Pflege top, Altbau flop

Andreas Létang, Leiter des Heilig-Geist-Spitals, wünscht sich nach der Spitzenbewertung für seine Einrichtung, dass die Sanierung des Altbaus in Angriff genommen wird. Foto: kb

Gerade hat das Heilig-Geist-Spital die Überprüfung ihrer stationären und ambulanten Pflegeeinrichtungen durch den Medizinischen Dienst (MDK) der Krankenversicherung mit Bravour bestanden. Nun soll, nach dem Wunsch von Heimleiter Andreas Létang, die Stadt mit der dringend notwendigen Sanierung des Altbaus nachziehen.

Mit der Spitzennote 1,0 im ambulanten Bereich und einer hervorragenden 1,3 im stationären Bereich hat das städtische Heilig-Geist-Spital die diesjährige Überprüfung durch den MDK passiert. Trotz der erschwerten Bedingungen aufgrund der schwierigen baulichen Situation im Altbau, würde in der Einrichtung ganz hervorragende und deutlich über dem Landesdurchschnitt liegende Arbeit geleistet, so das Urteil des stets unangemeldet erscheinenden Prüferstabes. Tiefe Verbundenheit Mit Stolz und Freude hörte man das Lob, nicht nur bei den Verantwortlichen und Mitarbeitern des Seniorenheims, sondern natürlich auch im Rathaus. Bürgermeister Norbert Kreuzer überbrachte Glückwünsche und nutzte die Gelegenheit, die „tiefe Verbundenheit der Stadtoberen mit dem Heilig-Geist-Spital“ zum Ausdruck zu bringen. Dies nahm Heimleiter Létang dann auch gleich zum Anlass, seine kurze Präsentation des Prüfberichts mit der Frage nach der Zukunft, insbesondere des Altbaus, zu enden. Frei nach einem Sportmotto formulierte er: „Nach der Prüfung ist vor der Prüfung“. Und setzte hinzu: „Wir freuen uns, wenn wir dann baulich in der Qualität nachziehen können.“ Eigentlich sei die Sanierung des Altbaus schon im unmittelbaren Anschluss an die Fertigstellung des Anbaus vorgesehen gewesen und damit längst überfällig, beklagt Andreas Létang. Als erster Bauabschnitt sollte der Westflügel in Angriff genommen werden. Dessen Bewohner hätten während der Sanierungsphase in den Neubau verlegt werden können. Stattdessen wurden die finanziellen Mittel auf Eis gelegt. Andere städtische Projekte hatten Vorrang. Nicht eben förderlich für eine schnelle Umsetzung der bisherigen Planungen waren die Ergebnisse, die ein, mittlerweile von der Stadt in Auftrag gegebenes, Gutachten gebracht hatte. Besonders der immense Bettenschwund von derzeit 68 auf nur noch 44 nach der Modernisierung bereite den Trägern des Seniorenheims Kopfzerbrechen. Rentabel bleiben Selbst bei hoher Auslastung, darin sind sich die Experten einig, sei dann ein wirtschaftliches Arbeiten der Einrichtung nicht möglich. Hier steckt die Planung in einem Dilemma: Einerseits soll die Attraktivität und bauliche Qualität des Seniorenheims gehoben werden, andererseits muss man, zumindest halbwegs, rentabel bleiben. So muss zwar die sanitäre Situation modernen Standards angepasst werden, indem künftig alle Wohneinheiten über einen eigenen Zugang zur Dusche und zur Toilette verfügen; doch darf der dadurch entstehende zusätzliche Raumbedarf die Bettenzahl nicht unter das Rentabilitätsniveau drücken. Hier ist guter Rat teuer. Schon im Dezember vergangenen Jahres hatte CSU-Stadtrat und Haushaltsreferent Harry Reitmeir in seiner Haushaltsrede auf einen Fehlbetrag von knapp 1,1 Million Euro für das Jahr 2009 hingewiesen. Schätzungen für das vergangene und das laufende Jahr bewegen sich etwa auf dem gleichen Niveau. „Dringenden Handlungsbedarf“ mahnte Reitmeir an: Aufgabe des Stadtrates müsse es sein, ein tragfähiges Zukunftskonzept zu erstellen. Eben dieses Konzept hätte Andreas Létang gerne auf seinem Schreibtisch liegen. Hat er aber noch nicht. „Vielleicht wäre ein Kapazitätsgewinn durch die Umnutzung von Räumen oder die Aktivierung von Brachflächen zu erzielen“, ist eine Hoffnung des Heimleiters. Egal, welche Lösungen angestrebt würden, immer hätten die Planer, aufgrund der besonderen baulichen Situation mit zusätzlichen Schwierigkeit zu kämpfen. So seien die Erfordernisse des Brand- und des Denkmalschutzes stets mit den Anforderungen des Nutzungsablaufes in einer modernen Pflegeeinrichtung in Einklang zu bringen. „Vielleicht war die Zäsur notwendig, um eine belastbare Überarbeitung der bisherigen Planung zu erstellen“, räumt Andreas Létang ein, gibt dann aber zu verstehen, dass es aus Sicht der Heimleitung für die Sanierung des Altbaus im Interesse der dort lebenden und arbeitenden Menschen nun aber keinen weiteren Aufschub geben dürfe.

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