Kiosk in Dießen

"Schmuckkästchen" am See

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Bei der Präsentation der drei Siegermodelle: Jury-Vorsitzender Martin Hirner (links), BI-Initiator Matthias Krapf und Bürgermeister Herbert Kirsch (rechts) freuten sich mit den Preisträgern (von links) Christian Weinmann und Maximilian Koch (1. Preis), Torsten Kiefer (2. Preis) sowie Sebastian Murr (3. Preis).l

Dießen – Wer die Wahl hat, hat die Qual: Diese alte Weisheit galt auch für die Jury des Architektenwettbewerbs zur Neugestaltung des Kiosks am Dampfersteg, die aus 163 Entwürfen auswählen durften. In den nächsten Wochen werden sich die Gemeinderäte mit der Frage beschäftigen, welcher der drei prämierten Entwürfe, die nun gemeinsam mit zwei Anerkennungen und einer Empfehlung im Foyer des Dießener Rathauses zu sehen sind, tatsächlich gebaut werden soll. Den ersten Wettbewerbspreis erhielt das Architekten-Duo Maximilian Koch und Christian Weinmann aus Regensburg.

Wie Architekt, Städtepla­ner und Juryvorsitzender Martin Hirner anlässlich der Ausstellungseröffnung und Preisverleihung im Rathaus zusammenfasste, sei der längliche Baukörper mit seinem flachen Walmdach, ein „Schmuckkästchen“. Durch einen Einschnitt an der zum See hin gerichteten Fassade entstehe eine überdachte Vorzone, die die vom See kommenden Gäste offen und einladend begrüße. Im Mittelbereich liegt das Lager, zum See hin entstehen durch die Länge des Baukörpers klare Zonen mit durchdachter Funktionalität für Verkauf, Kochen und Abwasch. Durch die Wahl einer „einheitlichen Haut aus Kupfer mit seiner changierenden Patina“ wirke der Kiosk ruhig und homogen.

Ihnen sei es ein Anliegen gewesen, so die Architekten Koch und Weinmann, das Raumprogramm klein und kompakt zu halten. Schließlich sei „ein Kiosk ein Kiosk“. Stolz sind die Planer auch auf eine Besonderheit im Grundriss: Die Küche kann direkt, über eine von beiden Seiten zu öffnende Schrankwand, vom Lager aus bestückt werden.

Ebenfalls mit einer hochwertigen Fassade aus Metall, die auf einer Holzkonstruktion aufliegt, präsentiert sich als 2. Preis der Entwurf von Diplom-Ingenieur Torsten Kiefer aus Radolfzell. Er habe sich bewusst von städtebaulichen Fragen leiten lassen, so Kiefer. Sein Kiosk liegt als schmaler Kubus zurückversetzt zum Bahndamm und gibt einen Vorraum zur Westfläche der Seeanlagen frei. Die Metallfassade ist so perforiert, dass sich die Struktur von Bäumen abzeichnet, dadurch verbinde sich das Gebäude assoziativ mit der Landschaft, während das Dach die flach geneigte Dachform des ADK-Pavillons aufgreife und neu interpretiere. Durch verschiebbare Fassadenelemente kann vor dem Verkaufstresen eine Art Zwischenzone entstehen, die als Unterstand oder Sonnenschutz genutzt werden kann.

Als 3. Preisträger erreichte mit Martin Murr ein junger Architekt aus Dießen das Finale. Er setzt auf eine Fassade aus Lärchenholz und habe somit, so Hirner, den „Urbegriff eines Kiosks in der Landschaft“ gestaltet, der – nicht zuletzt aufgrund seiner eigenen Typologie mit quadratischem Grundriss und flach geneigtem Pyramidendach – gemeinsam mit dem ADK-Pavillon ein „wahnsinnig schönes Ensemble“ ergebe.

Bürgermeister Herbert Kirsch bedankte sich bei den Wettbewerbsteilnehmern für deren Fantasie und Kreativität: „Nun können wir nichts mehr falsch machen.“ Der 1. Preis ist mit 6.400 Euro dotiert, der 2. mit 4.000 und der 3. mit 2.400. Außerdem werden für die beiden Anerkennungen jeweils 1.600 Euro vergeben. Die Ausstellung im Rathaus ist bis Ende September zu sehen.

Ursula Nagl

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