Ein guter Zeitpunkt, um aufzuhören

KREISBOTEN-Serie "2020 ist Schluss!": Prittrichings Bürgermeister räumt den Chefsessel

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Prittrichings Bürgermeister Peter Ditsch wird 2020 nicht mehr zur Wahl antreten.

Prittriching – Wenn man Peter Ditsch danach fragt, was er als Bürgermeister von Prittriching alles erreicht hat, kann er einem eine lange Liste aufzählen. Ist ja auch kein Wunder, nach 18 Jahren im Amt. Dabei kann er sich an vieles so spontan gar nicht mehr erinnern, wie er im Gespräch mit dem KREISBOTEN zugeben muss.

Das wohl größte Projekt seiner Amtszeit ist die Sanierung des Rathauses. Obwohl die Arbeiten quasi abgeschlossen sind, wird Ditsch die Sanierung noch ein Weilchen beschäftigen. Denn so ein Projekt bringt auch einiges an Papierkram mit sich. Bis zum Ende seiner Amtszeit ist das aber auch durch, da ist sich Ditsch sicher.

Dass sei für ihn auch ein Grund gewesen, gerade jetzt aufzuhören. „Es sind keine größeren Baustellen mehr offen.“ Er habe alles, was ihm wichtig sein, abschließen können. Ein weiterer Grund für Ditsch nicht mehr zu kandidieren ist, dass eine zweiter Amtsperiode mit sechs Jahren für ihn einfach zu lang sei. „Ein Stück weit verschleißt man auch.“ Außerdem meint der 59-Jährige mit einem Augenzwinkern: „Die Bürger haben mich jetzt 18 Jahre ertragen müssen und ich habe die Bürger ertragen.“ Jetzt soll Schluss sein.

Sowieso sei es gar nicht von Anfang an der Plan gewesen, Bürgermeister zu werden. In den frühen 80er Jahren wechselte der Prittrichinger vom Landsberger Landratsamt in das Rathaus der Dorfgemeinde und übernahm dort die Geschäftsstellenleitung. Seine jahrelange Erfahrung und seine Kontakte zum Landratsamt machten ihn aber dann zu einem guten Kandidaten für das Bürgermeisteramt. Das einzige Problem: Damals waren die Rathauschefs Prittrichings noch ehrenamtlich eingestellt. Und da es rechtlich nicht möglich war, Geschäftsstellenleiter und gleichzeitig Bürgermeister zu sein, hätte Ditsch seinen Job erstmal kündigen müssen. Doch der damalige Gemeinderat ließ sich von den Vorteilen eines hauptamtlichen Rathauschefs überzeugen, wie Ditsch berichtet. Und so wurde er der erste Hauptamtliche Bürgermeister Prittrichings.

Nicht zuletzt deshalb konnte der 59-Jährige wohl auch so viele Projekte anpacken. Neben der Rathaussanierung wurden zwei neue Feuerwehrfahrzeuge gekauft und auch die Gebäude saniert. Für den Bauhof hat die Gemeinde sogar einen komplett neuen Fuhrpark springen lassen. Zudem wurden Straßen und Brücken in der Gemeinde saniert.

Auch das Thema Wasserversorgung hat Ditsch in seiner Amtszeit beschäftigt. 2013 baute Prittriching gemeinsam mit Scheuring ein Wasserwerk. „Damit sind beste Grundvoraussetzungen für die Wasser-, die Notwasser- und die Löschwasserversorgung geschaffen worden.“ Aber ganz abgeschlossen ist die Sache für ihn trotzdem nicht. Ditsch möchte noch „einen Lückenschluss zwischen Scheuring und Winkl“. Prittriching und Winkl sind derzeit miteinander verbunden, das heißt Prittriching kann Winkl mit Wasser versorgen. Wenn jetzt auch noch zwischen Scheuring und Winkl eine Verbindung gäbe, würde es auch andersherum funktionieren, erklärt Ditsch. Auch wenn es dazu in seiner Amtszeit nicht mehr kommen wird, möchte er doch zumindest die Verhandlungen dafür abschließen. „Dann kann mein Nachfolger sofort mit dem Baggern anfangen.“

Und was macht Ditsch dann zukünftig mit seiner vielen Freizeit? „Erstmal die Füße baumeln lassen.“ Allerdings soll es dabei nicht bleiben. Er möchte mehr Zeit in seine Hobbys wie Motorrad und Rad fahren investieren. Außerdem seien er und seine Familie begeisterte Skifahrer. Ebenfalls ein Wunsch von ihm: Wieder mit dem Tischtennisspielen anfangen. Früher habe er in der Jugend- und später auch in der zweiten Herrenmannschaft gespielt.

Aber der Rathauschef möchte auch im Ruhestand weiterhin etwas für seine Gemeinde tun. Besser gesagt für die Senioren. „Das liegt mir sehr am Herzen.“ Ihm schwebt ein Projekt nach dem Motto ‚Senioren helfen Senioren‘ vor. Für ihn ist das Engagement selbstverständlich: „Wenn ich mich zurücklehne, kann ich ja nicht von anderen verlangen, sich für die Gemeinde einzusetzen.“

Stephanie Novy

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