Kriminalstatistik Landsberg

Im Landkreis lebt man sicher

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Außergewöhnlich war für die Landsberger Polizei im vergangenen Jahr der Fall des sogenannten „Waldläufers“: Bei einer Streifenkontrolle kam es zum Schusswechsel mit dem gesuchten Serienräuber, der ein ganzes Waffenarsenal im Auto hatte.

Landkreis – „Weniger Straftaten heißt für uns nicht weniger Arbeit“, betont Alfred Geyer. Der Dienststellenleiter der Landsberger Polizeiinspektion freue sich zwar über die gesunkene Zahl der Straftaten im Jahr 2013, dennoch gebe es in seinem Bereich auch einige Sorgenkinder.

In der Kriminalstatistik 2013 finden sich 249 Fälle weniger als im Vorjahr. Dennoch hat die Landsberger Polizei viel zu tun, insbesondere der Umgang mit psychisch Kranken oder etwa die Vermisstensuchen habe zugenommen, so Geyer, obwohl das keine direkten Straftaten seien. Oft werden die Beamten etwa zu Hilfe gerufen, wenn es um Demenzkranke ginge, und bei Suizidandrohungen sind die Landsberger Polizisten zur Stelle. „Auch die Spätfolgen von Rauschgiftmissbrauch bringen oft psychische Ausnahmesituationen mit sich“, erklärt Polizeihauptkommissar Michael Strohmeier.

Generell lebt man im Landkreis und im Bereich der Polizeiinspektion Landsberg aber sehr sicher, das zeigt laut Geyer auch die Häufigkeitszahl der Straftaten: In Landsberg werden 3370 Taten auf 100000 Einwohner gerechnet verübt. In Nürnberg beispielsweise sei es drei Mal so wahrscheinlich, Opfer einer Straftat zu werden als zwischen Ammersee und Lech. Die Aufklärungsquote liege bei knapp über 60 Prozent und sei damit auf einem ähnlichen Niveau wie in den Vorjahren. Zentrum der Kriminalität sei nach wie vor das Stadtgebiet, aber auch in den Ammerseegemeinden sei eine besonders hohe Anzahl an Straftaten registriert worden. Nie so auffällig war bislang Thaining – im letzten Jahr schoss die Häufigkeitszahl dort aber auf 2909. Der Grund waren die Eskapaden in einer privaten Jugendhilfeeinrichtung (der KREISBOTE berichtete ausführlich).

„Rund die Hälfte der Straftaten im Bereich der Landsberger Polizei fallen auf Betrügereien und Diebstähle“, berichtet Geyer. Diebstahl war besonders bei Kindern und Jugendlichen beliebt, auch Fahrräder wurden generell gerne geklaut. „Allerdings haben wir hier schon Maßnahmen ergriffen“, so der Dienststellenleiter. Etwa zeigen die Beamten eine höhere Präsenz und auch die Registrierung der Räder war im letzten Jahr besonders erfolgreich. Insgesamt nahm der Bereich Diebstahl 2013 den größten Anteil der Kriminalität ein, nämlich 28,8 Prozent.

Deutlich zugenommen habe in und um Landsberg auch die Rauschgiftkriminalität, insgesamt zählte die Polizei 176 Delikte. „Der Anstieg zieht sich durch alle Altersschichten“, sagt Geyer, teilweise ist sogar in Schulen Rauschgift im Umlauf. In 16 Fällen ermittelten die Beamten wegen Handels mit Betäubungsmitteln. Meistens habe die Landsberger Polizei mit Cannabis zu tun, sagt Alfred Geyer. Aber auch synthetische Drogen wie LSD wurden gefunden. „Bei uns gab es Gott sei dank noch keine Vorfälle mit Crystal Speed“. Und auch gab es im vergangenen Jahr keinen Drogentoten im Bereich der Inspektion.

Viele Sorgen bereiten den Beamten meistens die Tatverdächtigen unter Alkoholeinfluss. Rund 16 Prozent der Täter haben zuvor getrunken, bei den Körperverletzern standen mit 44,5 Prozent sogar fast die Hälfte unter Einfluss von Hochprozentigem. „Das ist ein relatives hohes Niveau“, meint Alfred Geyer, „aber das ist vor allem ein gesellschaftliches Problem.“ Immer häufiger würden die Polizisten von alkoholisierten Tätern angegangen.

Keinen übermäßig hohen Anstieg verzeichnete die Polizei im Bereich der Gewaltkriminalität: Straftaten wie Mord, Totschlag, Vergewaltigung oder gefährliche und schwere Körperverletzung seien von 85 auf 87 ge­- stiegen. Fast 90 Prozent davon können aber auch aufgeklärt werden – nicht zuletzt wegen der Zeugen.

"Waldläufer"

gefasst Ein ganz außergewöhnliches Ereignis hielt die Beamten im Mai auf Trab: Denn damals wurde der sogenannte „Waldläufer“ gestellt, es kam zum Schusswaffengebrauch und der gesuchte Täter, ein Serienräuber, verstarb schließlich. „Dieser Vorfall hat die gesamte Dienststelle lange beschäftigt“, räumt Alfred Geyer ein.

Janina Reich

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