Noch in der Genehmigungsschleife

Polizeibootshaus Holzhausen? Wird heuer wohl nichts mehr

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Die letzten Jahre überwinterte das Ammersee-Polizeiboot laut Daniel Fusban ungeschützt auf der Werft in Stegen. In diesem Winter bekam es erstmals eine wetterfeste Abdeckung. Wohl um sich schon mal an das künftige Polizeibootshaus zu gewöhnen?

Utting-Holzhausen – Still ruht der Ammersee, das Polizeiboot dämmert eingemummelt im Winterschlaf und das lange geplante Bootshaus befindet sich noch in der „Genehmigungsschleife“. So bezeichnete Peter Aumann, Bereichsleiter Hochbau im Staatlichen Bauamt Weilheim, den aktuellen Stand für das Polizeibootshaus am Dampfersteg in Holzhausen.

Wie der KREISBOTE mehrfach berichtete, gibt es nach einem Beschluss des Bayerischen Innenministeriums am umstrittenen Standort Holzhausen nichts mehr zu rütteln. Nach dem ursprünglichen Zeitplan müsste das Bootshaus bereits stehen und in Betrieb sein. Wenn einige Anlieger nicht erfolgreich Einspruch wegen immissionsschutz- und naturschutzrechtlichen Bedenken eingelegt hätten.

Es geht um möglichen nächtlichen Motorenlärm des Polizeibootes WSP 7 sowie eines Kompressors der Winter-Enteisungsanlage. Und um die Vögel im Habitat sowie die geschützte Armleuchteralge im Uferbereich. Die Anlieger haben hierzu teure Gutachten erstellen lassen, die vom Staatlichen Bauamt in Weilheim geprüft und über eine Vegetationsperiode genau beobachtet wurden.

„Wir haben am Dampfersteg nur ein kleines Baufenster. Unsere Prüfungen hier müssen Hand und Fuß haben, also dreihundert Prozent sicher sein“, betonte Peter Aumann. Wenn die Regierung von Oberbayern schließlich das Okay gebe, müsse man noch eventuelle Einsprüche oder Klagen abwarten, bevor man das Projekt überhaupt ausschreiben könne.

Dass die Baumaßnahmen noch in diesem Jahr beginnen, konnte Aumann nicht bestätigen. Vom Gefühl her würde er eher zu „Nein“ tendieren, fügte er „inoffiziell“ hinzu. Die Initiative „Dampfersteg Holzhausen“, erbitterter Gegner der künftigen Polizeistation, hatte auf Facebook nämlich gemutmaßt, dass im Frühjahr oder spätestens Herbst mit dem Bau begonnen werde.

Das Polizeibootshaus soll nach den Plänen des Architekturbüros Lüps errichtet werden. Gegenüber ursprünglichen Bedenken „klebe“ das Bootshaus aber nicht direkt am Dampfersteg, sondern werde über einen ein Meter breiten Steg betreten. Es soll 21 Meter von der weiterhin für die Öffentlichkeit zugänglichen Dampferstegspitze entfernt sein, sodass der geliebte Rundumblick von der Nord- zur Südspitze des Sees möglich bleibe. Das Bootshaus werde 17,20 Meter lang und an der höchsten Stelle 2,90 Meter über das Geländer des Dampferstegs ragen. Die Gitterrost-Optik solle Transparenz bringen. Holzverschalung und Holzdach passten sich an die am Ufer befindlichen Boots-, Badehäuser und Fischerhütten an.

Die Initiative „Dampfersteg Holzhausen“ sowie der Verein „Unser Dorf“ mit dem unermüdlichen Motivator Daniel Fusban hat die letzten fünf Jahre den Sinn dieses Vorhabens kritisiert und hinterfragt, weil es „unter Gesichtspunkten des Natur- und Landschaftsschutzes unverhältnismäßig und im wahrsten Sinne des Wortes irrsinnig sei“. Man fühle sich durch die breite Unterstützung der Bevölkerung am Ammersee motiviert, „weiterhin die Natur- und Kulturlandschaft vor dem unsensiblen und zerstörerischen Eingriff in die einmalige Holzhauser Bucht zu schützen“.

Auch der Uttinger Gemeinderat votierte mehrmals gegen das Bauvorhaben. Wenngleich nur symbolisch, da er keine Planungshoheit hat. Fusban bemängelt, dass das betagte Polizeiboot WSP 7 inzwischen ein „Oldtimer“ sei. Es wäre sinnvoller, es gegen ein umweltfreundliches Elektroboot auszutauschen.

Fusban wundert sich, dass das Polizeiboot an seinem Winterlagerplatz auf der Schiffswerft Stegen „erstmals seit 18 Jahren mit einer Plane abgedeckt ist“. Vielleicht, weil das Boot nicht mehr das jüngste sei. Es habe über die Jahre nicht „die Pflege und Zuneigung erhalten, die jeder private Bootsbesitzer seinem Schifferl gerne zukommen lässt“.

Man darf gespannt sein, wie es weitergeht und wann mit dem Bau des Polizeibootshauses angefangen wird. Trotz Proteste der unermüdlichen Kämpfer gegen eine „Verschandelung des Landschaftsbildes“ im Steg- und Uferbereich.
Dieter Roettig

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