Schießerei in Geltendorf

"Waldläufer" stirbt im Kugelhagel

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Kaum zu glauben: Ein ganzes Waffenarsenal führte der „Waldläufer“ mit sich, als er am Samstag in einem Waldgebiet nahe dem Geltendorfer Bahnhof im Kugelhagel der Polizei starb.

Geltendorf – Weil er nach seinen Raubüberfällen nicht selten die Flucht per pedes in den nächstgelegenen Wald ergriff, suchte die Polizei unter dem Namen „Waldläufer“ nach ihm. Jetzt ist er tot. Jürgen P. aus Türkenfeld starb am Samstag im Kugelhagel der Polizei am Waldrand in der Nähe des Bahnhofes.

Dass es sich bei dem Getöteten tatsächlich um den „Waldläufer“ handelt, ist laut Polizei mittlerweile sicher. Anhand von Fingerabdrücken an Gegenständen, die der Räuber verwendet hatte, konnten die Er­- mittler am Montag auch die letzten Zweifel ausräumen. Der 49-Jährige, der noch bei seinen Eltern wohnte, hatte 2010 in einem Supermarkt in Greifenberg erstmals zugeschlagen, danach folgte eine Reihe von Überfällen Bäckereien, Supermärkte und Tankstellen im Raum Fürstenfeldbruck, Starnberg sowie Landsberg.

Schießerei am Waldrand

Bei dem Schusswechsel am Geltendorfer Bahnhof ist am Samstag ein seit Jahren gesuchter Serienräuber (siehe oben) tödlich getroffen und ein 43-jähriger Beamter der Polizeiinspektion Landsberg erheblich verletzt worden. Der zweite Polizist, ein 19-jäh­riger Anwärter, steht unter Schock, er muss psycho­logisch betreut werden.

Einem Waldarbeiter fällt gegen Mittag das verdäch­tige Fahrz­eug am Waldrand auf: ein blauer Kleinbus japanischen Typs, ausgestattet mit merkwürdigen Bundeswehr-Fantasiekennzeichen, Blaulicht und „Feldjäger“-Aufkleber auf der Motorhaube. Der Passant informiert die Polizei, 30 Minuten später ist die Streife aus Landsberg vor Ort.

Als die Beiden den Fahrer kontrollieren wollen – er befindet sich neben seinem Fahrzeug – eröffnet dieser sofort das Feuer, die Polizeibeamten schießen zurück. Dabei wird der 49-jährige Angreifer tödlich getroffen, auch der 43-jährige Polizist sackt in sich zusammen. Die Schutzweste rettet ihm das Leben, denn sonst hätten ihn Bauchschüsse lebensgefährlich verletzt. Um auszuschließen, dass er innere Verletzungen erlitten hat, befindet er sich noch in stationärer Behandlung. Mit einem Hubschrauber war er unmittelbar nach dem Schuss­wechsel in eine Münchner Klinik geflogen worden.

Derweil gestaltete sich die Annäherung an den leblos am Boden liegenden Täter als sehr schwierig. Grund: Die Polizei entdeckt am Körper des Toten einen „undefinierbaren Gegenstand“, der aus der Ferne wie eine Bombe aussieht. Niemand wagt es, sich dem Täter zu nähern. Der technischen Sondereinheit der Polizei gelingt das erst nach Stunden. Der Gegenstand entpuppt sich schließlich als Pfefferspray. Gleichwohl findet das SEK am Körper des Toten ein wahres Waffenarsenal und im Auto noch Granaten. Man geht davon aus, dass der nächste Raub bevorstand.

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