Prix-Gelände:

Gemeinde steigt nicht ein

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Mit Hilfe des Kommunalen Wohnbauförderungsprogrammes vom Freistaat Bayern könnte die Schondorfer Seeberg Siedlung saniert werden. So der Wunsch der grünen Gemeinderätin Helga Gall.

Schondorf – Nix wird es auf dem Prix-Gelände mit dem Kommunalen Wohnbauförderungsprogramm des Freistaates. Der Schondorfer Gemeinderat sprach sich auf seiner jüngsten Sitzung endgültig dagegen aus, hier teilweise selbst als Bauherr aufzutreten. Zur Diskussion standen Teilbereiche des intern als „Aal“ bezeichneten lang gestreckten Wohnblocks mit 53 Wohnungen oder ein kleinerer Wohnblock mit zwölf Einheiten (der KREISBOTE berichtete).

Das Risiko sei bei der derzeitigen Finanzlage zu hoch und man wolle sich nicht weiter verschulden, so die Meinung von Bürgermeister und Gemeinderäten. Das Prix-Gelände wird also wie geplant vollständig von einem Investor übernommen und bebaut. 30 Prozent der Wohnungen und Reihenhäuser müssen dabei laut Vorgabe günstig an Normalverdiener vermietet bzw. verkauft werden.

In Bezug auf die Prix-Bebauung ist das im Amtsdeutsch bezeichnete „Komm WFP“ also kein Thema mehr, wohl aber für andere Wohnbauprojekte der Gemeinde. Man wolle das bis 2019 laufende Programm unbedingt nutzen. Es sieht vor, dass der Staat 30 Prozent der Baukosten und des Grundstücksverkehrswertes übernimmt. Für 60 Prozent der Gesamtkosten wird ein günstiges Darlehen für nur 0,99 Prozent Zins auf 30 Jahre gewährt. Zehn Prozent der Kosten müsste die Gemeinde Schondorf als Bauherr selbst schultern. Man will sich nach dem Verkauf des Prix-Geländes zeitnah mit Grundstücksalternativen wie zum Beispiel am Griesfeld beschäftigen, um mit Hilfe dieses Programms weiter dringend benötigten bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.

Gemeinderat Rainer Jünger bedauerte, dass man nicht bei der Prix-Bebauung einsteige und befürchtete, die Planung der noch zu findenden Alternativen würde zu lange dauern. Dem widersprach Bürgermeister Alexander Herrmann, der die Planung in nur vier Monaten stemmen will, sobald man ein geeignetes Grundstück habe. Die grüne Gemeinderätin Helga Gall griff wieder ihr Anliegen aus den letzten Sitzungen auf und pochte auf eine gründliche Sanierung der 60 gemeindeeigenen Wohnungen. „Wir schieben das Thema schon seit Jahren vor uns her. Der Sanierungsstau ist nicht länger tragbar“, meinte sie. Man solle das Kommunale Wohnbauförderungsprogramm beispielsweise auch für die Sanierung der Seeberg Siedlung nutzen.

Seit Jahren schon ist die Sanierung der Seeberg Siedlung immer wieder Thema im Gemeinderat. Die fünf Häuser sind die älteste Wohnanlage des Ortes und stammen aus den 1950er Jahren. Sie boten in der Nachkriegszeit Flüchtlingen und Vertriebenen Wohnraum und auf den großzügigen zaunfreien Gärten die Möglichkeit der Eigenversorgung. Eine der früheren Sanierungsstrategien sah vor, vier der Bestandsgebäude zu erhalten und eines abzureißen. Die dadurch entstehenden zwei Grundstücke sollten frei verkauft werden, um die Sanierung der anderen Häuser zu finanzieren. Mit der Möglichkeit des Komm WFPs könnten alle fünf Häuser erhalten und saniert werden.

Ganz unabhängig von einer angedachten Sanierung beschloss der Schondorfer Gemeinderat den jetzt gesetzlich vorgeschriebenen Einbau von Rauchmeldern in seinen Bestandsgebäuden, also auch in der Seeberg Siedlung. 

Dieter Roettig

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