Plastiktütenfrei Zone?

Bunte Gruppe: Die Gründungsmitglieder der Transition-Town-Initiative in Dießen mit Katja Holler (links), Tobias Hauser (Mitte) und Lena Graml (rechts). Foto: Nagl

Umfallen war bei der ersten Info-Veranstaltung der Transition-Town-Initiative (Stadt im Wandel) Dießen unmöglich, sämtliche Steh- und Sitzplätze im „Schützengarten“ waren schon vor Veranstaltungsbeginn besetzt. Worin die Faszination dieser Bewegung steckt, die 2006 von einem irischen Permakulturalisten namens Rob Hopkins ins Leben gerufen wurde, versuchten die zehn Gründungsmitglieder der Dießener Initiative, die sich seit Februar wöchentlich treffen, in Worte zu fassen.

Sie möchten sich für ein lebenswertes, fantasievolles, kreatives und soziales Miteinander und für die Nutzung regionale Ressourcen vor Ort engagieren, um dem steigenden Erdölverbrauch und damit dem Klimawandel Paroli zu bieten. Oder wie Katja Holler, Mitglied der Gründungsinitiative, es formulierte: „Anstatt zuhause alleine schlechte Nachrichten anzuschauen, möchte ich lieber in einer Gruppe mit gutem Gefühl etwas Sinnvolles tun“. Wie das aussehen kann, zeigte anschließend der Film „In Transition 1.0“ sowie ein Bericht von Elisabeth Schmuck von der Transition-Town-Initiative Hohenbrunn. Dort sind viele Bürger bereits näher zusammengerückt. Kernstück der Initiative ist ein großer Krautgarten, der von mehr als 60 Beteiligten gemeinsam bewirtschaftet wird und dessen Ernte so groß ist, dass ein Teil davon verschenkt werden kann. „Es ist beeindruckend, wie die Menschen durch die gemeinsame Gartenarbeit zueinander finden und ihre Herzen für ökologische Themen öffnen“, freute sich Schmuck. Einen Gemeinschaftsgarten könnte es auch bald in Dießen geben. Landwirt Klement Noll erklärte sich spontan bereit, ein Stück Land zur Verfügung zu stellen. Unter den Anwesenden befanden sich auch zahlreiche Aktive aus ehemaligen Agenda 21-Arbeitsgruppen. „Eure Arbeit sind Schultern auf die wir uns stützen können“, meinte Tobias Hauser von Transition-Town-Dießen dazu. Peter Ostermeier erinnerte daran, dass die Agenda 21 unter anderem den regionalen Wochenmarkt am Bahnhof ins Leben gerufen habe. Auch regio­- nale Währungen sind zur Unterstützung der Wirtschaftskraft vor Ort ein wichtiges Transition-Thema – umso mehr freute man sich, dass auch Vertreter der Ammersee-Lechtaler-Initiative im Publikum waren. Einige Anwesende formulierten bereits Interesse an der Gründung eines Arbeitskreises zum Thema regionale Energieversorgung. Darunter auch EMMA, die Uttinger Initiative für emissionsfreie Mobilität am Ammersee. Applaus bekam auch die Idee, Dießen nach dem Vorbild afrikanischer und asiatischer Länder zur plastiktütenfreien Zone zu erklären. Weitere Infos unter www.transition-initiativen.de. Die Gründungsgruppe Dießen trifft sich dienstags im „Schützengarten“. Das nächste große Treffen ist für 24. Januar geplant. Ansprechpartnerin ist Lena Graml, Tel. 08807/214538.

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