Landkreis-Pilotprojekt:

Energiesparen im Musterhaus

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An Schulen, meint Kreisrat Wolfgang Buttner, könnte mit der richtigen Technik rund ein Drittel der Kosten für Beleuchtung und Strom eingespart werden.

Landkreis – Der ganze Landkreis hat noch viel Einsparpotenzial, geht es um Beleuchtungen und Strom. Um die Chancen besser zu erkennen, sind neue Messtechniken notwendig. In der Summe aber ein lohnenswertes Geschäft, wie Kreisrat Wolfgang ­Buttner (ÖDP) in der jüngsten Sitzung des Umweltausschusses vorgerechnet hat. Wie die neue Technik eingeführt wird, soll nun vorab in einem Pilotprojekt ermittelt werden.

„Kommunales Energiemanagement“ – das gebe es in Landsberg nicht, meint ­Buttner. Außerhalb der Politik ist er als Ingenieur und Energieberater tätig. Den Messtechniken, mit denen der Landkreis regelmäßig Einsparpotenziale für Wärmeenergie und Strom ermittelt, hält der Experte für „aus der Steinzeit“.

Um die Technik auf Vordermann zu bringen, will der Kreisrat gemeinsam mit der Landsberger Energieagentur (LENA) anpacken. Die Basis dafür: Neue Messgeräte, die beispielsweise aufzeichnen, wenn Elektrogeräte in Schulen unnötig viel Strom verbrauchen, eine defekte Toilettenspülung über mehrere Stunden durchläuft oder nachts in einer Turnhalle das Licht noch brennt. Dann muss das Messgerät Alarm schlagen, der zuständige Hausmeister informiert werden.

Mit den neuen Geräten könnten Kosten für die Beleuchtung immens gesenkt werden. Den Berechnungen von Buttner zufolge könnten Kliniken so 18 Prozent sparen, Schulen sogar bis zu 34 Prozent. Tatsächlich befänden sich viele Einrichtungen derzeit noch auf dem falschen Weg, würden statt der Energiewende beispielsweise auf das konsequente Aufbrauchen alter Leuchtmittel setzen. Ein Irrtum, meint Buttner. Pro Lampe würde der Besitzer dabei bis zu 120 Euro verschwenden. Würde der ganze Landkreis auf LED umgerüstet, ließen sich für die Kreis-Kasse rund 100.000 Euro jährlich sparen.

Um dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen, wünscht ­Buttner ein Budget von 200.000 Euro im Haushalt 2018. Mit diesem könnten nicht nur sämtliche kommunalen Lampen auf LED aufgerüstet, sondern auch elektromagnetische Zähler ausgetauscht und Messtechnik installiert werden.

Dass der Landkreis jedoch nicht bei Null anfängt, belegte Christian Kusch, Hochbau-Leiter im Landratsamt. Seit 2012 seien die Kosten für Wärme­energie um rund 25 Prozent auf etwa eine Million Euro gesenkt worden. Und das, obwohl die beheizten Flächen gleichzeitig zugenommen hätten.

Im nächsten Schritt, so der Konsens beim Umweltausschuss vergangene Woche, solle die von Buttner vorgeschlagene Messtechnik exemplarisch durchgeführt werden – an einem möglichst repräsentativen Gebäude. Wenn möglich, etwa aus den 70ern oder 80ern, technisch und baulich schon in die Jahre gekommen. Dort müsse zunächst der Zustand bewertet werden, später eine vierteljährliche Begehung stattfinden.

Landrat Thomas Eichinger dazu: „Sich ein Gebäude anzuschauen, ist eine gute Idee.“ Anhand diesem könne man dann ein Muster erarbeiten, wie künftig der Ausgabeposten gesenkt, die Energiewende umgesetzt wird.

Marco Tobisch

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