Pilotprojekt:

Ganztagsschule: (Nicht) alles flexibel

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Besuch in der Denklinger Ganztagsschule (von links): Bürgermeister Michael Kießling, MdL Alex Dorow, Anita Gropp (Lehrerin und Schulreferentin im Gemeinderat), Schulrätin Brigitte Sulzenbacher (Landsberg), Axel Geißendörfer (AWO Oberbayern), Rektorin Carmen Günther, MdL Thomas Goppel, Simone Schramm (Regierung von Oberbayern) sowie Stephanie Beyer und Karin Ruile; vorne kniend Rita Wahl-Beck, sozialpädagogische Fachkraft.

Denklingen – Dass vor allem im ersten Jahr des Bestehens bei einer offenen Ganztagsschule (OGTS) viel Flexibilität notwendig ist, das zeigen die Erfahrungen der ersten Monate an der Grundschule Denklingen. Doch gibt es auch Grenzen. So seien mit Blick auf eine möglichst ungestörte Betreuung feste Zeiten unabdingbar, sagen die Verantwortlichen. In Denklingen nutzen Eltern von 52 der insgesamt 90 Erst- bis Viertklässler das OGTS-Angebot.

Im Landkreis Landsberg beteiligen sich drei Grundschulen und Gemeinden am Programm der OGTS: Rott, Vilgertshofen und Denklingen. In ganz Oberbayern sind es 82, weiß Simone Schramm, Ganztagskoordinatorin bei der Regierung von Oberbayern. Sie war jüngst in Denklingen ebenso vor Ort wie Schulrätin Brigitte Sulzenbacher, Axel Geißendörfer vom Bezirksverband der Arbeiterwohlfahrt (Abteilungsleiter Kinder-, Jugend- und Familienhilfe), Bürgermeister Michael Kießling sowie die CSU-Landtagsabgeordneten Thomas Goppel und Alexander Dorow.

Die Offene Ganztagsschule ist in Denklingen in der Nachfolge zur früheren Mittagsbetreuung im September 2015 gestartet. Neu ist, dass mit Rita Wahl-Beck eine sozialpädagogische Fachkraft vor Ort ist. Sie wohnt in Utting und war zuvor in München beschäftigt. Aus der Mittagsbetreuung übernommen wurden Karin Ruile, Stephanie Bayer, Kerstin Waibl und Manuela Franz, die in Teilzeit beschäftigt sind.

Für das Pilotprojekt OGTS, an dem sich bayernweit 300 Schulen beteiligen, gibt es verschiedene Träger. In Denklingen ist es die Arbeiterwohlfahrt im Bezirk Oberbayern. „Die Erfahrung“ der AWO sei ausschlaggebend gewesen, weshalb sich der Gemeinderat für diesen Kooperationspartner entschieden habe, so Kießling.

Zum OGTS-Angebot gehört eine warme Mittagsmahlzeit. In Denklingen wird diese den 52 Kindern in zwei Etappen gereicht. Die Kleineren essen meist um 12.30 Uhr, die Schüler aus der 3. und 4. Klasse gegen 13 Uhr. Am Tag, als die Experten und Politiker zur Besichtigung kamen, gab es Leberkäse mit Bratkartoffeln sowie Erbsengemüse. Und zum Nachtisch Vanillequark. Was aufhorchen ließ: Der Caterer ist aus Prittriching und legt einfach einen Weg von 40 Kilometern zurück, um die Mahlzeiten nach Denklingen zu liefern. 3,80 Euro kostet das warme Mittagessen.

Die „verpflichtende Präsenz“ zu den Betreuungszeiten und die „starren Abholzeiten“ – das sei ein Kritikpunkt, den Eltern gegenüber Lehrern in den ersten Monaten mehrfach vorgebracht hätten. So schildert es Rektorin Carmen Günther. Axel Geißendörfer, der Abteilungschef für Kinder- , Jugend- und Familienhilfe bei der AWO, verweist freilich darauf, dass es sich bei der Betreuung um ein „höher qualifiziertes Angebot“ handelt, das feste Strukturen brauche. Zusammen mit Bürgermeister Kießling ergänzt er, dass es eine gewisse Flexibilität gibt, indem Eltern für Kinder kurzfristig einzelne Nachmittage buchen. Dies sei dann aber kostenpflichtig. Die Regel ist, dass man sich bei der OGTS für ein ganzes Schuljahr bindet. Im Gegensatz zur gebundenen Ganztagsschule ist die OGTS klassenübergreifend. Zum Mittagessen und zur Hausaufgabenbetreuung kommen musische, gestalterische und sportliche Aktivitäten hinzu, wie Rita Wahl-Beck schildert. Ein Beispiel für ein Zusatz­angebot ist die Bläserklasse.

In Denklingen ist die offene Ganztagsschule heuer kurzfristig gestartet worden. Dafür stehen vorerst Räume im Untergeschoss zur Verfügung. Dies ist freilich ein Provisorium. Spätestens zum nächsten Schuljahr soll sie in das Erdgeschoss umziehen – dorthin, wo sich noch die Bücherei befindet. Die wird einige Meter umgesiedelt – in einen Raum zwischen der Grundschule und der Sporthalle.

Johannes Jais

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