Post für viele Senioren – Landkreis erstellt seniorenpolitisches Konzept – Start mit Fragebogen

In den kommenden Wochen werden viele Seniorinnen und Senioren im Landkreis Post von ihren Gemeinden bekommen. Inhalt der Sendung: ein Fragebogen über die Lebensverhältnisse, Sichtweisen und Bedürfnisse der Bürger ab dem 67. Lebensjahr. Der sozialpolitische Ausschuss des Landkreises unter dem Vorsitz der stellvertretenden Landrätin Ruth Sobotta arbeitet derzeit an einem Gesamtkonzept zur Seniorenpolitik, mit dem auf den demografischen Wandel reagiert und die veränderten Bedürfnisse älterer Menschen besser abgedeckt werden sollen.

Der Fragebogen ist anonym und umfasst Fragen zur Wohnsituation, zu Selbstständigkeit und Pflegebedarf, zur Mobilität und danach, welche Senioren-Einrichtungen und Hilfsangebote in der jeweiligen Gemeinde vorhanden sind und wie sie genutzt werden. In ihrem Anschreiben werben die jeweiligen Gemeindeoberhäupter eindringlich dafür, sich an der Befragung zu beteiligen. Der Aufwand für die Adressaten sei nicht sehr groß, der Gewinn für die Ausgestaltung des seniorenpolitischen Gesamtkonzepts – und damit für jeden einzelnen alten Menschen – aber hoch. Bei dem Konzept gehe es um weit mehr als um eine bloße Bedarfsermittlung, erklärt Ruth Sobotta. Der Ausschuss arbeitet eng mit unabhängigen Wissenschaftlern vom Augsburger Institut für Sozialplanung, Jugend- und Altenhilfe, kurz SAGS, zusammen, das auch den Fragebogen aufgesetzt hat. Man wolle neben Kommunalpolitikern viele „Praktiker“ zu den Beratungen hinzuziehen, erläutert Sobotta weiter, darunter Vertreter vom Roten Kreuz, der Arbeiterwohlfahrt, der Caritas und der Diakonie, des Altenclubs Kaufering und des Seniorenbeirats der Stadt Landsberg. Das Ergebnis der Ausschussarbeit solle letztlich ein Leitfaden für die Seniorenpolitik im Landkreis sein, an der jede Kommune sich orientieren kann. Denn eins sei klar: „Der Altenhilfeplan läuft nicht mehr“, so die SPD-Politikerin, „auch nicht in seiner fortgeschriebenen Version.“ Zu sehr hat sich die Situation geändert. So haben beispielsweise die Kreisseniorenheime keine Wartelisten mehr, sondern tatsächlich freie Plätze zu ver- geben. „Und das Heim der Arbeiterwohlfahrt in Landsberg, das früher einmal ein Altenwohnheim war, ist praktisch zum reinen Pflegeheim geworden.“ Der Trend geht offensichtlich dahin, dass ältere Menschen so lange wie möglich selbstbestimmt außerhalb von Pflegeeinrichtungen leben wollen, was dem politischen Ziel „Ambulant vor stationär“ ja durchaus entgegenkommt. Doch dafür müssen eben auch die Strukturen geschaffen werden, die es alten Menschen ermöglichen, in den eigenen vier Wänden zu bleiben: ambulante Pflegeangebote, Entlastung und Unterstützung für An- gehörige, Fahrdienste, Kontakt- und Freizeitmöglichkeiten. Der Sozialetat sei im Landkreishaushalt der größte Etat überhaupt, so die stellvertretende Landrätin. „Und nachdem wir in den letzten Jahren viel für die Jugend getan haben, sind jetzt die älteren Menschen dran.“

Meistgelesen

Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Lisa will Bierkönigin sein
Lisa will Bierkönigin sein
Eine Leiche muss her!
Eine Leiche muss her!
Über 4.000 Stunden fürs Gemeinwohl
Über 4.000 Stunden fürs Gemeinwohl

Kommentare