Ein Pfiff zu viel und einer zu wenig

Gehörte auch gegen Kottern zu den Leistungsträgern, bis er umknickte und sich einen Bänderriss zuzog: TSV-Stürmer Stefan Strohhofer (rechts). Foto: Krivec

Dass der TSV Landsberg aus Kottern ohne Punkte zurückkehrte, ist keine Katastrophe - die Qualitäten der Allgäuer sind hinlänglich bekannt. Die Art und Weise, wie die 1:2-Niederlage im Kemptener Vorort zustande kam, ärgerte die Landsberger allerdings gehörig.

Durch ein sehenswertes Tor durch eine Direktabnahme von Salemovic war man kurz nach der Pause nicht unverdient in Führung gegangen. „Das war schön gemacht, so ein Tor sieht man in dieser Liga nicht oft“, lobte Trainer Sven Kresin. Bis 15 Minuten vor Schluss gefiel auch ihm das Spiel durchaus. „Kottern hat natürlich den Ball gut laufen lassen, aber wir haben wenig zugelassen, das war schon in Ordnung, wie wir da gespielt haben.“ Dann aber hatte das Schiedsrichterteam seinen großen Auftritt. In der 74. Minute gab es einen Foulelfmeter für die Gastgeber, bei dem sich laut Kresin „sogar die Zuschauer in Kottern vor Lachen bogen.“ Nur eine Minute später stand Kotterns Stürmer Axel Fuchsentaler vor dem 2:1 deutlich im Abseits, „aber der Linienrichter schaffte es nicht, auf Ballhöhe zu kommen und hat das nicht gesehen.“ Der Anschluss an die oberen Tabellenränge ist mit dieser unglücklichen Niederlage erst einmal verloren gegangen. Mit 24 Punkten belegt der TSV Rang zehn in der Landesliga Süd, doch die scheinbar gute Platzierung ist trügerisch: Angesichts der teilweise kunterbunten Ergebnisse in dieser Saison sind es nur vier Punkte auf den Relegationsplatz und nur acht Punkte auf den Tabellenletzten aus Gerolfing. Für diese Situation sind natürlich nicht nur die Schiedsrichterentscheidungen des vergangenen Wochenendes verantwortlich. Teilweise „haarsträubende individuelle Fehler“ hat Kresin in seiner Truppe ausgemacht, die immer wieder Punkte kosten. Abstimmungsfehler, mangelnde Konzentration und einfach unverständliche Aktionen haben den TSV regelmäßig zurückgeworfen. „Da wird plötzlich ein Ball quer gespielt, den man so nicht spielen kann oder man gibt unverständlicherweise Räume einfach auf, die der Gegner dann ausnützt. Hätten wir nicht so viele überflüssige Fehler gemacht, könnten wir ohne weiteres auf Platz fünf stehen, sogar Tuchfühlung auf den Vierten haben.“ Das ist umso ärgerlicher, als den Spielern die Situationen durchaus bewusst sind. Kresin: „Jeden Montag im Training grüßt das Murmeltier. Ich muss diese Fehler nicht einmal erläutern, die Spieler wissen das schon selbst. Nur erklären können sie es nicht.“ Einfacher wird die Aufgabe in den verbleibenden zwei Spielen bis zur Winterpause nicht, denn zusätzlich zur Niederlage gab es in Kottern eine Hiobsbotschaft: Stürmer Stefan Strohhofer zog sich ohne gegnerische Einwirkung einen Bänderriss zu und wird damit in diesem Jahr nicht mehr zum Einsatz kommen. „Er hatte einen guten Lauf, das trifft uns natürlich hart“, sagt sein Trainer, der sich jetzt den Kopf zerbrechen muss, wie er seine Truppe für die Partie gegen Rosenheim am kommenden Samstag aufstellt. „Da sind vorne jetzt Rakaric, Salemovic, Bonfert und Korora gefragt, um das irgendwie aufzufangen. Aber wie ich ihn wirklich ersetzen soll, weiß ich ehrlich gesagt noch nicht.“ Bei Kresin selbst geht es nach seiner Kreuzbandverletzung langsam wieder aufwärts. Die Krücken hat er bereits weggelegt, der Heilungsverlauf ist bislang gut. „Man kann nie vorhersagen, wie das weitergeht, aber wenn alles klappt, könnte ich im März wieder in den Spielbetrieb eingreifen.“ Zuvor geht es noch zuhause gegen Rosenheim und dann nach Affing, wobei sich die Verantwortlichen für das letzte Heimspiel vor der Winterpause endlich einmal wieder einen höheren Zuschauerzuspruch erhoffen würden. „Das ist schon beeindruckend, wenn man sieht, wie in Kottern 250 Leute hinter dem Tor für Stimmung sorgen“, so Kresin, der aber auch weiß: „Mannschaft, Trainer und Presse können in Landsberg nur ihren Beitrag leisten, kommen müssen die Leute dann schon selbst.“

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