Piratenpartei kürt OB-Kandidaten

Eric Lembeck von den Piraten wird sich am 11. März um das Oberbürgermeister-Amt bewerben. Foto: Kruse

Die erste Hürde auf dem Weg zur Landsberger OB-Wahl am 11. März haben die Piraten genommen, doch es liegt noch ein weiter Weg vor den politischen Newcomern. Immerhin hat man bereits offiziell einen Kandidaten gekürt. Eric Lembeck soll die Piratenpartei in den Wahlkampf führen.

Der 46-Jährige setzte sich bei der Aufstellungsversammlung gegen Thomas Tretter durch, der dann zum Ersatzkandidaten gewählt wurde. Lembeck hat eine bunte Vita. Als Broker hat er es bis nach London gebracht, dort aber „bald erkannt, dass man da nix schafft, sondern nur Geld bewegt.“ Auch seine Tätigkeit bei einem großen Einkaufsverbund befriedigte ihn irgendwann nicht mehr, inzwischen ist Lembeck selbstständiger Online-Händler. Themen für sich hat er auf lokaler Ebene bereits entdeckt: „Es herrscht zuviel Schweigen in Landsberg, viele Dinge erfährt man im Detail erst nach ein oder zwei Jahren. Ich bin mir sicher, dass man zum Beispiel bei der öffentlichen Auftragsvergabe viel Geld einsparen könnte, wenn man das transparenter machen würde.“ Ähnlich sieht das Ersatzkandidat Tretter, von Beruf Polizist und Parteineuling. „Die Piraten hören noch zu und daran besteht in Landsberg großer Bedarf, denn die Stadträte hören nicht mehr zu. Es wäre wichtig, dass man wieder begreift, dass die Stadt nicht nur für den Stadtrat, sondern vor allem auch für die Bürger da ist.“ Ein Beispiel sieht er in der aktuellen Diskussion um den neuen Lechsteg. „Da musste man jetzt über eine Brücke abstimmen, obwohl jeder, den ich gefunden habe, dagegen war. Warum redet man nicht vorher mit den Leuten? Auch ein OB oder Stadtrat muss doch mal raus und mit seinen Bürgern sprechen.“ In den nächsten Wochen sieht Lembeck sein Ziel auch darin, verstärkt neue Bevölkerungsschichten für seine Partei zu erschließen. „Gerade Mütter und auch ältere Menschen sind jetzt wichtig. Die haben oft ganz andere Bedürfnisse als wir 30- bis 50-jährigen Männer, aus denen wir uns im Moment mehrheitlich zusammensetzen.“ Aus der einstigen Spaßpartei sei eine ernstzunehmende Vereinigung geworden, „vor allem in Bayern sieht man ja auch, dass die Mitglieder fast alle ordentliche Jobs haben und nicht irgendwelche Chaoten sind.“ Gerade in Landsberg gelte es jetzt aber, die Basis zu verbreitern. Da die Piraten nicht im Stadtrat vertreten sind, müssen sie für die Zulassung eines OB-Kandidaten 200 Stimmen zusammenbekommen. Dazu reicht aber nicht eine einfache Unterschriftenliste - die 200 Unterstützer müssen sich persönlich bei der Stadtverwaltung ausweisen und eintragen. „Das ist eine große Hürde, das muss man erst einmal schaffen“, weiß der stellvertretende Bezirksvorsitzende Oliver Dangers. Dafür hat man zwischen drei und sechs Wochen, das Zeitfenster legt der Wahlleiter fest. Bis dahin dürfte die Partei in einer anderen Sache schon einen Schritt weiter sein: Mit großer Mehrheit wurde beschlossen, schnellstmöglich einen Kreisverband Landsberg zu gründen. Wenn’s denn mit dem Kandidaten klappt, wird man außerdem prominente Unterstützung bekommen. Im Februar hat sich der Bundesvorsitzende Sebastian Nerz als Wahlkämpfer in Landsberg angesagt. Ein anderer ist schon da: Frank Willus, bisher Beisitzer der CSU in Raisting, ist offiziell zu den Piraten „übergelaufen.“

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