Ende 2016 ist Spatenstich

Straße, Lechsteg und Kultur

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Gerhard Dolp, Projektleiter des Projektentwicklers ehret + klein (links), und Bernd Schwarz, Sprecher der „Bürgergruppe Urbanes Leben am Papierbach“ diskutierten im Sitzungssaal des Stadtrats mit 70 interessierten Bürgern.

Landsberg – Die „Bürgergruppe Urbanes Leben am Papierbach“ hat eine positive Zwischenbilanz ihrer Arbeit gezogen. Bei einer Informationsveranstaltung im Rathaus, an der 70 Besucher teilnahmen, erläuterten Bernd Schwarz und Thomas A. Frank, zwei der drei Vertreter in der offiziellen Lenkungsgruppe des Projekts „Pflugfabrik“, welchen Einfluss sie bislang im Auftrag der Landsberger Bürger auf das Bauvorhaben genommen haben. Im Mittelpunkt ihrer Bemühungen standen die von-Kühlmann-Straße, der Lechsteg und die Kultur.

Mitte Dezember beginnt die erste Runde der offiziellen Bürgerbeteiligung, bei der jedermann dem Stadtrat und der Verwaltung schriftlich seine Meinung zur Neugestaltung des Industriegeländes mitteilen kann. Doch seit April gibt es bereits eine inoffizielle Beteiligung, die bei einer achtköpfigen Gruppe von städtebaulich interessierten Bürgern ressortiert. Drei Mitglieder aus dieser Gruppe, neben Schwarz und Frank noch Wolfgang Hauck, wirken an der offiziellen Lenkungsgruppe des Projekts mit. Die Impulse, die sie dort setzen, stammen von Aktionstagen auf dem Pflugfabrik-Gelände, einer Bürgerwerkstatt und Befragungen der über 1.000 Besucher der Ausstellung der Planentwürfe, die im Sommer im Rathaus stattgefunden hat.

Was die Bürger wollen, wissen die drei Bürgervertreter seitdem genau: Sichtachsen, Plätze zum Verweilen, Grün, einen offenen Papierbach, den Lechsteg, eine weiterhin befahrbare von-Kühlmann-Straße, bezahlbare Wohnungen, kleine Wohneinheiten und Raum für kulturelle Veranstaltungen. Das waren die am häufigsten geäußerten Wünsche der Landsberger, die mit der Bürgergruppe in Kontakt kamen. Drei Aspekte – die Straße, den Lechsteg und die Kultur – haben die drei Bürger-Botschafter eigenen Angaben zufolge besonders intensiv eingebracht. Das honorierten die Besucher mit Applaus und die anwesende Stadtbaumeisterin Birgit Weber mit einem offiziellen Dank der Stadt.

„Nicht alles, was Sie wollen, können wir erreichen“, hieß es allerdings. Wer der Bürgergruppe beispielsweise die Untertunnelung der von-Kühlmann-Straße oder die Planung von Einzelhandelsgeschäften auf dem Lechsteg (nach italienischem Vorbild?) vorgeschlagen hatte, war wohl eher träumend unterwegs. Auch die Stadt hat derartige Schwerpunkte nicht gesetzt, sondern sich auf etwas Anderes konzentriert: Durch die Anwendung des Prinzips der sozialen Bodennutzung sorgt sie dafür, dass 30 Prozent der entstehenden Wohnungen Sozialwohnungen sind.

Spatenstich Ende 2016

Dies hob auch Projektleiter Gerhard Dolp von ehret+klein hervor, der kurzfristig für Geschäftsführer Michael Ehret eingesprungen war. Dolps Ziel ist es, die offiziellen Planungsschritte schnell zu absolvieren. Ende 2016 soll nämlich bereits der erste Spatenstich stattfinden. Dann wird am Lechufer wohl sechs bis sieben Jahre lang gebaut.

Dass das Ziel „Jahresende 2016“ realisiert werden kann, glaubt auch der städtische Projektleiter Alfred Ganzenmüller. Die erste Stufe der Bauleitplanung beginnt mit einer öffentlichen Veranstaltung, die am 15. Dezember um 18 Uhr im Sportzentrum stattfindet. Bis Juli 2016 soll das Verfahren abgeschlossen sein, so dass anschließend die Architektenwettbewerbe für die einzelnen Baufelder beginnen können. Die folgende Baugenehmigungsplanung soll Wohnflächen für insgesamt 1.600 Personen bringen, also „600 bis 800 Wohnungen“. Bebaut werden soll das Pflugfabrik-Gelände übrigens von innen nach außen; das alte Verwaltungsgebäude und der Servicebereich von Pöttinger kommen als letzte dran.

Viel mehr wollten die anwesenden Bürger bei der Veranstaltung im städtischen Ratssaal gar nicht hören, von vereinzelten Nachfragen abgesehen. Insbesondere baten sie Ganzenmüller, nicht allzu viel Darlegungen zur Gesetzeslage zu machen. Vielleicht hatten sie auch noch Birgit Webers Worte im Ohr, die darauf hinwies: „Die kanalisierte Bürgerbeteiligung ist wichtig. Die Entscheidungen werden aber letztlich die gewählten Stadträte treffen“. Die Bürgergruppe, die offenbar an all dem mit Freude mitwirkt, empfahl sich dennoch gleich für zwei weitere Projekte: die Umgestaltung von Vorder- und Hinteranger sowie die künftige Nutzung des Schlossberg-Areals.

Werner Lauff

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