Vision Pflugfabrik:

Kleiner Stadtteil am Papierbach

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Rund 30000 Quadratmeter umbauter Raum ist in der ehemaligen Pflugfabrik derzeit zum Teil gewerblich genutzt und müsste dringend saniert werden – eine „fast einmalige Chance“ für die Entwicklung des Wohngebietes am Papierbach.

Landsberg – Die Eigentümer der ehemaligen Pflugfabrik in der Landsberger Innenstadt stehen mit ihrer Industriebrache nach eigenem Bekunden an einem „Wendepunkt“: Sanieren oder durch Wohnbebauung ersetzen? Beim Orts­termin für Presse und Stadträte sprach Heinz Pöttinger am Montag von einer „fast einmaligen Chance“.

Und diese Chance möchte Oberbürgermeister Mathias Neuner (CSU) nicht verpassen. Mehr noch, er vernahm bereits den „Startschuss“ für die Umwandlung des Areals in den „kleinen Stadtteil“ am Papierbach. Über das weitere Vorgehen berät heute Abend der Stadtrat.

OB Mathias Neuner, Firmenchef Heinz Pöttinger und Stadtbaumeisterin Annegret Michler (von links) gingen in der ehemaligen Pflugfabrik auf die aktuelle Situation ein.

Eigentümer Heinz Pöttinger wies bei dem Rundgang anhand einiger Beispiele darauf hin, dass der Sanierungsbedarf der Auslöser für die neuerlichen Überlegungen gewesen sei. Darauf hin habe er erneut das Gespräch mit der Stadt gesucht. Ein paar Mal habe man sich mit Pöttinger getroffen, schilderte OB Neuner, um die Situation zu analysieren und um darüber zu sprechen, wie man das Areal künftig städtebaulich nutzen könne. Die Umwandlung in ein „urbanes, stadtnahes Wohngebiet“ stehe dabei oben an, die Vorteile für Landsberg lägen auf der Hand. Neuner verspricht sich eine „zusätzliche Stärkung der Innenstadt“, auch weil es einen neuen Brückenschlag über den Lech geben soll. Zudem könne der Flächenfraß am Stadtrand gebremst und der Druck vom Immobilienmarkt genommen werden. Das Gebiet biete sich förmlich an, weil „keine zusätzliche Verkehrsproblematik“ entstünde.

Für Details dazu war es beim Ortstermin am Montag noch viel zu früh, allerdings wies Eigentümer Pöttinger auf die verbriefte und nutzbare Querungs- möglichkeit des Bahngleises im Nordwesten des Areals hin. Damit eröffnete sich die seit Jahren gewünschte Verknüpfung des Stadtkerns mit dem Sportzentrum und dem Westen Landsbergs – eine „Vision“, für die man sich begeistern könne. „Wir brauchen die Anbindung sowohl über die Bahn als auch über den Lech“, betonte das Stadtoberhaupt.

Rentabel umsetzen

Trotz der Begeisterung – Neuner sprach von einer „Win-win-Situation“ für alle – liegt es zu- nächst in der Hand des Stadtrates, in welche Richtung die Entwicklung der einstigen Pflugfabrik geht. „Erst müssen die Rahmenbedingungen da sein, das Projekt rentabel umsetzten zu können“, schrieb Pöttinger dem Stadtrat ins Gebetbuch. Allerdings: „Uns geht es erst um Werte, dann um Profit.“ Der Unternehmer aus Oberösterreich ließ auf Nachfrage offen, ob er im Falle einer Wohnbebauung denn auch selbst investieren würde: „Unsere Kernkompetenz ist die Landmaschinenherstellung.“ Und OB Neuner ergänzte: „Wir suchen keinen Wohltäter, sondern einen Investor.“

Sollte dieser allerdings nicht zu finden sein, respektive die Stadt zusammen mit ihren Bürgern die Entwicklung des Baugebietes nicht voranbringen, dann bliebe immer noch die Sanierung des Bestandes. Damit wäre die gewerbliche Nutzung für die „nächsten zehn bis 15 Jahre“ festgeschrieben, stellte Heinz Pöttinger klare.

Eine „zeitnahe Baurechtschaffung“ sei mit den Gebrüdern Pöttinger laut Stadtbaumeisterin Annegret Michler vereinbart. Noch vor der Sommer­- pause wolle man die städtebaulichen Ziele für die Bauleitplanung formulieren und den Aufstellungsbeschluss fassen.

Mit Bürgerbeteiligung

Im Vorfeld aber, vom 24. bis 26. April, erfolge die Bürgerbeteiligung. Neben Führungen und Vorträgen werde es laut Michler „ausreichend Zeit“ für Diskussionen, etwa um die Entwicklung wichtiger Wegeverbindungen, geben. Bei allem aber gilt: „Es muss Bürgerwille sei“, so OB Neuner, wobei man nicht vergessen dürfe, dass es sich um Privatgrund handle. Das sei der große Unterschied zur Bürgerbeteiligung am Hauptplatz.

Läuft alles wie von Stadt, Pöttinger und den Landsbergern gewünscht, dann könnte Ende dieses Jahres die erste Auslegung des Bebauungsplanes erfolgen.

Toni Schwaiger

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