Preiswürdiges Energiekonzept

Erst vor Kurzem ist die „Technik-Kathedrale“ der Erzabtei St. Ottilien mit einem Architektur-Anerkennungspreis bedacht worden, jetzt steht auf europäischer Ebene die nächste Auszeichnung an: der Energiepreis „ManagEnergy“. Fotos: Wind

Die Bemühungen der Klostergemeinschaft der Erzabtei St. Ottilien, Ressourcen zu schonen, Umweltverbrauch und Schadstoffausstoß zu mindern und damit die Umwelt zu schonen werden nun honoriert: St. Ottilien ist für den europäischen Energiepreis „ManagEnergy“ nominiert. Unter Federführung der Forschungsstelle für Energiewirtschaft (FfE) in München wurde das von Prof. Wolfgang Mauch betreute Energiekonzept des Klosters jüngst beim Wettbewerb der Europäischen Kommission vorgestellt. Tatsächlich ist das Projekt bis in die Endrunde der besten drei Teilnehmer in der Kategorie „Technische Projekte“ gelangt.

Am Mittwoch wird der Energiepreis im Rahmen der „EU Sustainable Energy Week“ in Brüssel verliehen. „Vielleicht reicht es ja für den 1. Platz“, hofft Martin Wind, Pressesprecher der Erzabtei. Schon die Nominierung und die Platzierung unter den drei Endrundenteilnehmern seien ein „glänzender Erfolg, eine wohltuende Anerkennung und ein willkommener Ansporn, im Bemühen um die Umwelt nicht nachzulassen.“ Seit Dezember vergangenen Jahres arbeitet in St. Ottilien ein Biogasgenerator und liefert elektrische Energie. Und seit 2008 decke die Erzabtei ihren Wärmebedarf mit einer Holz-Hackschnitzelheizung. Wind: „Nur noch an wenigen Tagen im Jahr ist es nötig bei Spitzenlast einen Ölbrenner zum Heizen zuzuschalten.“ Massive Energiedämmung mindere den Energieverbrauch der Gebäude des Klosters erheblich. Die Energieerzeugung geschieht demnach nicht mehr durch fossile Brennstoffe; sie wird aus nachwachsenden Rohstoffen wie Holz, Gras, Silo-Mais und Rindergülle realisiert. Der größte Teil dieser Rohstoffe wachse und entstehe auf Grund und Boden der Erzabtei St. Ottilien, so Wind, und seien insgesamt Kohlendioxid-neutral, „sie binden beim Wachsen die selbe Menge Kohlendioxid, wie beim Verbrennen oder Vergären freigesetzt wird.“ Noch vor vier Jahren stieß das Kloster der Benediktiner jährlich 2500 Tonnen CO2 in die Umwelt aus, 2009 seien es noch etwa 500 Tonnen gewesen, und nach der Inbetriebnahme der Biogasanlage sei mit einem Rückgang auf nurmehr 250 Tonnen im Jahr zu rechnen. „Das ist eine Minderung des CO2-Ausstoßes innerhalb von drei Jahren auf ein Zehntel des Ausgangswertes“, betont Martin Wind. Durch ständige Modernisierungsmaßnahmen an den Gebäuden des Klosters werde der Energiebedarf weiter zurückgehen, und es werde künftig immer weniger Heizöl für Spitzenlasten benötigt. „Bis 2020 sollen die CO2-Emissionen gegen null gehen.“

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