Forellen bitte nicht verzehren!

Löschschaum vom Fliegerhorst Penzing belastet Forellen im Bach

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Dem Fliegerhorst Penzing sei Dank: Regenbogen- und Bachforellen (Foto) aus dem Verlorenen Bach sind für den dauerhaften Verzehr nicht geeignet.

Penzing/Weil – Die Bachforelle hat zwar bereits Schonzeit, doch das dürfte die Stimmung im Petri Heil Fischerei­verein Kaufering auch nicht bessern. Sie können eines ihrer Vereinsgewässer aktuell mehr oder weniger abschreiben: den Verlorenen Bach. Dessen Fische sind nämlich mit per- und polyfluorierten Chemikalien (PFC) vom stillgelegten Fliegerhorst Penzing belastet. „Für dauerhaften Verzehr nicht geeignet!“, lautet die Warnung aus dem Landratsamt Landsberg.

Wie im KREISBOTEN mehrfach berichtet, sind auf dem Gelände des ehemaligen Militärflugplatzes Penzing aufgrund früherer Nutzungen – PFC-haltiger Löschaum – auch Verunreinigungen des Bodens und des Grundwassers mit per- und poly­fluorierten Chemikalien (PFC) vorhanden. Neben vielen anderen Untersuchungen, die derzeit auf dem Gelände stattfinden, habe das Landratsamt Landsberg dem Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) auch Proben von wildlebenden Fischen aus dem Verlorenen Bach vorgelegt, berichtet Behördensprecher Wolfgang Müller. Fünf Bach- und eine Regenbogenforelle habe man auf perfluorierte Verbindungen untersuchen lassen. Je drei Fische seien an zwei Stellen im Verlorenen Bach Untermühlhausen sowie zwischen Epfenhausen und Weil gefangen worden.

Die Perfluoroktansulfonsäure (PFOS) stellte in den Proben jeweils den höchsten Gehalt aller in den Proben festgestellten Substanzen dar. Das Landesamt halte deshalb die Substanz auch für maßgeblich bei der Beurteilung der Verzehrfähigkeit der Fische und ihrer gesundheitlichen Wirkung. Und stellt dazu nun fest, dass auch beim Verzehr einer großen Menge Fisch aus dem Verlorenen Bach mit einer Mahlzeit oder über einen Tag verteilt, bei keinen der in den verschiedenen Proben vorliegenden PFOS-Gehalten nachteilige Wirkungen auf die Gesundheit zu erwarten seien. Aber: Von einem „regelmäßigen und dauerhaften Verzehr von Fischen aus dem Verlorenen Bach“ rät das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit allerdings ab. Es könnte „negative gesundheitliche Wirkungen hervorrufen“.

Da sich der PFOS-Gehalt der Proben aus Untermühlhausen nicht wesentlich von den Ergeb­nissen aus den Proben zwischen Epfenhausen und Weil unterscheidet, gehe das LGL davon aus, dass die ermittelten Belastungen repräsentativ für die generelle Belastungssituation von Forellen im Verlorenen Bach seien, so Müller zusammenfassend.

Für Fragen zu Gesundheit, Trinkwasser und Lebensmittel gibt es am Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit die PFC-Telefon-Infoline 09131/6808-2497. Bei Umweltfragen – Wasser, Boden, Luft und Natur – gibt das Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU) unter der Telefon-Infoline 0821/9071-5102 weiter.
Toni Schwaiger

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