Bitte zentrumsnah!

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Während aktuell der Anbau saniert wird, stellen sich Stadt und Landkreis die Frage, wo ein möglicher Neubau des Landratsamts am besten situiert wäre.

Landsberg – Das Landratsamt besteht aus einer Zentrale und elf Außenstellen. Landrat Thomas Eichinger hält das für unglücklich und wünscht sich, alle 300 Mitarbeiter an einem Ort unterbringen zu können. Er kann sich dazu offenbar auch einen Neubau an der östlichen Peripherie Landsbergs vorstellen. Doch der Stadtrat sagt: Das Landratsamt muss zentrumsnah bleiben – und wäre möglicherweise sogar bereit, einen spektakulären Tausch zu unterstützen.

Zur Standortverlagerung des Amts hatte der Fraktionsvorsitzende der UBV, Christoph Jell, einen Antrag in die Stadtratssitzung eingebracht. Er bat darum, bei den Planungen des Papierbach-Geländes eine Fläche für die Erweiterung oder den Neubau des Landratsamts „vorzusehen“. 

Da Jell selbst in der Sitzung nicht anwesend war, übernahm seine Fraktionskollegin Doris Baumgartl die Erläuterung des Antrags und ruderte gleich ein Stück zurück. Natürlich könne man nicht in die Autonomie beider Vertragsparteien eingreifen; was der Pflugfabrik-Entwickler ehret+klein und das Landratsamt miteinander vereinbaren, sei von der Stadt nicht steuerbar. Insofern sei „vorsehen“ vielleicht nicht das richtige Wort. 

Es gehe der UBV aber darum, ein Signal zu setzen, so Baumgartl weiter. Gemeint sei auch nicht zwingend der Bereich des geplanten Bebauungsplans „Am Papierbach“; es könne sich auch um angrenzende Gebiete handeln. Der Stadtrat schwächte den Antrag daraufhin ab und formulierte ihn in einen Verhandlungsauftrag an OB Mathias Neuner um. Einig waren sich alle Mitglieder aber darin, dass es wünschenswert sei, das Landratsamt an zentraler Stelle zu belassen oder in der Nähe des jetzigen Standorts neu anzusiedeln. Die Mitarbeiter und vor allem die Besucher aus Landkreisgemeinden müssten dann nur noch wenige Schritte zur Altstadt zurücklegen. 

Spektakulärer Tausch 

Wie zu hören war, ist eine der Alternativen ein Neubau des kompletten Amts am Jugendzentrum. Nach Informationen des KREISBOTEN wird dazu sogar erwogen, einen spektakulären Tausch zu unterstützen: Projektentwickler ehret+klein könnte einen Teil des Pflugfabrikgeländes abgeben und dafür im Gegenzug das bisherige Grundstück des Landratsamts erhalten, um es für Wohnbebauung zu nutzen. 

Auf keinen Fall möchte der Stadtrat, dass das Landratsamt in den Osten geht. Dort stünde offenbar ein Grundstück in der Nähe des Autohauses Reisacher zur Verfügung. Aus Landkreissicht wäre der Standort attraktiv: „Die meisten Besucher des Amtes kommen aus dem Osten. Sie müssten dann nicht mehr über die Neue Bergstraße, den Hauptplatz und die Karolinenbrücke fahren“, verlautet aus dem Landratsamt. Ein weiteres Argument: „Dort könnten die Besucher kostenlos parken, während vor dem Landratsamt immer städtische Gebühren fällig werden.“ Diese Gebührenpflicht empfinde Landrat Thomas Eichinger als störend. 

Drei Alternativen 

Auch die Kreistagsfraktion der Grünen hat sich inzwischen zu diesem Thema zu Wort gemeldet. In einem Antrag führt die Fraktion drei grundsätzliche Alternativen auf: die Erweiterung des vorhandenen Gebäudes, die Zusammenfügung mehrerer Abteilungen in einem Neubau unter Beibehaltung der Zentrale an der von-Kühlmann-Straße und der Umzug des gesamten Landratsamts an einen neuen Standort. 

Die Fraktion möchte dazu zunächst wissen, welche Standorte das Amt bisher geprüft und mit welchen Argumenten es diese Standorte abgelehnt habe. Insbesondere fragt sie: „Wurde eine Erweiterung auf dem bestehenden Gelände untersucht?“ Dabei denkt sie an den Abriss der ehemaligen Hausmeisterwohnung und das Überbauen der Parkflächen. Außerdem wollen die Grünen wissen, welche Einheiten viel Pub- likumsverkehr und welche eher keinen haben. Zu erfragen sei auch, von wo und wie die Mitarbeiter und Besucher zum Landratsamt kommen. 

Die Grünen beantragen ferner, „dass Landrat Eichinger in enger Zusammenarbeit mit der Stadt Landsberg als Herrin über das Bauleitverfahren weitere Standortalternativen im Stadtbereich untersuchen lässt und den Kreisausschuss dann zeitnah über die Ergebnisse informiert“.

Werner Lauff

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