Landsberg beschenkt sich

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Hochbetrieb herrschte im Sportzentrum, als sie um 13 Uhr die Pforten zum 1. Landsberger Schenktag öffneten.

Landsberg – Verschenken statt wegwerfen! So lautete das Motto, das am Samstag hunderte Bürger ins Sportzentrum lockte. Beim „1. Landsberger Schenktag“, initiiert von Gabriele Helling, nutzten viele die Möglichkeit, sich von ungenutzten und ungeliebten Gegenständen zu befreien, während andere diese für sich entdeckten und ihnen ein neues Zuhause gaben.

Der Andrang war groß. Am Vormittag brachten etliche Spender gut erhaltene Textilien, Bücher, ungeliebte Geschenke und vieles mehr in das Sportzentrum. Ehrenamtliche Helfer reihten das Gebrachte liebevoll auf, sperrige Gegenstände wurden an einer Pinnwand zur Selbstabholung angeboten. Von Geschirr über Kinderspielzeug, Möbel bis hin zum Fernseher – alles war dabei. 

Um 13 Uhr war es soweit: Mit Tüten und Taschen bepackt strömten die Besucher in die Halle. „Eine tolle Idee“, freute sich eine ältere Dame. Es wurde gestöbert, entdeckt und mitgenommen – unzählige Gegenstände wechselten so ihre Besitzer. Dabei ging es nicht zu wie am Wühltisch; mit Bedacht wurde Nützliches ausgewählt, das Übriggebliebene dem Sozialkaufhaus „contact“ in Haunstetten gespendet. „Jeder Mensch hat überflüssige Dinge in der Wohnung, im Keller, auf dem Dachboden“, erläutert die Initiatorin Gabriele Helling den Grundgedanken. Während diese unbenutzt als Staubfänger Platz wegnehmen, könnten andere sie gut gebrauchen. „Die Idee, die dahinter steckt, ist, bedürftigen Menschen zu helfen“, so die Veranstalterin weiter. 

Nachhaltigkeit, Schonung der Ressourcen und Solidarität, all das kann mit einer so unkomplizierten Aktion umgesetzt werden, die sowohl den Schenkenden als auch den Beschenkten nutzt. 

Müllberg abbauen 

Ursprünglich stammt die Idee von Abfallwirtschaftsämtern Baden-Württembergs, deren Ziel es war Müllberge zu verkleinern. Von diversen Tauschringen übernommen konnte sich der Schenktag inzwischen in mehreren Städten, darunter auch Kempten und Lindau, etablieren. Ähnliches beabsichtigt der Landkreis Landsberg alljährlich mit einem riesigen Flohmarkt auf seinem Abfallwirtschaftszentrum in Hofstetten, allerdings mit dem Motto „Verkau- fen statt wegwerfen“. 

Der 1. Landsberger Schenktag kommt nicht ohne Unterstützung aus. Unter der Schirmherrschaft des SPD-Landtagsabgeordneten Dr. Herbert Kränzlein und gesponsert von der VR-Direkt.net war es möglich, den Schenktag nach Landsberg zu bringen; Eschenlohr druckte die Plakate, in zahlreichen Geschäften lagen Flyer aus, Manhart spendete Brezen und der KREISBOTE kündigte die Veranstaltung mehrfach an. 

Für den gut organisierten Ablauf sei vor allem den ehrenamtlichen Helfern gedankt, darunter den Freiwilligen vom Tauschring Landsberg, den Schenkenden und den Beschenkten. „Wir wollen helfen“, so stellten sich zu Beginn der Veranstaltung zwei Landsberger vor. Und genau darum ging es an diesem 1. Landsberger Schenktag: „Durch ein Miteinander können wir alles erreichen.“

Ruth Fries

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