Großer Bauplan, kleine Demo

Aufruhr im kleinen Dorf am Lech

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Wollen, dass der Charakter der Ortschaft erhalten bleibt: Familien aus Dornstetten, die sich gegen eine weitere Bebauung mit 21 Grundstücken wehren.

Dornstetten – „Sag‘ mal, wie lange warst Du eigentlich schon nicht mehr auf einer Demo?“ Diese Frage richtete eine Dornstettenerin am Samstagnachmittag an eine andere Frau, die auf der Wiese neben der Straße Am Lech neben ihr stand. Die Dame zuckte mit den Achseln, konnte sich nicht mehr erinnern. Jetzt waren die zwei Frauen auf einer kleinen Demo. Sie reihten sich ein in die Schar der zirka 30 Dornstettener, die mit einer plakativen Aktion darauf aufmerksam machten, dass sie die aktuelle Planung für das Baugebiet Am Lech mit 21 Häusern ablehnen.

„Wir wollen ein Bauen mit Augenmaß und sind gegen einen dichtgedrängten Fremdkörper“, betont Gerald Büchelmaier, Initiator der kleinen Demo. Dies müsse dorfverträglich erfolgen. Die Dornstettener halten 21 Häuser auf der Terrasse westlich des Lechs für zu viel, zumal die Ortschaft bislang nur 100 Einwohner hat und mit der Ausweisung des Baulands nach den aktuellen Plänen 60 bis 80 Menschen dazu kämen.

Gar von einer „Sünde“ spricht Büchelmaier im Hinblick auf den Entwurf für den Bebauungsplan, den das Büro OPLA in Augsburg (Bürogemeinschaft für Ortsplanung und Stadtentwicklung) im Auftrag der Gemeinde ausgearbeitet hat. Damit meint er vor allem, dass anstelle der bestehenden Fahrbahn Am Lech eine Ringstraße entstehen soll; allein auf der Fläche dazwischen sollen gleich sechs Grundstücke erschlossen werden.

Man sei nicht generell gegen eine Bebauung, stellen die Gegner der aktuellen Pläne klar. Mit einer ersten Planung aus dem Jahr 2015, wonach 14 Grundstücke vorgesehen waren, sei man durchaus einverstanden.

Norman Reuter, ein weiterer Betroffener aus der Siedlung Am Lech, macht noch auf einen anderen Punkt aufmerksam: Zum neuen Bebauungsplan gehöre ein Grünstreifen um das Baugebiet. Dieser verlaufe auch auf zwei Grundstücken, die ihm gehören. In der Konsequenz bedeute dies, dass ihm dort – angrenzend an bestehende Häuser – Baurecht verwehrt würde, während 50 Meter weiter sehr wohl neue Einheiten geschaffen werden.

Bis Freitag können sowohl Bürger als auch Träger öffentlicher Belange zum Bebauungsplan für die Lechterrasse bei Dornstetten Stellung nehmen und ihr Anliegen gegenüber der Gemeinde Unterdießen vorbringen. Danach muss der Gemeinderat abwägen und erneut beschließen. Eine zweite Auslegung folgt.

Johannes Jais

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