Polizei darf nicht ran

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Der Dampfersteg in Holzhausen böte möglicherweise eine Option als Polizeibootshaus – der Verein unser Dorf sammelt Unterschriften dagegen.

Utting – Die Holzhauser machen es den St. Albanern gleich: Wie schon 2003 in Dießen, will nun der Verein „Unser Dorf“ verhindern, dass im Uttinger Ortsteil Holzhausen ein Bootshaus für die Wasserschutzpolizei entsteht. Dabei gibt es dafür keine Pläne, gleichwohl ist die Polizei weiter auf der Suche nach einem Standort. Der Dampfersteg in Holzhausen böte eine Option.

2003 waren die Pläne so gut wie unter Dach und Fach. „Die Genehmigung lag vor, die Firma war beauftragt“, erinnert sich Manfred Ernst, seit 1999 Leiter der Abteilung Wasserschutzpolizei in Dießen. Eine Woche, bevor die Arbeiten beginnen sollten, liefen die Anlieger Sturm. Mit Erfolg. „Es standen Wahlen an“, weiß Ernst noch. 

Der Protest wiederholte sich 2005, nachdem kolportiert worden war, das Innenministerium wolle 300 000 Euro in den alten Dampfersteg in St. Alban investieren. Bis heute werden die beiden Einsatzfahrzeuge der Wasserschutzpolizei Dießen deshalb im Herbst auf Trailer geladen und in Stegen beziehungsweise „bei uns in der Garage der Inspektion“ unter- gestellt, sagt Ernst. 

Dabei sind beide Boote winterfest, vor allem das große, fast neun Meter lange „WSP7“, bedauert Ernst. Denn auch im Winter gibt es Wassersportler in Not. Aber die Polizei kann dann nicht helfen. „Aber es gibt nichts Neues“, versichert Günther Beck, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern mit deutlichem Nachdruck. Denn die Bürgerinitiative in Holzhausen sammelt bereits Unterschriften, nachdem bekannt geworden war, dass bei den regelmäßigen „Sicherheitsgesprächen“ von Gemeinden und Polizei der Wunsch nach einem Bootshaus geäußert worden war. 

Uttings Bürgermeister Josef Lutzenberger bestätigt dies, „mehr weiß ich nicht“. Der See sei Dießener Flur, darum werde die Gemeinde auch nicht eingebunden. „Flurnummer 1931“, weiß Dießens Geschäftsleiter Erich Neugebauer aus dem Effeff. Er kann sich noch gut an die Proteste 2003 und 2005 erinnern. „Sogar der damalige Innenminister Beckstein war involviert“, sagt er. 

Entscheidungsrelevant sei Dießen trotzdem nicht, das seien höhere Behörden. Der Holzhauser Verein wiederum hat Sorge, dass nun ihm „der unverhältnismäßige Bau“ vor die Nase gesetzt wird. Damals war von einer Hütte mit 13,5 Metern Länge und 8,4 Metern Breite die Rede. Ernst, der seit 1997 auf dem Boot Dienst tut, berührt dies nur noch wenig. „Ich habe davon nichts mehr.“ Er geht im Mai in Pension.

Ursula Nagl

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