Pilotprojekt am See – Aussichtsturm mit Steg am Ammersee-Südufer beschlossen

Das Projekt Aussichtsturm mit Steg im Naturschutzgebiet Ammersee Süd ist beschlossen. Der Kreisausschuss hat die Entscheidung für die Baumaßnahmen auf seiner jüngsten Sitzung am Dienstag vergangene Woche gefällt. Der Turm ist zur Umweltbildung und Information gedacht und soll Einheimische und Touristen auf ihrem Weg durch das Naturschutzgebietes „Ammersee-Südufer“ leiten. „Für Seeanlagen-Besucher und Ornithologen wird der neue Turm eine Bereicherung sein“, erklärte Landrat Walter Eichner (CSU).

Geplant ist ein 200 Meter langer Steg, der östlich des Parkplatzes am Sportgelände in Dießen beginnt und bis an das Ufer der nächstgelegenen Bucht reicht. Der dort vorgesehene Aussichtsturm soll einen Blick über das Südende des Ammersees, das Naturschutzgebiet und den angrenzenden Höhenrücken von Andechs ermöglichen. Rund 7,5 Meter hoch können die Besucher dann für diese Aussicht auf den Turm steigen, der eine Grundfläche von rund 24 Quadratmetern haben wird. Spannende Erlebnisse werden sich da besonders für Vogelkundler ergeben – schließlich gilt das Ammersee-Südufer als wichtiges Rastgebiet für durchziehende und überwinternde Wasservögel und dient vielen Vogelarten auch als Brutstätte. Die Idee für die Turmkonstruktion kommt vom Chiemsee, wo bereits ein solcher hölzerner Aussichtsturm genutzt wird (siehe kleines Foto, rechts). Von zwei Plattformen kann man dann Ausschau halten – die untere wird barrierefrei und behindertengerecht gebaut. "Nachahmer-Türme" gesucht Außerdem werden „ansprechend gestaltete Tafeln“ entlang des Steges, im Beobachtungsturm und im Eingangsbereich versprochen, damit sich Besucher über Natur und Kultur, das Naturschutzgebiet und weitere Besichtigungsmöglichkeiten informieren können. Mit demTurmbau möchte der Landkreis Vorreiter sein und Gemeinden und Verbände dazu anregen, an Stellen des Ammerseegebietes, die interessante „Seherlebnisse“ bieten, ebenfalls Beobachtungsmöglichkeiten „vom Turm aus“ einzurichten. Für Steg und Aussichtsturm sieht der Kostenplan etwa 201000 Euro vor, die Informationstafeln werden sich schätzungsweise auf rund 4000 Euro summieren, so die Vorgabe der Kreisausschussmitglieder. Der Landkreis wird sich mit elf Prozent – rund 22000 Euro – beteiligen. Die Sparkassenstiftung Landsberg-Dießen übernimmt 30000 Euro und vom Erholungsgebieteverein Augsburg kommen rund 9500 Euro. Der größte Anteil, über 140000 Euro, soll durch eine Förderung finanziert werden. Das Bayerische Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz gewährt Zuwendungen für Maßnahmen über die Landschaftspflege- und Naturpark-Richtlinien. Über die Finanzierung der Turmmaßnahme hatte es zunächst Verwirrung gegeben. Grund war eine Fehlinformation von der Regierung von Oberbayern, nach der das Projekt mithilfe des Konjunkturpaketes II mit knapp 185000 Euro gefördert werden sollte. Der versprochene Geldsegen wurde kurz darauf in einer Pressemitteilung wieder dementiert – der Beobachtungsturm mit Besucherlenkung war fälschlicherweise aufgelistet worden. Wie das Landratsamt Landsberg zudem mitteilte, wurden mit den Grundstückseigentümern der benötigten Flächen bereits Gestattungsverträge über eine unentgeltliche Nutzung geschlossen. Sobald die Anlage mit Turm und Steg fertig gestellt ist, geht diese in das Eigentum des Marktes Dießen über, der dann die Unterhaltslast tragen wird und auch die Verkehrssicherungspflicht übernimmt. „In Abstimmung mit der oberen Naturschutzbehörde werden wir das Projekt wohl im September 2009 umsetzen können. Bis dahin realisieren wir die Planungen und Ausschreibungen.“, erklärte Kreisbaumeister Andreas Magotsch auf Anfrage des KREISBOTEN. Fertig sollen Turm und Steg am Ammersee spätestens im Frühjahr 2010 sein, vielleicht aber noch Ende dieses Jahres.

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