Vor der Kommunalwahl:

"Guter Rat" muss nicht teuer sein

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Starteten im Dezember 2012 die „Initiative Guter Rat“ und zogen jetzt eine positive Bilanz (von links): Landrat Walter Eichner, KREISBOTEN-Redaktionsleiter Toni Schwaiger, Andreas Graf, Leiter der Rechtsaufsicht, und landsbergblog-Herausgeber Werner Lauff.

Landsberg – Die vom landsbergblog ins Leben gerufene und vom KREISBOTEN unterstützte überparteiliche „Initiative Guter Rat“ endet mit einer Erfolgsbilanz. Von 40 Interessenten für ein kommunales Mandat, die sich im Dezember 2012 für das politische Bildungsprogramm angemeldet hatten, haben 20 das „Klassenziel“ erreicht. 

Die 20 erfolgreichen Absolventen nahmen bis zum Schluss regelmäßig an den Samstags-Seminaren und Schulungs­abenden der Initiative teil und kandidieren nun auf Listen der politischen Parteien und Wählergruppen für die Kommunalwahl 2014.

„Dieses Ergebnis übertrifft unsere Erwartungen“, erklärte der Initiator des Programms, landsbergblog-Herausgeber Werner Lauff. „Einige Interessenten mussten wegen beruflicher Herausforderungen zwischendurch ausscheiden; andere er­- kannten, dass die zahlreichen Abendtermine familiär nicht zu stemmen waren.“ Dass sich dennoch so viele Teilnehmer „durchgebissen“ hätten, belege den großen Willen, Veränderungen herbeizuführen. Wer an Bord geblieben sei, starte seinen Weg zum Mandat nun besonders qualifiziert und mit dem festen Entschluss, Bürgerinteressen effektiv zu vertreten.

„Die Initiative Guter Rat ist zum Gütezeichen geworden“, betonte der Redaktionsleiter des KREISBOTEN, Toni Schwaiger. Wer an den Schulungen teilgenommen habe, setze sich deutlich von „normalen“ Kandidaten für Stadt- und Gemeinderäte ab. „Wenn die Wähler diesen Vorbereitungsaufwand honorieren, bekommen wir 2014 eine gute Mischung aus erfahrenen Mandatsträgern und neuen Ratsmitgliedern, die sich kein X für ein U vormachen lassen.“ Dies sei insbesondere in Landsberg notwendig, wo der bisherige Stadtrat weit unter seinen Möglichkeiten und Aufgaben geblieben sei.

"Traut Euch!"

Drei Faktoren hätten maßgeblich zum Erfolg der Initiative beigetragen, erklärte Lauff. Dozenten der Bayerischen Verwaltungsschule (BVS) seien „auf eigene Rechnung“ nach Landsberg gekommen und hätten komplexe Themen des Kommunalrechts „auf den Punkt gebracht“. Dazu gehörten Bürger­- meister Peter Walburger aus Ursberg, der frühere Kämmerer Josef Nießl aus Mainburg, die Leiterin des Stadtplanungs- und Bauordnungsamts von Bobingen, Barbara Tugemann, und der hauptamtliche Dozent der BVS, Peter Kitzeder aus München. Kitzeder verdanke die Gruppe besonders viel, weil er die anderen Dozenten für die Seminarreihe begeistert habe, erklärte Lauff.

Zweiter Erfolgsfaktor: Die Unterstützung durch Landrat Walter Eichner und den Leiter der Rechtsaufsicht, Andreas Graf. Der Landrat habe insbesondere durch seine Teilnahme an der Eröffnungsveranstaltung im Dezember 2012 „Berührungsängste abgebaut“ und das Signal gegeben: „Traut Euch!“. Graf, der seit vielen Jahren an der BVS unterrichtet und kommunalrechtliche Bücher publiziert, sei mehrfach als Dozent zur „Initiative Guter Rat“ gekommen; Eichner war darüber hinaus Gast eines Gesprächsabends.

Faktor Nummer drei: Nach „anfänglich zögernder Haltung“ hätten sowohl die Landsberger Stadträte als auch die Stadtverwaltung die Initiative unterstützt. Barbara Juchem, Dieter Völkel und Reinhard Skobrinsky diskutierten mit den Teilnehmern ebenso wie Oberbürgermeister Mathias Neuner, Stadtkämmerer Peter Jung, Stadtwerke-Vorstand Norbert Köhler und Pressesprecher Andreas Létang (als BVS-Dozent für Verwaltungsorganisation). Ein besonderes Kennzeichen dieser Gespräche sei ihre Vertraulichkeit gewesen. Soweit ersichtlich sei aus keiner der Unterredungen etwas nach außen weitergegeben worden. Zwar stehen die Mitglieder der Initiative für Transparenz und Offenheit in der Ratsarbeit, plädieren aber auch für frühzeitige Kontakte und Gespräche zwischen Rat und Verwaltung und über Fraktionsgrenzen hinweg.

Einen besonderen Dank sprachen die Teilnehmer dem Geschäftsführer des Kreisverbands Landsberg des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK), Andreas Lehner, aus. „Das BRK hat uns immer wieder Räume zur Verfügung gestellt“, berichtet Lauff. Ein Budget hatte die Initiative nämlich nicht zur Verfügung. Die Teilnahme war kostenlos; Zuschüsse sind für derartige Qualifizierungsinitiativen nicht erhältlich, auch nicht von der Landeszentrale für politische Bildung.

„Es gibt in Fürstenfeldbruck zwar eine Einrichtung, die Stadt- und Kreisräte schult, nach­dem sie gewählt wurden“, erläutert Lauff, „aber Kandidaten sind dort nicht zugelassen.“ Da viele Ratsmitglieder nicht die Zeit hätten, neben Beruf und Mandat noch Seminare zu besuchen, sei diese spätere Schulungsmöglichkeit suboptimal. Die generelle Ausbildung zum Stadtrat müsse vor der Wahl erfolgen; nur so könnten die Wähler darauf vertrauen, in den kommunalen Gremien qualifiziert vertreten zu werden.

Kommunikativ

Redaktionsleiter Toni Schwaiger dankte auch Werner Lauff, der nicht nur Initiator und Organisator der Initiative, sondern mehrfach selbst Referent gewesen sei, mit „Querschnittsthemen“ wie Reden halten, Presse­- erklärungen verfassen, die Ratsarbeit organisieren und Eigenmarketing betreiben. Im bevor­- stehenden Wahlkampf wie auch später in der Ratsarbeit komme es nicht nur auf Wissen, sondern auch auf kommunikative Fähigkeiten an.

„Der ideale Kandidat ist sachverständig, mutig, bürgerorientiert und gesprächsfähig“, de­finiert Schwaiger – und hofft, dass die Teilnehmer der „Initiative Guter Rat“ bei der Kommunalwahl in den jeweiligen Listen gezielt die Stimmen der Wähler bekommen, die sich mehr Qualität im Rat wünschen. KREISBOTE und landsbergblog sagten den Absolventen der Initiative dazu ihre publizistische Unterstützung zu.

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