Tolle Ansätze am Runden Tisch

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OB Mathias Neuner (stehend) hatte geladen und mehr als 70 Einzelhändler, Anwohner und Gastronomen kamen zum Runden Tisch Innenstadt – ein absoluter Premieren-Erfolg.

Landsberg – Eines war sehr schnell klar: Diese Veranstaltung muss wiederholt werden. Mehr als 70 Einzelhändler, Anwohner und Gastronomen haben sich am Donnerstag beim ersten „Runden Tisch Innenstadt“ im und vor dem Nebenraum „Bei Nino“ im Landsberger Schafbräu gedrängt. Geladen hatte OB Mathias Neuner (CSU) und deutlich mehr Teilnehmer als erwartet waren dem Ruf gefolgt. „Sie scheinen den besseren Verteiler als wir zu haben“, zollte auch „Snowdance“-Veranstalter Jürgen Farenholtz Respekt.

„Wir werden wohl auch wieder Parkgebühren reden, auch wenn ich es traurig finde, dass wir die Innenstadt manchmal darauf reduzieren“, hatte Neuner schon zu Beginn der Runde geschwant. Die lebhafte Diskussion bewegte sich dann aber deutlich über das „Einzelthema“ hinaus. Eine Erkenntnis: Der kontroverseste Punkt bleibt der Pkw-Verkehr in der Innenstadt. Während mancher Anwohner die Autos am liebsten komplett verbannen würde („wir können uns nicht einmal vor die Türe setzen“), vertrat Einzelhändler Heinrich Pflanz die gegenteilige Meinung: „Die Autofahrer bringen uns nun einmal das Geld in die Stadt, Punkt.“

Mehr Fußgängerzone

Neben Extrempositionen fanden sich in der Debatte aber auch konstruktive Vorschläge. Eine – zumindest zeitweise – Sperrung des Vorderangers scheint demnach mehrheitsfähig zu sein, wie OB und die anwesenden Stadträte interessiert notierten. Neuner: „Ich nehme das als Anregung mit: Eine Erweiterung der Fußgängerzone und tendenziell eine Entlastung des Hinterangers, auch wenn wir den Verkehr nicht ganz rausbringen werden.“

Eine weitere Erkenntnis des Stadtoberhauptes betraf das „Snowdance“-Filmfestival (30. Januar bis 1. Februar). „Die Geschäfte sollen am Samstag Abend offen bleiben, das wollen die meisten so“, resümierte Neuner und sagte Unterstützung für eine „lange Einkaufsnacht“ zu. „Wir reichen den Antrag allerdings nur an das Arbeitsministerium weiter“, relativierte Pressesprecher Andreas Létang die Rolle der Stadt.

Klar dürfte dem Oberbürgermeister auch geworden sein, dass manchen in der Innenstadt im Verhältnis mit der Verwaltung der Schuh drückt. Eine Kommunikationsschulung für die Parküberwachung wurde ebenso vorgeschlagen wie ein etwas lockerer Umgang mit einigen Vorschriften. „Vielleicht kann man ja bei der Bestuhlung im Außenbereich oder dem Aufstellen von Schildern nicht ganz so pingelig sein“, wünschte sich „Sonderbar“-Wirtin Manu Sauter und präsentierte weitere Ideen. „Wenn auch die Anwohner mal ein Auge zudrücken, würde zum Beispiel eine leise musikalische Untermalung bis 22 Uhr gleich eine ganz andere Stimmung schaffen.“ Bis jetzt sei sie schon mit dem Versuch gescheitert, die Bäume am Hellmair-Platz auf eigene Kosten zu beleuchten, „das ist städtischer Grund, hieß es da.“

Kern und Kümmerer

Es wurden noch mehr Themen angestoßen. Bringt man irgendwie die vielen Tonnen aus den Altstadtgassen? Sollte man langfristig nicht doch eine Südumgehung als Planungsziel aufnehmen? Wie kann die Stadt auch werktags so belebt werden, wie sie es am Sonntag schon ist? Welchen „Markenkern“ könnte Landsberg entwickeln und dann bewerben?

Auch ein „Altstadtkümmerer“, wie es ihn in Regensburg gibt, wurde erneut ins Gespräch gebracht. Neuner signalisierte Aufgeschlossenheit. „Die Idee ist richtig, die Akzeptanz hängt dann aber stark von der Person ab. Der Stadtrat wäre jedenfalls sicher bereit, dafür Geld in die Hand zu nehmen.“

Über zweieinhalb Stunden wurde in der Veranstaltung diskutiert, anschließend ging es in kleinen Tischrunden noch lange weiter; ein für Landsberg eher ungewohntes Bild. Interessant dabei: Viele Anwesende lernten sich an diesem Abend erstmals kennen, obwohl sie bereits seit Jahren in der Innenstadt wohnen oder arbeiten.

Dass der Runde Tisch schon deshalb ein Erfolg war, konstatierte auch Mathias Neuner. „Ich denke, wir werden das noch vor dem Snowdance wiederholen“, so der OB zum Abschied. „Wir können aber nur die Rahmenbedingungen schaffen, beleben müssen die Stadt weiterhin Sie.“

Christoph Kruse

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