verschwunden, dafür „zwickte“ es vermehrt in den schweren Bei­nen. „Doch der Jubel der vielen Menschen auf der Strecke treibt dich in so einer Lage förmlich ins Ziel“, beschreibt Stallknecht. „Und die aufmunternden Zurufe meiner Frau, die auch seit 3.30 Uhr auf den Beinen war.“ Die letzten 500 Meter dann ein „absoluter Tempolauf“, dann waren der Sieg und die WM-Quali in trockenen Tüchern. 4:39:20 Stunden be­nötigte Peter Stallknecht für den kurzfristig auf 44 Kilometer verlängerten „Marathon“. Mit 12:12:05 Stunden Endzeit trug er sich als Gesamt 571. in die Siegerliste ein und als Bester der Altersklasse 65 - 69. Sein Vorsprung auf den Zweitplatzierten betrug über drei Stunden. Ganz nebenbei verbesserte er den Streckenrekord noch um 1:38 Stunden. Bevor es am 9. Oktober bei der WM auf Hawaii ernst wird, will Peter Stallknecht die DM-Mitteldistanz (6. Juni, Kulmbach) und am 1. August die Langdistanz-WM in Immenstadt in Angriff nehmen.

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