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Platznot in Landsberg: Wohin mit all den Kindern?

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Von: Ulrike Osman

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Kita Reischer Talweg Landsberg
Lieferschwierigkeiten: Die Eröffnung der neuen Kindertagesstätte am Reischer Talweg verzögert sich. Eigentlich sollte sie in zwei Wochen in Betrieb gehen. © Schwaiger

Landsberg – „Die Sachlage hat sich verändert, aber nicht entspannt“, hat Karin Schürmann von der Fach- und Dienstaufsicht der städtischen Kindertageseinrichtungen die Betreuungssituation zum Beginn des neuen Kindergartenjahres im September zusammengefasst. Das Thema beschäftigte den Sozialausschuss in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause.

Nach wie vor fehlen Plätze. Derzeit sind es 34 im Kindergarten- und zwölf im Krippenbereich. Doch die Zahlen ändern sich laut Schürmann ständig, da nahezu täglich Anfragen kommen, mitunter von Eltern aus München oder Berlin, die vor einem Umzug nach Landsberg stehen. „Das reißt einfach nicht ab.“

Froh ist man deshalb, die Kita am Wiesenring zum 1. September wieder in Betrieb nehmen zu können, dann mit vier statt bisher zwei Gruppen. Die Stadt hat bis Ende August kommenden Jahres die Trägerschaft für die Einrichtung übernommen, nachdem der bisherige Betreiber sie aus Personalmangel hatte schließen müssen. Dass nun genug Mitarbeitende für den Betrieb von vier Gruppen gefunden wurden – dafür gab es an die Adresse Schürmanns viel Lob von Oberbürger­meisterin Doris Baumgartl (UBV) und den Ausschussmitgliedern. Nach der Belegung der Einrichtung am Wiesenring und mit Hilfe von Interimslösungen könne voraussichtlich allen Kindern, die im Zeitraum vom 1. September bis Jahresende einen Krippenplatz benötigen, ein Angebot gemacht werden, kündigte Schürmann an.

Wie bereits am Rande der Stadtratssitzung eine Woche zuvor bekannt geworden war, wird die neue Kindertagesstätte am Reischer Talweg nicht rechtzeitig zum 1. September fertig. Grund seien Lieferverzögerungen bei den Bodenbelägen. Die beiden Kindergartengruppen, die an den Reischer Talweg, also in Landsbergs Osten, umziehen sollen, bleiben nach den Worten Schürmanns vorläufig in der Einrichtung Regen­bogen in der Lechfeldstraße, in Landsbergs Westen. Das sei für manche Familien alles andere als unproblematisch.

„Nicht alle Eltern, die im Osten wohnen, sind mobil.“ Manche würden „verzweifelt“ anrufen, weil sie nicht wissen, wie sie ihre Kinder in die Lechfeldstraße bringen sollen. Man habe daher das BRK als Träger der Einrichtung gebeten, eine Plattform für Fahrgemeinschaften einzurichten. Aus Datenschutzgründen könne die Stadt hier nicht selbst tätig werden.

In der Schlossbergschule

Die für den Reischer Talweg vorgesehenen Krippengruppen sollen bis zur Eröffnung der neuen Kita im Altbau der Schlossbergschule bleiben. Die Eltern würden angesichts dieser verlängerten Interimslösung „immer misstrauischer“, berichtete Karin Schürmann. Sie versicherte jedoch, dass es nur noch um den September gehe und man hoffe, die Kita am Reischer Talweg im Oktober beziehen zu können.

„Es wiederholt und wiederholt sich – wir haben zu wenig Plätze“, kritisierte Kindergartenreferentin Daniela Groß (Grüne). Gebraucht würden weitere Übergangslösungen, bis die geplanten Kindertagesstätten im Urbanen Leben am Papierbach (ULP) und am Wiesengrund reali­siert seien.

Erst mal Container?

Am neuen Baugebiet Wiesengrund an der Schongauer Straße soll eine mindestens viergruppige Einrichtung entstehen. Gebraucht würden eigentlich sechs Gruppen (zwei Kindergarten- und vier Krippengruppen) – ein entsprechend großes Gebäude würde jedoch die im Bebauungsplan vorgegebenen Geschoss- und Grundflächen überschreiten. Alternativ sei eine Übergangslösung mittels Container zu prüfen. Diese sei jedoch nur sinnvoll, wenn der Übergang in eine Folge- oder Bestandseinrichtung sichergestellt sei, denn Container haben laut Schürmann nur eine Lebensdauer von sechs Jahren. Zudem sei die Personalfindung bei dieser Art der Unterbringung noch schwieriger.

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