Am Gleis entlang

Planung für den Radweg Landsberg-Kaufering

Wildbienen auf Blüten
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Grund für den bisherigen Verzug beim Radweg Landsberg-Kaufering: Wildbienen, die brüten.
  • Susanne Greiner
    vonSusanne Greiner
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Landsberg/Kaufering – Jetzt ist es an der Zeit, Radwege zu bauen. Dank des neuen Förderprogramms des Bundes „Stadt und Land“ sind Förderungen in Höhe von 80 Prozent möglich – wenn der Antrag in diesem Jahr noch gestellt wird. Passend dazu hat die Stadt Landsberg auf die Tagesordnung des heutigen Bauausschusses ein schon lange währendes Thema gesetzt: den Radweg von der Lechstadt nach Kaufering.

Ende 2017 hatte die Stadt beschlossen, sich an den Baukosten für einen Radweg entlang der Bahnlinie zu beteiligen, ist in den Sitzungsunterlagen zu lesen. Ende Juli wurde ein Antrag beim Projektträger Jülich gestellt. Förder-Voraussetzung war eine Entwurfsplanung und ein Start der Bauarbeiten im letzten Jahr. Da das nicht stattfand, verfiel die Förderung.

Der Grund für den Verzug: Westlich des Waldfriedhofes brüten Wildbienen. Nach Rücksprache mit der Unteren Naturschutzbehörde wurde bis Ende 2020 eine spezielle artenschutzrechtliche Prüfung vorgenommen – mit folgendem Fazit: keine relevanten Arten in Bezug auf Pflanzen, Käfer, Tagfalter, Säugetiere, Amphibien oder Libellen im Eingriffsbereich – aber Wildbienen: Insgesamt wurden 15 Arten nachgewiesen – überwiegend ungefährdete (aber nach Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützt), aber auch gefährdete und damit „planungsrelevante Arten“: die „Vierbindige Furchenbiene“ und die „Wespenbiene“.

Auf dem geplanten Weg oder entlang dessen Rändern habe man aber keinerlei Nistplätze gefunden. Zudem habe der bestehende Weg eine „wassergebundene Decke“, die so dicht sei, dass die Bienen dort ihre Erdnester nicht graben könnten. Weiterhin liege ein Großteil der Fläche bis in den Nachmittag im Schatten, was den Bienen auch nicht gefällt. Durch den Radwegbau werde in den Naturhaushalt eingegriffen. Den Wildbienen schade es aber nicht – der Radwegbau sei möglich. Inzwischen hat sich allerdings gezeigt, dass Landsberg mehr zahlen muss: Die Bodenbelastung ist höher als gedacht.

So plante der ADFC den Radweg Landsberg-Kaufering schon im Jahr 2017.

Im Februar habe man mit Kaufering entschieden, dass Landsberg die Durchführung der Baumaßnahme übernimmt, da „die erforderlichen personellen Kapazitäten im Markt Kaufering nicht gegeben“ seien. Zudem liegt der Großteil des Weges auf Landsberger Flur. Gebaut werden könne 2022 oder 2023.

Der Entwurf und die Kostenberechnung könnten laut Beschlussvorschlag dieses Jahr abgeschlossen werden, inklusive möglicher Förderanträge. Für die vollen 80 Prozent von „Stadt und Land“ ist das zwar ein bisschen zu spät. Aber immerhin, 75 Prozent wären bis Ende 2023 noch drin.
Susanne Greiner

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