Play-offs verpasst

Unsanfte Landung: Für EVL-Stürmer Florian Brenninger (rechts) und seine Teamkollegen war gegen die Tölzer Löwen nichts zu holen. Foto: Krivec

Der EV Landsberg muss für die Abstiegsspiele planen. Durch das 2:5 (2:3, 0:0, 0:2) beim EHC Klostersee und den gleichzeitigen 5:0-Sieg von Selb gegen Füssen sind die Play-Offs für die Landsberger nun auch theoretisch nicht mehr erreichbar. EVL-Coach Dave Rich hofft nur noch, dass die Oberpfälzer Selb noch von Platz acht verdrängen. „In den Play-Downs wäre mir Selb lieber, ich halte Regensburg für die klar stärkere Mannschaft.“

In Grafing hielt der EVL zu Beginn wieder einmal mehr als gut mit. Durch Tore von Thiel und Anderson ging man im ersten Drittel zweimal in Führung und hatte dann in Überzahl sogar die Chance, auf 3:1 zu erhöhen. Statt ins Tor schoss man jedoch dem gegnerischen Torwart genau in die Fanghand. „Wir haben 15 Minuten wirklich sehr gut gespielt. Aber von dem Moment an herrschte Chaos“, so Rich. „Danach waren wir richtig schlecht und haben Angst gehabt und ohne Körper gespielt. Wir haben leider zwei bis drei Angsthasen im Team.“ Bergmann und Mudryk schossen sich vor allem in Überzahl gegen Patrick Ashton ein, der ließ noch dazu einige Scheiben fallen und so ging es nach dem Abstauber von Acker mit 2:3 in die Kabine. Im zweiten Abschnitt konnte der EVL drei Überzahlchancen nicht nützen, stattdessen schlug es nach 41 Minuten zum vierten Mal hinter Ashton ein – „ein Geschenk von uns“, so Rich. Eineinhalb Minuten vor Schluss nahm der EVL den Torhüter zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis. „Aber da waren wir zu harmlos, um noch zwei Tore aufzuholen. Im Konter haben wir dann das 2:5 ins leere Tor kassiert.“ Einen ähnlichen Spielverlauf hatte es schon am Freitag beim 4:7 (2:2, 0:2, 2:3) im Heimspiel gegen Bad Tölz zu sehen gegeben. Während Tölz' Trainer Florian Funk nach der Partie mit der Einstellung seiner Mannschaft haderte („So wie wir angefangen haben, fehlt einfach der Respekt vor dem Gegner. Das Problem ist, dass wir dann doch meistens gewinnen. So lernt das meine junge Mannschaft nie“), nutzte der EVL den zunächst mangelnden Einsatz der Isarwinkler aus. Die zweimalige Führung der Tölzer beantwortete man jeweils prompt. In der 3. Minute war Bigam bei seinem Alleingang auch von zwei Verteidigern nicht zu stoppen, in der 16. Minute schlenzte Anderson im Powerplay einfach in Richtung Tor, sein verdeckter Schuss ging durch die Beine des verdutzten Jenike. Im zweiten Drittel ging die Partie dann praktisch verloren. Nach einem Konter verwertete Hinterstocker den zweiten Nachschuss zum 2:3 (22.). Dennis Drommeter, der im Sturm den gesperrten Bacek vertrat, konnte einen weiteren Gegenstoß nicht zur Führung nutzen, daraufhin konterte Tölz selbst und Dubé zeigte, wie es geht: Während alle noch darauf warteten, dass er querlegt, zimmerte die „Zaubermaus“ den Puck knallhart an den Innenpfosten, von wo er ins Tor sprang. Rich: „Den darf man nie alleine laufen lassen, aus solchen Situationen macht er in 95 Prozent der Fälle ein Tor, das wussten wir aber.“ Die Konter waren ohnehin das beherrschende Thema des Spiels. „Es kann nicht sein, dass nach jeder Torchance von uns der Gegner sofort in Überzahl vor unserem Tor auftaucht“, brummelte Funk. „Auf Konter von uns gab es immer einen Konter der Tölzer“, bemängelte auch Rich die zu offene Ausrichtung. Das 2:5 durch Leismüller fiel allerdings aus einem Gewühl vor dem Tor (44.). Damit war das Spiel gelaufen. Rich: „Im letzten Drittel waren wir dann nicht mehr eng am Mann, auch Ashton hat ein paar Fehler gemacht, über die er sich selbst am meisten ärgert. Das spricht für ihn.“ Peter Lindlbauer stellte sechs Minuten vor Schluss auf 2:6, die Tore durch Michl und Anderson (erneut mit einem Schlenzer in Überzahl) fielen viel zu spät, um die Niederlage noch abwenden zu können. Ins leere Tor traf dann in der Schlussminute Ehliz, wobei Funk trotzdem nicht zufrieden war. „Wenn der Torwart beim Gegner raus ist, muss ich die Scheibe einfach über die blaue Linie bringen, und wenn ich mir dabei den Fuß breche.“ Keine Trainingspause Derlei Luxus-Sorgen hat man in Landsberg nicht – es gilt, sich auf die Play-Downs einzustellen. Deswegen wird es trotz des spielfreien Freitags auch keine Trainingspause geben. „Die hat sich die Mannschaft nicht verdient. Außerdem, auch wenn es jetzt am Sonntag um nichts geht, kann man nicht einfach in drei Wochen den Schalter umlegen und Vollgas geben. Deswegen werden wir eher härter trainieren, sicher auch am Freitag und am Samstag.“ Am Sonntag kommt um 19 Uhr dann der EC Peiting zum Gastspiel an den Lech.

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