Plötzlich sind sie "groß"

Die Welt, in diesem Fall die alte Turnhalle an der Lechstraße, aus einer ungewohnten Perspektive haben am Wochenende mehrere Kinder und Jugendliche gesehen. Während des ersten offenen Trainings der „Stelzer“ machten sie erste Schritte auf Hochstelzen und waren plötzlich – physisch und psychisch – viel größer!

Selina und Franziska gehen miteinander plaudernd durch die Halle, erzählen sich von ihren Schulen, ihren Hobbies. Eine ganz normale Beschäftigung für eine Elfjährige und eine fast Elfjährige – mit dem Unterschied, dass sich die Füße der beiden mehr als einen halben Meter über dem Hallenboden befinden und der gemütliche Spaziergang auf Hochstelzen stattfindet. Die beiden waren die ersten der 13 Teilnehmer, die sich trauten und Stelzen anlegen ließen. Doch schon bald nach anfänglich wackligen Schritten, gestützt von den Stelzen-Profis, wagen sie frei zu laufen und wollen nun gar nicht mehr aufhören. „Am Anfang war es schon schwierig, aber wenn man es eine Weile gemacht hat, geht es“, erzählt Franziska, „Aber eigentlich ist es eher leichter, als ich gedacht habe.“ Weiter hinten tastet sich Robert Schrittchen für Schrittchen in Richtung Sprossenwand, zuerst ängstlich, dann sehr stolz, als er das Ziel erreicht hat. Denn nicht nur die neue physische Größe ist ungewohnt für viele, sie müssen auch lernen, sich „groß“ zu fühlen. Mit viel Geduld und Sensibilität gehen Wolfgang Hauck, Peter Pruchniewitz und Anne Tysiak von der „Stelzer“-Truppe auf die Jugendlichen ein, ermuntern die Ängstlichen, „bremsen“ die Übermütigen und schaffen es, dass sich fast alle in kürzester Zeit mehr oder weniger sicher in ungewohnter Höhe durch die Halle bewegen. Spaß machte auch die ungewohnte Perspektive: Schließlich ist es sonst schier unmöglich, aus den hohen Fenstern der Turnhalle nach draußen zu schauen und der Basketballkorb ist zum Greifen nah. „Wir sind sehr zufrieden mit diesem ersten Workshop“, erklärte Wolfgang Hauck, „Auch die Gruppengröße ist ideal, das ist genau, was wir brauchen“. Jeden Monat gibt es ein offenes Training, in dem Kinder und Jugendliche zwischen elf und 17 Jahren das Laufen auf Hochstelzen erlernen können, um sich so auf das Ruethenfestspiel 2011 vorzubereiten. Das Projekt wird nochmals am Donnerstag, 10. Dezember, um 18 Uhr im Sportzentrum vorgestellt. Das nächste offene Training ist am 12. und 13. Dezember, (Samstag ab 10, Sonntag ab 11 Uhr) in der Turnhalle in der Lechstraße. Unter www.RuethenFestSpiel.de finden sich weitere Informationen.

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