Neue Entwicklung "Am Papierbach"

Den Lechsteg neu positionieren

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Das Ergebnis des „beschränkten Realisierungswettbewerbs“ für den Fußgänger- und Radfahrerweg zwischen Mutterturm und Inselbad scheint nicht mehr zu interessieren. Der Siegerentwurf der „Birk Heilmeyer und Frenzel Architekten“ aus Stuttgart werde aufgegeben, hieß es jetzt im Bauausschuss.

Landsberg – Auch, wenn noch einige Zeit vergehen wird, bis die ersten Bagger auffahren – es kommt sichtlich Bewegung in das geplante neue Landsberger Stadtviertel „Am Papierbach“. Besonders schnell reagierte auf die jüngste Entwicklung jetzt der Bauausschuss des Stadtrates.

Nachdem der Verkauf des Pflugfabrik-Geländes an den Investor „ehret+klein“ (der KREISBOTE berichtete) tags zuvor öffentlich gemacht worden war, zurrte der Ausschuss in seiner Sitzung gleich fest, wie die „Lenkungsgruppe“ zur Umgestaltung des Areals besetzt sein soll. Eigentümer (drei Personen), Bürgergruppe (3), Stadträte und Verwaltung (je 6) und Regierung (2) bilden demnach das 20-köpfige Gremium.

Nach einer Ortsbesichtigung hat man sich auch in Sachen „neuer Lechsteg“ bereits recht genau festgelegt, wie in der Planung für ein Verkehrskonzept offen angesprochen wird. Demnach soll der ursprüngliche Standort, der für heftige Kritik unter den Bürgern gesorgt hatte, deutlich nach Norden verlegt werden: Jetzt würde der Steg von nördlich des Herkomeranwesens zum äußersten Nordzipfel des Inselbades führen. „Beschlossen ist da aber noch gar nichts“, stellte OB Mathias Neuner klar. Auch die Gestaltung als Holzbrücke könnte bald Geschichte sein. „Der 1. Preis für die Wettbewerbsbrücke wird damit aufgegeben“, heißt es eindeutig in der Beschlussvorlage. Sie war wenige Stunden vor der Sitzung um mehrere Punkte erweitert worden.

Auch von Osten

Im neuen Verkehrskonzept spielt auch ein weiteres Großprojekt eine Rolle, von dem lange nicht mehr öffentlich die Rede war: Als zusätzlicher Parkraum für die Innenstadt ist ein Parkhaus am Bahnhof angedacht, „geprüft“ werden soll dabei jetzt für das neue Stadtviertel auch eine Erschließung von Osten her.

Da mit möglicherweise über 1000 neuen Bewohnern am Papierbach auch der Verkehr erheblich zunehmen wird, soll vor allem auch geprüft werden, wie darauf durch Veränderungen in der Spöttinger und der Von-Kühlmann-Straße am besten reagiert werden kann und nach „Optimierungen für den Radverkehr“ gesucht werden.

Bei einem ganz anderen Punkt haben der bisherige Eigentümer und der Investor schon Einigkeit erzielt: „die Altlastenentsorgung auf dem Gelände ist geklärt“, wie Michel Ehret auf Nachfrage sagt. Man wisse schon „sicher“, dass das Gelände an mehreren Stellen belastet sei, Art und Umfang müssen aber noch untersucht werden. Das finanzielle Risiko teilen sich beide Parteien. „Bis zu einem gewissen Punkt übernehmen wir das, darüber hinaus der bisherige Eigentümer.“

Mit Masterplan

Den nächsten Schritt im Planungsprozess skizzierte im Bauausschuss die scheidende Stadtbaumeisterin, Annegret Michler. Für einen „Masterplan“ im Maßstab 1:1000 (aus dem dann direkt ein Bebauungsplan entwickelt werden kann) werden „mindestens drei“ Stadtplanungs-Büros mit Landschaftsarchitekten“ beauftragt, zum Schluss muss der Stadtrat entscheiden, wie das Viertel letztlich gestaltet werden soll.

Bis dahin ist dann allerdings doch noch etwas Zeit, wie OB Neuner auf Nachfrage sagt. „Es gibt noch keinerlei Plan, auch keine Skizze, über die man diskutieren könnte oder müsste.“ Bis es hier konkret wird, sollte Landsberg auch wieder einen Stadtbaumeister (m/w) haben, der laut Neuner „dann selbstverständlich ein gewichtiges Wörtchen mitzureden haben wird.“ Dennoch sei es eindeutig richtig, mit Alfred Ganzenmüller vom Bauamt einen Projektleiter für die Stadt einzusetzen. „Wir können ja das Thema nicht ein halbes Jahr unbesetzt lassen, weil wir gerade keinen Stadtbaumeister haben.“

Christoph Kruse

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